Aus der Amazon.de-Redaktion
Das hätten sich vier graduierte Musikstudenten der Staffordshire Universität wohl nie träumen lassen, dass sie kurz nach der Gründung im Jahre 2003 so schnell in die Erfolgsspur kommen. Mit ihrem überaus gelungenen zweiten Album An End Has A Start schließt das Quartett aus Birmingham nahtlos an den mit Platin prämierten, 100.000-fach verkauften Vorgänger The Back Room an. Der Aufstieg der Editors begann sofort mit den ersten Singles, und schnell überholte die Band insbesondere in England die immer wieder mit ihnen im Kontext genannten Interpol. Warum die Gruppe um den ausdrucksstarken Sänger Tom Smith in Deutschland bislang nicht den Status von Indie-Stars erreichen konnte, lässt sich nur dadurch erklären, dass Musik auf der Insel natürlich auch über Sprache funktioniert und der Zugang zu den oft morbiden Texten fehlt. Und musikalisch drängen sich die Editors nicht so auf, wie die einen anspringenden Songs von Bloc Party, Artic Monkeys oder Maximo Park. Editors legen ihre melodramatischen Arrangements mit dem prägnanten, flirrenden Gitarrenspiel auch auf An End Has A Start breit an. Sie zitieren 80er-Jahre-Gruppen wie Echo And The Bunnymen und insbesondere Joy Division (wie die Band angibt, völlig unbewusst und unwissentlich). An der Peripherie dringen die frühen R.E.M., The Sound oder Chameleons wie auch die Epik von Sigur Rós oder Mogwai in den aktuell einzigartigen Klangkosmos der Editors ein.--Sven Niechziol
Kundenrezensionen zu 'An End Has a Start'
Packendes Zweitwerk (6. November 2008)
Sie können einem fast leid tun, die Editors. Als sie ihr Debüt "The Back Room" veröffentlichten, wurden ständig Interpol zum Vergleich herangezogen und zogen zumeist den Kürzeren. "An End has a Start" soll sich nun mit Coldplays Diskographie messen - aber hier liegen die Editors meilenweit vorn. Zugegeben, ich mag Coldplay nicht besonders, aber ich käme nie auf die Idee, den Sound der beiden Bands zu vergleichen. Eine Erläuterung spare ich mir jedoch an dieser Stelle, denn Chris Martin und Co. sind nicht Bestandteil dieser Rezension.Also: lasst sie reden, die Experten und Kritiker und die, die glauben, solche zu sein. Am Ende entscheidet der Hörer über Sieg oder Niederlage.
"An End has a Start" ist ohne Zweifel überproduziert. Hier hat Jacknife Lee mit Sicherheit übertrieben, jedoch tut das dem Gesamteindruck keinen Abbruch, denn den Editors gelingen zehn fulminante Songs, die auf einem Niveau stehen - und das ist hoch.
Hymnisch wurde man bereits auf dem Debüt, hier wird das Ganze jedoch perfektioniert. Die Editors erinnern noch immer an ihre musikalischen Vorbilder, jedoch nicht mehr ganz so offensichtlich wie auf "The Back Room". Sie haben ihren Sound modifiziert, klingen eigenständiger, ohne einen zu großen Schritt getan zu haben.
Tom Smiths Stimme ist weiterhin ergreifend, die Titel sind aus einem Guß.
Schon "Smokers outside The Hospital Doors" setzt den ersten Akzent. Ein stimmungsvoller Hit, der den Raum ausfüllt, den er für sich in Anspruch nimmt. Vielleicht die größte Auskopplung bisher. Die übrigen Singles sind ebenfalls überzeugend. Der Titelsong "An End has a Start" beeindruckt durch Intensität. Das Gitarrenriff ging mir Wochen nicht mehr aus dem Kopf. Ähnliches gilt für "The Racing Rats". Die anfänglichen Anschläge des Pianos lassen einen nicht mehr los. "Push Your Head towards the Air" ist eine phantastische Ballade mit einem wahnsinnig schönen Mittelteil. In diesem entlädt sich die Spannung, die zuvor aufgebaut wurde und gegen Ende wieder abklingt. Bei "Bones" werden die Gitarren vielleicht zu stark in Szene gesetzt, aber mir gefällt es, wohl das treibendste Stück des Albums.
Definitiv einer der Höhepunkte ist der Schlußsong "Well worn Hand". Hier stehen Tom Smith und das Piano im Mittelpunkt. Ein ergreifendes Stück Musik, tief traurig und berührend.
Auch die restlichen Songs sind keineswegs Filler. "Weight of the World" z.B. ist ein packendes Stück Stadionrock der gehobenen Qualität. Dasselbe trift auf "When Anger shows" zu. Die Wiederholungen der Zeilen
How can you know what things are worth
If your hands wont move to do a days work?
transportieren den Song auf ein neues Level.
Auf "Escape the Nest" geben die Gitarren deutlich den Ton an. Man mag das als "too much" empfinden, aber wir sprechen hier über eine Rockband. Wenn die's nicht dürfen, wer dann?
Fazit:
"An End has a Start" ist super geworden. Meine hohen Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern noch getoppt.
Smiths Lyrics mit Hang zum Pathos und Morbiden sind bewegend, die Songs noch etwas hymnischer als auf "The Back Room", tangieren jedoch nie die Grenzen zum Kitsch oder Belanglosen.
Großes Kino, liebe Editors. Diesen Film werde ich immer wieder sehen wollen.
Bis jetzt das beste Album (28. September 2008)
Einfach ein klasse Album. Ein Superhit nach dem andern! Man kann die Lieder einfach immer und immer wieder hören. Hoher Abwechslungsreichtum.Besonders An End Has A Start und Bones sind richtige Ohrwürmer.





