Verkaufsrang: 6468 (DVD)
AspectRatio: 4:3
AudienceRating: Freigegeben ab 16 Jahren
Binding: DVD
Director: Deepa Mehta
EAN: 0886970677097
Format: PAL
Label: Ufa/DVD
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Ufa/DVD
NumberOfItems: 3
Verlag: Ufa/DVD
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 16. April 2007
Spielzeit: 317
Studio: Ufa/DVD
TheatricalReleaseDate: 2005
UPC: 886970677097
Preis: EUR 17,94
Aus der Amazon.de-Redaktion
Feuer, Erde, Wasser – drei Elemente, die für den Menschen lebensnotwendig sind, ihn aber auch zerstören können. Nicht ohne Grund wählte die in Kanada lebende indische Regisseurin Deepa Mehta (Bollywood Hollywood) daher drei der Grundelemente als Titel ihrer Filme, die sich sowohl mit der schöpferischen Kraft des Lebens als auch seiner zerstörerischen Gewalt beschäftigen. Im Zentrum der Trilogie steht das Leben der Frauen in Indien im Konflikt zwischen Tradition und Moderne, Individuum und Gesellschaft.Fire, der1996 entstand, zeigt das Leben einer indischen Mittelstandfamilie im modernen Neu-Delhi. Radha lebt seit 16 Jahren in einer arrangierten Ehe. Da sie keine Kinder bekommen kann, hat ihr Mann Ashok sich dem Glauben zugewandt. Ihre persönlichen Sehnsüchte und Wünsche hat sie tief in sich begraben. Doch als ihre junge Schwägerin Sita in ihr Leben tritt, die nicht hinnehmen will, dass ihr Mann sie mit einer Geliebten betrügt, beginnt zwischen den beiden vernachlässigten Frauen eine zarte Liebe zu keimen – auch im heutigen Indien noch immer ein unaussprechliches Tabu.
Der zweite Film Earth entstand 1998 und spielt 1947 in Lahore, damals noch Teil von Britisch-Indien, heute Pakistan. Der Film schildert aus der Sicht des achtjährigen Parsen-Mädchens Lenny die blutigen Konflikte und religiösen Unruhen, die die Teilung des Landes anlässlich seiner Unabhängigkeit vom britischen Kolonialreich begleiteten. Lennys wohlhabende Eltern sind den Briten zugeneigt und verhalten sich neutral, während um sie herum ehemalige gute Freunde aufgrund ihrer verschiedenen Religionen aneinander zu Mördern werden. Während Fire stellenweise noch arg ambitioniertes Kunstkino ist, ist Earth zutiefst aufwühlend und packend und vor allem exzellent in Szene gesetzt. Die Stimmen der Vernunft und der Liebe, verkörpert vom Muslim Hassan und Lennys bildhübschem Kindermädchen Shanta, einer Hindu, werden brutal zum Schweigen gebracht.
In Water, der 2005 in Sri Lanka entstand, nachdem die Dreharbeiten in Indien 2002 nach tumultartigen Szenen und Morddrohungen abgebrochen werden mussten, zeigt sich Deepa Mehtas filmische Kunst auf höchstem Niveau. Völlig zu Recht war der Film 2007 für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Während die nationale Unabhängigkeitsbewegung um Ghandi in Indien 1938 immer mehr Anhänger gewinnt, wird die achtjährige Chuyia, die sich noch nicht einmal an ihre Hochzeit erinnern kann, zur Witwe. Den Rest ihres Lebens soll das vor Lebensfreude sprühende Kind nun in einem asketischen Witwenheim verbringen, ausgeschlossen von der Gesellschaft, als unrein verachtet und ohne jegliche Hoffnung auf irgendeine Zukunft. Die Freundschaft zu der schönen jungen Witwe Kalyani gibt Chuyia neuen Mut, doch als diese sich in einen jungen Anhänger Ghandis verliebt, kommt es zur Katastrophe.
