Kundenrezensionen zu 'Lichtjahre'
Das aufwendigste Live-Projekt aller Zeiten... bla bla bla... (29. Oktober 2007)
Mein lieber Tilo Wolff, bitte versprich den Fans nicht mehr die Sterne vom Himmel und biete ihnen dann so eine Vorstellung!Aber fangen wir von vorne an: Wolff, seines Zeichens Frontmann und Aushängeschid der weltweit erfolgreichen Schweizer Gothic-Band Lacrimosa, hat uns im vergangenen Jahr ein Projekt angekündigt, welches größer und umfangreicher sei, als alles bisher Dagewesene! Das Ergebnis dieser mühevollen und ach so aufwendigen Arbeit wurde uns dann vor einiger Zeit präsentiert: "Lichtjahre"!
Aha. Lichtjahre also. Bewegen sich die Schweizer so ungemein schnell oder was soll das bedeuten?! Es ist mittlerweile schon über 16 Jahre her, dass Lacrimosa ihr Debutalbum "Angst" veröffentlicht haben und somit ist es natürlich gerechtfertigt einen Live-Mitschnitt zu präsentieren, aber wäre da nicht mehr drin gewesen???
Wolff und seine Gespielin Anna Nurmi sind ja bekannt für ihre spektakulären und bombastischen Auftritte und daran gibt es auch dieses Mal nichts zu rütteln. Der Sound könnte voluminöser nicht sein und auch der dramatische Effekt wird wieder genauestens erreicht. Der Breitwand-Sound kommt wie eine Lawine daher und zeigt, wo der Gothic-Hammer hängt! Auch bei der Songauswahl haben die beiden ein glückliches Händchen bewiesen, denn die 24 Songs auf der Doppel-CD kommen wie aus einem Guss aus den Boxen und gehören sicherlich zum besten Material, dass Lacrimosa je veröffentlicht haben! Jetzt fragen Sie sich sicher, wo dann das Manko an diesem Mitschnitt liegt! Das kann ich ihnen ganz leicht beantworten!
Erstens gehören die Songs auf diesem Longplayer zwar zum besten Lacrimosa-Liedgut, das es gibt, doch damit ist es nicht automatisch auch wirklich hervorragende Musik. In letzter Zeit verblüffen die Schweizer meiner Meinung nach mit immer schwächeren Veröffentlichungen. Die letzte Platte "Lichtgestalt" zum Beispiel begann bombastisch und wirklich genial, die Qualität der Stücke lässt aber bis zum Ende hin total zu Wünschen übrig und manche Songs sind nicht wirklich mehr als unterdurchschnittlich inspirierter Gothic-Metal!
Zweitens, und das ist der wirklich ausschlaggebende Punkt, ist Tilo Wolff's Stimme sowas von dünn und kraftlos, dass es schon fast an Stimmversagen grenzt. Bitte, was war da los? Die lyrischen Ergüsse Wolffs - die zwar manchmal zur Lächerlichkeit neigen, aber gut - sind kaum zu verstehen und er schafft es überhaupt nicht, gegen seinen selbst kreierten Bombast-Sound anzukommen! Nach dem Opener "Lacrimosa Theme" ist schon das erste wirkliche Stück bestes Beispiel dafür: "Kelch der Liebe" vom Album "Lichtgestalt" - einer der besten Titel auf eben genanntem Longplayer - kann überhaupt nicht überzeugend dargeboten werden! Ich glaube, wenn man den Text dieses Liedes nicht kennt, hat man nicht einmal den Funken einer Chance zu verstehen, was Wolff hier eigentlich singt! Zu dünn tönt seine etwas unsicher wirkende Stimme aus den Boxen und verhaut somit den tollen, zuerst gewonnenen Gesamteindruck! Leider ist "Kelch der Liebe" hierbei keine Ausnahme, denn auch auf einigen folgenden Titeln scheint Wolff seinem eigenen Breitwand-Sound nicht gewachsen zu sein! Schade drum! Die eigenwillige Melodieführung sei dem Schweizer aber verziehen, denn durch diese wird wenigstens der Live-Charakter ein wenig besser hervorgehoben. Gefällt wahrscheinlich auch nicht jedem, aber damit muss man leben!
