Verkaufsrang: 917 (DVD)
Actor: Monica Bleibtreu
Actor: Hannah Herzsprung
Actor: Richy Müller
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Binding: DVD
Director: Chris Kraus
EAN: 4047179035286
Format: Dolby
Format: PAL
Format: Surround Sound
Label: Indigo
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Indigo
Verlag: Indigo
RegionCode: 0
Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2007
Spielzeit: 107
Studio: Indigo
TheatricalReleaseDate: 2006
von: Monica Bleibtreu (Hauptdarsteller), Hannah Herzsprung (Hauptdarsteller), Annette Focks (Komponist), Jan Tilman Schade (Komponist)
Preis: EUR 12,50
Kundenrezensionen zu 'Vier Minuten'
Starker, eindringlicher Film (20. Oktober 2008)
Den schlechten Rezensionen zu diesem herausragenden deutschen Film kann ich mich in keiner Weise anschließen. Das zweite Werk des Regisseurs Christopher Kraus, hat nicht zuletzt aufgrund der schauspielerischen Leistung einer Hannah Herzsprung völlig zu Recht den deutschen Filmpreis (u.v.a) gewonnen! Sie spielt die Rolle der traumatisierten Insassin eines Frauenknastes, einem ehemaligen Klavier-Wunderkind, absolut glaubwürdig, bis zur Extase. Zusammen mit Monica Bleibtreu als lesbische, gealterte Klavierlehrerin, die ihre große Liebe einst während des 2. Weltkriegs verloren hat, wird der Film zu einer erfolgreichen Einheit, die einen auch Tage später noch anrührt. Das Ganze packend ergänzt von Annette Focks' Kompositionen und Mozarts Klaviersonaten. Auch für Nicht-Klassikfans nur zu empfehlen!Beeindruckend (6. Juni 2008)
Es gibt bedauerlicherweise nur sehr wenige deutsche Filme, die einen wirklich beeindrucken. Aber es gibt sie noch. Auch, wenn sie ihren Erfolg erst im Ausland unter Beweis stellen müssen, bevor das deutsche Kinopublikum sie würdigen darf. Warum sollen unsere Filme nicht erst in China prämiert werden, bevor sie bei uns - mit Sicherheit - schwarze Zahlen schreiben? Eben.Dieser Film ist eine einzigartige Tour de Force der beiden Hauptdarstellerinnen. Sie spielen sich - und das nicht nur am Klavier - die Seele aus dem Leib. Sie sind wie zwei Magneten; mal ziehen sie sich an, dann stoßen sie einander wieder ab. Sie trösten hinweg über die kleinen Mankos des Films - die unnötigen Rückblenden auf das Leben der Älteren, die allzu dramatisierte Vergangenheit der Jüngeren und die allesamt klischeehaft dargestellten Nebendarsteller (von der tumb-agressiven Mitgefangenen bis hin zum PR-geilen Gefängnisdirektor). Sobald Hannah Herzsprung und Monica Bleibtreu anfangen zu spielen, verblasst alles andere.
Es geht um die Alte, die seit 60 Jahren im Gefängnis arbeitet, erst als Krankenschwester, dann als Klavierlehrerin. Sie ist streng, eigentbrötlerisch und stur, was stellenweise nicht einer gewissen Komik entbehrt. Und es geht um die Junge, die hasserfüllt, ausrastend und dann wieder unerwartet sensibel in demselben Gefängnis als Mörderin verwahrt wird. Nachdem die Alte auf das außergewöhnliche musikalische Talent der Jüngeren aufmerksam geworden ist, bilden die Beiden eine zögernde, komplizierte und faszinierende Allianz, um einen Wettbewerb zu gewinnen. Die ersten 108 Minuten wird man Zeuge dieser überaus schwierigen, immer wieder von Rückschlägen begleiteten Annäherung dieser beiden so grundverschiedenen Menschen. Man bringt sowohl Verständnis als auch Abneigung für und gegen dieses ungleiche Gespann auf. Aber man möchte mehr sehen, man könnte ihnen noch soviel länger als diese 112 Minuten zusehen, besonders nach den ergreifenden letzten 4 Minuten. Bewegt, erstaunt, beeindruckt, fasziniert und begeistert lässt einen dieser Film zurück, und dies wird mit Sicherheit länger anhalten als 4 Minuten. Bravo!
Genie und Wahnsinn(ige Wut) liegen manchmal nahe beieinander (29. Mai 2008)
Traude Krüger gibt seit 60 Jahren Klavierunterricht im Frauenknast. Aber ein Person wie Jenny ist ihr noch nicht untergekommen. Auf der einen Seite entlädt sich deren Wut ohne Rücksicht auf Verluste an anderen Menschen; auf der anderen Seite schlummert eine musikalische Genialität in ihr. Diese Geschichte einer Annäherung ist verwoben mit der Vergangenheit von Traude, die im 3. Reich eine Frau liebte, als diese hingerichtet wurde sich aber nicht zu ihr bekannt hatte. In Rückblenden werden diese Szenarien aufgegriffen und sollen wohl zur Durchleuchtung von Traudes aktuellen Verhalten dienen (das Frauengefängnis wurde im Krieg wohl als Lazarett genutzt).Zwei Schauspielerinnen mit bekannten Familiennamen treffen hier aufeinander. Monica Bleibtreu, die Mutter von Moritz und Hannah Herzsprung, die Tochter von Bernd. Könnte nicht sagen, wer seine Sache besser macht.