Allen drei Filmen sind die betörend schönen Bilder gemein, die in der exotischen Farbenpracht schwelgen und deren poetische anmutende Stimmung meist im harten Kontrast zur grausamen Wirklichkeit stehen. Mehta analysiert präzise und erbarmungslos die Probleme der indischen Gesellschaft und verpackt ihre Geschichten dabei geschickt in romantische Liebesgeschichten. Die Charaktere und ihren Handlungen bleiben stets nachvollziehbar, auch wenn die zum Teil unvorstellbare Gleichgültigkeit und Grausamkeit vor allem den Frauen gegenüber manchmal nur schwer zu ertragen ist. Mit dem bunten, melodramatischen Kitsch der Bollywood-Filme haben Deepa Methas Filme allerhöchstens den Lokalkolorit gemeinsam. Die Fragen, die sie stellt, sind heute so aktuell wie eh und je: Ist Religion wichtiger als das eigene Gewissen? Aufrüttelnd, bewegend und ergreifend – unbedingt empfehlenswert! -- Birgit Schwenger
kulturnews.de
Erfreulich, wenn eine über ein Jahrzehnt hinweg entstandene Filmtrilogie als DVD-Box erscheint - wie nun im Falle von Deepa Mehtas "Fire", "Earth" und "Water". In allen drei Filmen lotet die in Kanada lebende und aus Indien stammende Regisseurin die Rolle der Frau in der indischen Gesellschaft aus. Doch wenn man sich schon die Mühe macht, eine Box zusammenzustellen: Warum wird sie so lieblos ediert? Es gibt keinen Audiokommentar, dabei wäre es sicherlich hilfreich und spannend, weitergehende Informationen gerade zum soziokulturellen Hintergrund der Filmstoffe zu erfahren. Zu "Water", der Geschichte einer 8-jährigen Witwe, gibt es ein 20-minütiges, aus Filmszenen und Interviewpassagen montiertes Making-of, das sich inhaltlich allerdings mit einem Interview mit der Regisseurin überschneidet. Prinzipiell spannend ist auch ein kurzer TV-Bericht über die Proteste gegen die Dreharbeiten - doch dummerweise sind die Statements der Interviewten nicht untertitelt. Und wer versteht hierzulande schon Hindi? Eben ... (ascho) kulturnews.deKurzbeschreibung
"Fire - Wenn Liebe Feuer fängt" Rahda lebt 16 Jahre in einer arrangierten Ehe ohne Liebe, die den Ehen von Millionen anderen indischen Frauen gleicht. Als ihre junge Schwägerin Sita in die Familie eintritt, entwickelt sich zwischen den beiden vernachlässigten Frauen eine zärtliche Liebe, die stärker ist als alle Konventionen. Laufzeit: 104 Min. Produktionsjahr: 1996 Regie: Deepa Mehta Darsteller: Shabana Azmi, Nandita Das, Kulbushan Kharbanda, Jaaved Jaaferi, Ranjit Chowdhry, Kushal Rekhi, Karishma Jhalani, Ramanjeet Kaur; "Earth" Aus der Sicht der 8-jährigen Lenny wird die spannende Zeit des Übergangs von Indien und Pakistan in die Unabhängigkeit beschrieben. Lenny muss erleben, wie die gesellschaftlichen und religiösen Umbrüche ihr Leben und Umfeld massiv verändern. Laufzeit: 101 Min. Produktionsjahr: 1998 Regie: Deepa Mehta Darsteller: Aamir Khan, Nandita Das, Rahul Khanna, Maia Sethna, Kitu Gidwani, Kulbushan Kharbanda, Arif Zakaria, Gulshan Grover, Eric Peterson; "Water" Im kolonialen Indien wird die achtjährige Chuyia Witwe und muss in ein Heim. Die lebhafte Ausstrahlung des kleinen Mädchens bringt das Leben der anderen Bewohnerinnen aber gehörig durcheinander, besonders das der jungen Witwe Kalyani, die sich in einen Gandhi-Anhänger verliebt. Doch ein trauriges Geheimnis, das Kalyani umgibt, verändert das Leben der beiden Liebenden für immer, und auch das der kleinen Chuyia... Laufzeit: 112 Min. Produktionsjahr: 2005 Regie: Deepa Mehta Darsteller: Sarala, Manorama, Lisa Ray, Seema Biswas, John Abraham, Raghuvir Yadav, Kulbushan Kharbanda, Vinay Pathak:Kundenrezensionen zu 'Deepa Mehta Collection (3 DVDs)'
Berührend, hoffnungsvoll, verstörend, erschütternd (15. September 2007)
...das trifft es eigentlich am besten. Ich habe gerade alle drei Filme hintereinander gesehen. Alle drei sind auf hohem emotionalen Niveau. Warum diese DVD's stellenweise lieblos präsentiert werden ist mir ein Rätsel. Mag vielleicht daran liegen, dass diese Trilogie nicht den besten Ruf bei den fundamentalistischen Hindus Indiens geniesst. Dabei sind es im eigentlichen Sinne keine indischen Produktionen.Und das zeigt sich in Thema, Aufmachung sowie in den Bildern aller drei Filme. Sie wühlen auf, berühren und erschüttern bis ins Mark. Noch nie bei irgendeinem Film bin ich durch eine solche Achterbahn widersprüchlicher Gefühle durchgegangen. Am Ende von 'Water' - den ich als erstes gesehen habe - fühlte ich nur noch Fassungslosigkeit; bei 'Earth' war es Wut; und bei 'Fire' wusste ich ehrlich gesagt nicht was ich fühlen sollte. Im Grunde ist es unfassbar wozu Menschen sich treiben lassen, der Mensch ist wahrlich des Menschen ärgster Feind. Und diese Filme spiegeln die Krankheit einer Kultur, einer Gesellschaft wider, die nicht nur auf dem Subkontinent, sondern überall in den verschiedensten Formen zu finden ist.
Wer sie gesehen hat weiss was ich meine. Und trotzdem: ich bezweifele das sie viel bewirken, ausser bei denen die ihre Augen nicht verschliessen.
Sicher gibt es Filme die noch stärkere Kritik üben, noch schonungsloser sind, aber die will ich nicht mehr sehen. Die Realität die hier gezeigt wird reicht mir persönlich schon aus, auch wenn Gewalt nur angedeutet wird.
Fazit: 3 Juwelen der Filmkunst, die die Augen öffnen.