Na gut, was für ein Fazit sollte man nun in Bezug auf "Lichtjahre" ziehen? Festhalten muss man sicherlich, dass Lacrimosa nun schon seit 1 1/2 Jahrzehnten zu den Vorzeige-Gothic-Vertretern gehören. Auch wenn sie zwischendurch musikalisch nicht unbedingt überzeugen konnten, haben sie sich trotzdem als Fixgröße auf dem dunklen Musik-Markt etabliert. Hut ab! "Lichtjahre" ist eine tolle Bilanz über eine lange Karriere, die längst überfällig war und auch über die Aufmachung darf man sich nicht beschweren! Aber die musikalische Seite lässt meiner Meinung nach doch noch Platz nach oben offen?! Mastermind Tilo Wolff, der diese Band dorthin gebracht hat, wo sie heute ist, vermießt sich meiner Meinung nach selbst ein wenig die verdienten Lorbeeren! Seine eklatanten gesanglichen Schwächen sind einfach nicht schön zu reden und können auch nicht durch übertriebene Extravaganz und Extrovertiertheit, geschweige denn durch den ganzen Bombast vertuscht werden!!!
Übrig bleibt für mich ein durchschnittliches Live-Album einer weltweit erfolgreichen Gothic-Band, der der eigene kreative Kopf ein wenig im Weg steht! "Lichtjahre" ist leider nicht mehr, aber auch nicht weniger...
Lacrimosas Ruhepunkt (30. September 2007)
Nungut....gehen wir mal ganz voreingenommen an die Sache ran...Ich mag Lacrimosa, bin quasi mit Ihnen aufgewachsen und habe meine Jugend " mit Ihnen verbracht"...und Sie begleiten mich imnmernoch...zwar anders als damals aber trotzdem immer noch als "Soundtrack meines Lebens"...ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich Lacrimosa kennenlernte..."Reissende Blicke" hat mich damals in den Bann von Lacrimosa gezogen...aber es war auch die Zeit, als das erste Livealbum der Band das Licht der Welt erblickte...und jetzt habe ich hier vor mir eine Platte liegen die ein Resüme ziehen soll über "Lichtjahre" musikalischen Schaffens....
Ich muss gestehen das "Lichtjahre" an dem Charme der alten Liveplatte, ihrer noch mystischen Qualität (für mich zumindest) nicht heranreicht...vielmehr ist "Lichtjahre" anders geworden...Sie hat etwas lockeres...aber gleichermaßen steht diese Platte sprichwörtlich etwas im Schatten der Lichtgestalt "Live"...Man sollte vielleicht nicht zu viele Vergleiche ziehen, aber "Live" war besser!
"Lichtjahre" ist gut...Alles Lüge,das Kabinett,Letzte Ausfahrt Leben und der Kelch der Liebe sind durchaus geile Ergänzungen zu den Studioaufnahmen...aber der Biss der alten Tage fehlt mir ein wenig...die Platte ist fast schon...zu rund...hat keine Ecken und Kanten...
was mich aber bei Lacrimosa immer wieder begeistert sind die coverartworks...die Geschichte die dabei erzählt wird...genial...dafür vergebe ich an dem Zeichner schon mal den ersten Stern...
Aber zurück zum musikalischen...
An vieler Stellen wurde kritisiert das das Publikum zu aufdringlich wäre...dies kann ich nicht unterschreiben...zu ner Liveplatte gehört nun mal Publikum...aber ich hab bei dieser Platte einfach das Gefühl das alles schon mal dagewesen ist......
Lacrimosa sind für Ihren eigenwilligen Stil bekannt...diesen kann man nun Lieben oder Hassen, sagt man....es gäbe nichts dazwischen...
Ich muss sagen das mich das Doppelalbum zwiespaltet....einerseits ist die musikalische Untermalung der Band grandios... instrumental wäre dieses Album auf jeden fall auch zu verkaufen...
Die daraus resultierenden Texte von Tilo Wolff mögen Geschmackssache sein...
Ich mag Sie...
Anne Nurmi mag ne tolle Kayboarderin sein...aber Ihre gesanglichen Fähigkeiten haben mich bisweilen nicht so ganz überzeugt...sie hat ne nette Stimme aber mir fehlt etwas markantes...aber auch hier findet man das ansatzweise auf der alten Liveplatte, als Sie "Make it End" krächzte...und was mir bis heute ganz gut gefällt...
