Ape-Ology

Verkaufsrang: 48043 (Musik)
Artist: Lee Scratch & Upsetters Perry
Audio CD
EAN: 0060768057623
ListPrice:
Anzahl Medien: 2
Verlag: Import (Megaphon Importservice)
UPC: 060768057623
Preis: EUR 13,32

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Kundenrezensionen zu 'Ape-Ology'

Dread Lion (14. April 2008)

Bei Trojan Records muss meistens vorsichtig sein wenn man eine CD kauft. Der Sound ist manchmal mies und die Lieder wiederholen sich zu oft auf unterschiedlichen Samplern. Glücklicherweise hat sich das in den letzten Jahren gebessert und mit "Ape-Ology" haben die Leute von Trojan bewiesen, dass sie es mit Labeln wie Pressure Sounds und Blood & Fire aufnehmen können, wenn sie sich anstrengen. Die zwei Silberscheiben, gelb verpackt und mit einem Cover auf dem sich zwei Monsteraffen gegenüberstehen, beinhalten die von Lee "Scratch" Perry produzierten Alben "Super Ape", "Roast Fish, Collie Weed & Cornbread" und "Return Of The Super Ape". Zusätzlich packt Trojan ganze sieben Bonustracks drauf und das alles, wenn man bedenkt, was für schlechte Re-Releases "Roast Fish" und "Return Of" in den letzen Jahren hatten, in einer super Soundqualität.

Gnadenlos schlängelt sich der Bass durch den Wald aus abgehackten Akkorden und Rhytmen, die zu den langsamen Herzschlägen eines uralten Wesens werden. Die Rede ist von "Super Ape", dem 1976 erschienenen Dub-Meisterwerk von Reggae-Urgestein Lee Perry.
Perry, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, erklomm schnell die Leiter der jamaikanischen Musikindustrie. Nach seiner Zeit als Türsteher und Talentscout für Clement "Sir Coxsone" Dodd im legendären Studio One, gründete er sein eigenes Label und setzte sich hinters Mischpult. Unter anderem dafür verantwortlich Bob Marley einem internationalen Publikum zugänglich zu machen ("Soul Rebels", "Soul Revolution Part 2") und als Miterfinder des Dub ("Cloak & Dagger", "Blackboard Jungle Dub") machte er sich einen Namen im Geschäft und kaufte sich ein eigenes Studio: The Black Ark. Kommerziellen Erfolg versprach das 1976 veröffentlichte Album "War Ina Babylon" von Max Romeo. Im gleichen Jahr folgte "Super Ape" (Original Titel "Scratch The Super Ape").
Unterstützt wurde die Black Ark Band, die Upsetters; von dem Gesangstrio um Leroy Sibbles, den Heptones, der eigens von Perry gecasteten Formation Full Experience und dem DJ Prince Jazzbo.
Es beginnt episch. "Dread Lion" ist wie ein Gewitter, das über den Urwald hinwegfegt. Es donnert, Hörner erschallen, alles ist wie elektrisiert. Danach folgt eines der stärksten Lieder der Platte. In "Zion Blood" singen die Heptones über den Stolz eines jeden Afrikaners. Das Gewitter verfliegt langsam und im extrem gechillten "Patience Dub" kommt dann die Sonne allmählich hinter den Wolkenfetzen hervor. Der Titelsong folgt und rechnet mit den rassistischen Beleidigungen ab mit denen Perry damals konfrontiert wurde (der negative Ausdruck ape man, sprich Affenmensch, wird in seiner Bedeutung umgekehrt und glorifiziert).In "Croaking Lizard" toastet Prince Jazzbo relaxed über den Rhytmustrack, der schon von Max Romeo für sein berühmtes "I Chase The Devil" benutzt wurde. Die letzten beiden Tracks "Underground Root" und "Dub Along" gehören Full Experience. Der Bass wird zum Schluss der Platte immer tiefer und schwerer; vielleicht kündigt sich ein weiteres Gewitter an.
Trojan verspricht in den Sleevenotes, dass es sich hier um den originalen jamaikanischen Mix handelt. Das heißt aber nicht, dass wir hier etwas großartig anderes als in der Island-Version vorfinden. Lediglich die Tracks sind in der von Perry ursprünglich gewollten Reihenfolge und der Bass ist ein klein wenig lauter.