Kleinere Schwächen gibt es im Ablauf der Handlung. Doch blieben diese für mich eher nebensächlich. Hauptaugenmerk des Filmes ist die Charakterstudien von zwei sehr unterschiedlichen Frauen. Traude, die wohl mit ihrer kompromisslosen Strenge ihre eigenen blinden Flecken in ihrer Emotionalität überdeckt und Jenny, auf andere Art ein Ventil suchend, um mit ihrem ungebändigten Hass(wohl begründet durch ihren Vater, bleibt aber letztendlich unklar)umzugehen (besser gesagt: nicht umzugehen.)
Ist Traude verliebt in Jenny? Sieht sie wirklich nur ihre musische Fähigkeit und klammert den Menschen aus? Wie ist ihr Ehrgeiz bezüglich des Wettbewerbs begründet? Kompensation von eigenem Unerreichten? Fragen über Fragen, die nicht alle beantwortet werden.
so gehts nicht (15. März 2008)
ich mochte diesen film nicht. der regisseur versucht viel zu viel in den film zu verpacken, wodurch jegliche intensität und spannung verloren geht. die szenen sind plakativ, die figuren klischiert und die geschichte konstruiert und vorhersehbar. es ist nur ein frage der zeit, bis die hasserfüllte junge frau zum ersten male weint und die verbitterte alte dame zum ersten male lacht. die für ein psycholgisches drama so notwendige nuancierung und subtilität wird völlig ignoriert; die emotionale anteilnahme des zuschauers wird dadurch im keime erstickt. der filmt kommt in keinster weise an die klasse von "sophie scholl" oder "das leben der anderen" heran.Kino zum in die Knie gehen... (10. Februar 2008)
Ich möchte mich hier nur über den Film äußern - nachdem ich die bisherigen Besprechungen gelesen habe: Nun, Kino ist Herzenssache und ob man einen Film mag, das muss aus dem Bauch kommen. Man mag zurecht einwenden, "Vier Minuten" sei wenig realistisch, von den Figuren her konstruiert. Der Autor und Regisseur hätte es nicht lassen können, neben anderen Stereotypen auch traumatisierende Themen von Schuld und Verrat aus dem dritten Reich einzubinden, dennoch: es hat mich seit langem kein Kinofilm mehr so "abgeholt" und in Bann geschlagen. Die Frage nach den Wurzeln dessen, was wir da an seltsamen Verhaltensmustern zu sehen bekommen, ist ja der Einstieg in die Geschichte und wenn Jenny auf viele Zuschauer abstossend wirkt, so ist diese Provokation nicht ungewollt. Ich liebe den Film für die Wucht, mit der er seine Geschichte ausbruchsartig vorantreibt. Die Getriebenheit der beiden Frauen, die nur scheinbar nichts miteinander gemein haben und im Laufe der Zeit diese Distanz zueinander opfern müssen, weil sie begreifen, wie sehr sie sich brauchen und einander Sinn zu stiften imstande sind, ist mir durchgehend plausibel gewesen. Die Vergrößerung und Verdichtung von Realität gehört zum Wesen des Kinos und es ist legitim, wenn "große Bilder" (Frauenknast, Wärterfrust, Mißbrauch, Kriegserinnerungen und Freundesverrat) die Intensität der Darstellung stützen. Ob die Chiffren für jeden so taugen, darf bezweifelt werden, aber das ist glücklichweise Geschmackssache - sage mir "Deine Filme", und ich sage Dir, wer Du bist...Die Bilder des Kinos sind eben ("Motion Picture" nicht nur im Sinne bewegter Bilder, sondern auch bewegter Zuschauer) immer Bilder der Seele, in diesem Falle der leidenden Psyche, die gegen Beschränkungen aufbegehrt und erlittenen Schmerz nicht hinter sich lassen kann und einen endlosen Kampf in alle Richtungen ficht. Oder der anderen Seele, die nach dem Sinn des Daseins fragt - und diese Frage mangels Alternative mit dem Streben nach Vervollkommnung (in der Musik) beantwortet. Ewig gültige Fragen und Themen für jeden (geistig) lebendigen Menschen, wenn auch die Figuren des Filmes wenig alltägliche Umstände zu bearbeiten haben. Ich danke aufrichtig für diesen Film, der Vorläufer "Scherbentanz" trug die gleiche Handschrift, hier wie dort bestechen starke Darsteller in präziser Besetzung in stimmigen Kamerabildern das Geschehen, in "Vier Minuten" spielt die exzellente Filmmusik die (dritte) Hauptrolle. Für mich mit Abstand der beste deutsche Film des Jahres 2007.




