Kundenrezensionen zu 'So Real: Songs from Jeff Buckley'
Gute Compilation zum 10. Todestag des unvergessenen Musikers (16. Juni 2007)
Zu Lebzeiten veröffentlichte der 1997 mit nur 30 Jahren so tragisch verstorbene Jeff Buckley lediglich ein paar Singles, die EP Live At Siné sowie ein einziges Album. Aber was für eines! Grace war eine der bestimmenden Platten der 90er Jahre. Das unglaublich breite musikalische Spektrum, das Grace abdeckt - von Nina Simone bis Led Zeppelin, von Benjamin Britten bis Leonard Cohen - die stupenden, von subtil bis wahnwitzig reichenden Arrangements, die Furchtlosigkeit vor dem Experiment und vor allem Jeffs Stimme, die jedes Gefühl ausdrücken und jeden Ton so singen konnte, dass man ihn nie wieder vergessen würde: all dies machte Grace zu einem Album, dessen legendärer Status mehr als berechtigt und dessen Musik völlig zeitlos ist, was jedes neue Hören wieder beweist.Kein Wunder also, dass auch diese neue Complation 4 Songs davon übernimmt, dazu ein Paar vom unvollendeten Nachfolgealbum My Sweetheart The Drunk, den Grace-Outtake "Forget Her", einige Songs von EPs und eine einzige neu veröffentlichte Nummer, eine schöne Coverversion von "I Know It's Over" (Smiths), die für einen berührenden Abschluss sorgt. Insgesamt stimmig, kann man So Real aber trotzdem nur als Einstieg empfehlen. Grace und Live At Siné (die beide in phantastischen Legacy-Editions vorliegen) sind und bleiben unverzichtbar und bieten unendlich viel mehr als die vorliegende solide aber kursorische Auswahl die Jeff Buckleys Genie nicht gerecht werden kann.
Kleine Bruchstücke. (8. Juni 2007)
Was macht man als Fan eines genialen, aber leider verstorbenen Künstlers? Man sehnt sich nach Veröffentlichungen, die noch kleine Krümel des großen Kuchens in sich tragen, ungeachtet der unangemessen hohen Preis-Leistungs-Verhältnisses.Das weiß natürlich auch die Plattenindustrie, und somit veröffentlicht sie eben die noch vorhandenen Bruchstücke des Gesamtkunstwerkes. Dies ist nun also eine "neue" CD von Jeff Buckley, naja neu dabei sind zwei Tracks: "So Real", nicht wirklich neu, aber eben diese Konzertaufnahme aus Japan, und wirklich neu und immerhin über 6 Minuten lang ist "I know it's over", eine Coverversion des Smith-Stückes. Während ich die Neuaufnahmen von So Real nicht für wirklich soo überragend halte, dass man sie haben muss, ist der letzte Track auf dem Album ein Leckerbissen, dem sich ein Fan schwer entziehen kann: eine qualitativ hochwertige Aufnahme, die hier als Liverecording aus den Sony-Studios angegeben wird. Seltsam ist nur, das eine Menschenmenge im Hintergrund jubelt. Wie das zusammenpassen soll?
Für Menschen, die Jeff Buckley noch nicht kennen, ist diese Cd auf jeden Fall eine Top-Zusammenstellung der wichtigsten Songs, die bisher zu erhalten waren. Hardcore Fans kaufen sich diese CD, weil eben jener besagte letzte unveröffentlichte Song drauf ist.
Interessant ist allerdings auch eine Ansammlung von Aussagen verschiedenster Künstler, wie z.B. Rufus Wainwright über Jeff Buckley und ein paar nette Fotos im Booklet. Leider können wir nicht auf mehr von diesem genialen Musiker erhoffen. Zur Not muss man eben zum hundertsten Mal "Grace" anhören....