Es folgt das 1977 erschienene Soloalbum von Scratch "Roast Fish, Collie Weed & Cornbread", auf dem man den typischen späten Black Ark Sound hören kann: melodische Saxophoneinlagen, extrem viel Percussion, Gongschläge und freakige Muhgeräusche. Wieder dabei sind die Upsetters und Full Experience, diesmal für die Harmonien zuständig. Anzumerken ist, dass obwohl Perry bei weitem nicht der beste Sänger ist, er es trotzdem schafft, einen einzigartigen Stil zu kreieren, der sich gut in das musikalische Grundgerüst der Upsetters einfügt.
Das alles manifestiert sich gleich im ersten Song "Soul Fire", eine belebende Tanznummer, die sofort im Kontrast zum "Super Ape"-Set steht. Beim leicht paranoiden "Evil Tongues" beschwert sich Scratch über die ganzen zwielichtegen Gestalten die auf dem Black Ark Gelände rumlungern und mit auf den Zug aufspringen wollen. "Curly Locks" ist ebenfalls ein ziemlich großer Kontrast zu dem eher ruhigen Original von Junior Byles. "Big Neck Police" hieß ursprünglich "Dreadlocks In Moonlight" und wurde mit Saxophon und Backgroundgesang erweitert. Hätte Perry es bei der minimalistischen Urversion belassen, wär das besser für das Album ausgefallen. "Big Neck Police" klingt so, als wäre zuviel Butter aufs Brot geschmiert worden. Den Abschluss bildet das spukige "Roast Fish & Cornbrad", bei dem man auch das berühmte Muhgeräusch vernehmen kann.

Das dritte Set ist "Return Of The Super Ape", der 1977 veröffentlichte Nachfolger von "Super Ape". Wieder dabei sind die Upsetters und Full Experience, unterstützt von U Roy und Sam Carty. "Return Of" schafft es nicht die Stimmung vom Vorgänger einzufangen aber das braucht es auch gar nicht, da es einige ziemlich starke Lieder beinhaltet, die für sich alleine stehen.
Da wäre zunächst einmal der Titeltrack. Einen dunkleren Reggae gibt es nicht. Er basiert auf dem U Roy Song "OK Corral" aus den späten 60ern auf den Perry zusätzliche Effekte wie MG-Feuer und zerspringendes Glas einspielte. "Bird In Hand" ist ein von Sam Carty gesungenes Cover eines indischen Liedes aus den 50ern. In "Jah Jah A Natty Dread" rastet Scratch dann total aus während er über Gott und den Teufel singt.

Die Bonustracks haben alle etwas mit den Alben zu tun. Sie beginnen mit der "From Creation"-Dubplate von Clive Hylton, die sage und schreibe drei Dubs beinhaltet und auf "Underground Root" basiert. So hat sich Roots Reggae damals in Clubs angehört. Danach folgt der jamaikanische Singlemix von "Roast Fish & Cornbread" und die dazugehörige B-Seite. Den Abschluss macht das Original "OK Corral" von U Roy.

Zum Abschluss kann man sagen, dass Super Ape zwar am stärksten ist, aber die anderen Sets klassische, wenn auch ein wenig experimentelle Musikstücke aus der goldenen Zeit des Reggaes sind.

"This is the ape-man - are you ready to step with I man?" (30. Juli 2007)

Diesen Compilation ist ein absolutes MUSS für jeden Dub und v.a Lee Perry Fan. Hier sind 3 der besten Alben aus der Black-Ark Ära auf 2 CDs vereint. Auf der ersten Scheibe befinden sich die beiden mit Abstand besten Werke vom Ape-Man:
"Super Ape" ist für mich DAS Dub Meisterwerk überhaupt - hypnotisch, wunderschöne Melodien und sehr naturverbunden. 6 von 10 Songs sind der reinste Wahnsinn (Dread Lion, Three In One, Curly Dub, Patience Dub, Super Ape und Black Vest). Die restlichen 4 sind natürlich auch absolut erste Klasse... Ich habe diese CD seit ca. 6 Jahren und kann mich daran einfach nicht tot hören. Ich liebe Sie :)
Das zweite Album auf der ersten CD ist "Roast Fish, Collie Weed & Corn Bread". Es ist anders als "Super Ape", aber ebenfalls der Wahnsinn - im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist eher in die Richtung Roots-Reggae, aber sehr experimentell und erstmals mit ausschließlich Perry Vocals. Wenn man sich erst mal an die verrückten, vielfältigen Lieder gewöhnt hat, kann man danach Süchtig werden... Ich bin tatsächlich Süchtig geworden nach "Evil Tongues" und "Yu Squeeze My Panhandle": zwei wirklich astreine, Perry-typische Dub Produktionen mit wahnsinns entspannter Stimme darüber.
Auf der zweiten Scheibe befindet sich das Album "Return Of The Super Ape" und 8 Bonus Tracks. "Return..." ist auch ein sehr, sehr gelungenes Werk, die besten Tracks sind das fantastische "Bird In Hand", "Psyche and Trim" und der Titelsong. Die Bonus Tracks sind auch sehr gut ausgewählt und passen zu den restlichen Alben.
Fazit: Wenn man EINE Dub oder Roots-Reggae oder Lee Perry CD besitzen will, dann sollte man sich diese hier zulegen. Herausfordernd, abgedreht, schaurig, wunderschön, vielfältig, verrückt, hypnotisch, unvergesslich - wie von einem anderem Planeten ;)

dkb.de

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