Man merkt, auch an Hand der DVD, das Tilo und Anne erwachsener geworden sind in Ihrem Auftreten und Ihrer Musikalischen Umsetzung, Nickelbrille abgesetzt, Ledermantel und Rüschenbluse abgelegt...Puder im schrank stehen lassen und dafür auf Konfrontation mit dem Publikum gesetzt...Vorbei die Zeiten der zurückgezogenen Bühnenpräsenz Lacrimosas...ihrer mystischen Erscheinung...
Wiederum muss gesagt werden, das die DVD belegt, wie Lacrimosa sind...Fannah, offen... das zusammenspiel von Band und Musiker harmoniert, und der Eindruck einer tollen Tour wird untermalt! Glaubwürdig... nicht aufdringlich, ehrlich....
Das kommt der Scheibe mit 4 Sternen zugute...
Lacrimosa haben sich entwickelt...genauso wie ich mich entwickelt habe...und weiterentwickeln werde...und das zeigt die Platte...eine Entwicklung...
Es ist im Gesamtkonzept Lacrimosas nicht die beste Platte...sie hat Qualitäten...( Schakal, Alles Lüge...), die einen guten Querschnitt über die Musikalische Vielfalt Lacrimosas bieten...
Mir persönlich fehlen Meilenstein wie Fassade, die einen Wegpfeiler durch das Album geben, mir fehlen kantige und unverkennbare Lacrimosa Titel wie Diener eines Geistes, die meiner Meinung nach nicht unerwähnt bleiben dürfen, sieht man auf die vergangenen Alben zurück...aber Lichtjahre knüpft eher an "Lichtgestalt" an, als das ein wirklicher Rückblick gewagt wird...Alte Klassiker...neue "Hits"...nichts alternatives...nichts unkonventionelles...schade...
Vielleicht werde ich in 10 Jahren genauso von "Lichtjahre" schwärmen wie ich es heute von "Live" tun würde...aber die "Live" ist und bleibt ein Wegweiser der Liveaufnahmen Lacrimosas. Wenn man dieses zu toppen versucht hätte, wäre man kläglich gescheitert ...aber ich denke nicht das das der Beweggrund von Lacrimosa war, dieses Album zu veröffentlichen.
Alles in allem: gute Atmosphäre,guter Sound, schönes Coverartwork...
Für Lacrimosa - Kenner ein netter Zusatz an weiteren Versionen alter Klassiker und neuer Stücke.
Im Kontex der Veröffentlichungen Lacrimosas eher ein "Ruhepunkt" als ein Fortschritt. Aber wie hieß es noch so schön: Nichts bewegt sich, nichts bleibt stehen...und so erlebt man einen gereiften Tilo Wolff auf Weltreise.
Fazit:
Überzeugt hat mich "Lichtjahre" mit Titeln wie Alles Lüge, Kabinett der Sinne, Schakal und Kelch der Liebe...
Wiederum ist das Referenzwerk "Live" nicht erreicht worden. Dafür fehlt es mir zu sehr an Biss...
Super (31. Juli 2007)
wie auch nicht anders zu erwarten. Lacrimosa ist ja live generell härter als auf den Alben, was bekannt sein dürfte. Tilo Wolff kann seine gefühle in den Liedern gut zum Ausdruck bringen, u. überzeugt damit. Natürlich hätten noch mehr Songs drauf sein können aber das gilt vermutlich für die meisten CDs. Es ist auch schön zu sehen wie unterschidlich die Songs sind die sowohl auf der Lichtjahre als auch auf der Live sind.Ich mag live Alben normal nicht so aber Lacrimosa hat mich überzeugt. Entweder man mag Lacrimosa oder man Haßt sie. Wer gerne anspruchslose Musik u. Texte mag sollte die Finger davon lassen, für alle anderen kann ich nur sagen: KAUFEN!
Großartig! Bombastisch! (22. Juli 2007)
Ich kann dem vorherigen Kritiker nicht zustimmen. Es ist ein großartiges Power-Live-ALbum! Ein bischen Publikum zu hören schadet nicht, sonst sollte man ja bei Studio-Produktionen bleiben.Hier gehts zur Sache, die Scheibe rockt, nie hatte Thilo mehr Power! Empfehlung!




