Aus der Amazon.de-Redaktion
„Ich fand die Vorstellung, irgendwo in einer 1-Zimmer-Wohnung zu verhungern, total romantisch“, meinte Sänger und Songschreiber Eddie Argos, nachdem er seinen Job zugunsten einer nicht sicherer Karriere als Pop-Star aufgab. Das Problem dürfte sich für die bürgerlich Kevin Macklin heißenden Rampensau und seine Band Art Brut spätestens mit dem zweiten Album It’s A Bit Complicated für die nächste Zeit erledigt haben. Der Frontmann der parallel existierenden Art Goblins aus Bournemouth / Dorset schafft es schon wie auf dem hoch gelobten Debüt Bang Bang Rock and Roll gradlinige Texte in nicht minder gradlinige Musik zu verpacken. Auffällig ist, dass etliche Songtitel wie „Pump Up The Volume“ (Marrs), „Nag Nag Nag Nag“ (Cabaret Voltaire), „Jealous Guy“ (John Lennon) oder „I Will Survive“ (Gloria Gaynor) schon besetzt sind. Das passt aber zu dem Pop-Fan Argos, dessen Selbstironie und Humor wunderbare Akzente auf It’s A Bit Complicated setzt. Ähnlich wie sein Vorbild Jonathan Richman spricht er die alltäglichen Dinge des Lebens direkt an. Er schreibt Songs über Songs, über eigens zusammen gestellte Mixtapes oder entschuldigt sich wie auf „St. Pauli“ für sein Deutsch (...Punkrock ist nicht tot...), das er von einer Billy-Childish-Single gelernt hat. Wahrscheinlich kann er doch ein paar Brocken mehr, kommen Bassistin Freddy Feedback doch aus dem Sauerland und Trommler Mikey B. aus Bayern. Vielleicht erklärt das auch, warum Art Brut bei uns erfolgreicher als in der englischen Heimat sind, wo sie mit ihrem unkomplizierten Gitarren-Rock nicht in den Trend um Bloc Party, Interpol oder Editors passen. Oder ist der wahre Grund, dass die auf der Insel als humorlosen Schwerenöter verschrienen Teutonen über Argos’ Witze doch köstlicher lachen können als die Briten?--Sven Niechziol
Kundenrezensionen zu 'It'S a Bit Complicated'
maybe it's not so Complicated (30. November 2007)
es ist ja immer so eine sache mit der schwierigen zweiten platte, und erst recht wenn die erste so umwerfend war. art brut haben sich ihre leichtigkeit und ihren humor bewart, auch wenn das zweite album nicht mehr ganz so lustig wie der vorgänger ist, dafür haben sie an ihren medolien gefeilt, und mit "nag nag nag nag" oder auch "direct hit" 2 echte indie hymnen komponiert, die sowohl musikalisch als auch textlich ziehmlich raffiniert sind.vergleichen lassen sich art brut immernoch mit niemanden, einzigartig. es fehlt die schwermütigkeit der editors (die möglischerweise wirklich momentan eine der besten bands der welt sind) textliche feinheiten der Maximo Park jungs sind nur in ansätzen vorhanden. man muss ja aber nicht immer vergleichen. ich würde dem Album 4,5 sterne geben, da man hier aber keine halben vergeben kann gebe ich 5 denn ich hatte eine menge spaß diesen sommer mit diesem tollen nachfolger.






