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Mit Roots & Echoes erkunden The Coral unbekannte Gewässer. Drehte sich vor nicht allzu langer Zeit noch alles um Aussätzige, Seemannslieder und Selbstmord in Einsamkeit, so erzählt der Nachfolger des 2005 erschienenen Albums The Invisible Invasion eine andere Geschichte. Das neue Werk wurde auf persönlichen Wunsch der Gebrüder Gallagher im Heimstudio von Oasis in Buckinghamshire aufgenommen und präsentiert eine Band, die sich von ihren finsteren Stimmungen so gut wie befreit hat. Stattdessen hat man sich darauf konzentriert, eine Platte mit ansprechend warmem, klassischem Sound zu machen. Natürlich kommt die Band nicht umhin, ab und zu beklommen von erlebten Tragödien zu berichten: Am Schluss von "Remember Me", einem schwermütigen Lied über eine einseitige Liebesbeziehung, stellt der Sänger James Skelly zu Gitarrenjaulen und letzten Schlagzeugattacken fest, dass seine Angebetete einen Ring trägt. Schön aufgenommene Stücke, die mit Soul der alten Schule ("Put the Sun Back") ebenso aufwarten wie mit teilakustischem Bossa nova ("Not So Lonely") und Doors-artigen Orgeleinlagen ("She’s Got a Reason"), beweisen jedenfalls (auch wenn daran ohnehin keine Zweifel mehr bestanden), dass die Band mehr Potenzial hat, als zur gelegentlichen Produktion von kernigen Shantys nötig ist. Kurz gesagt: The Coral klingen reifer. Wahrscheinlich werden manche Fans, die die alten Piratenabenteuer vermissen, nun enttäuscht von Bord gehen. Sie werden einiges Gute verpassen. --Louis PattisonKundenrezensionen zu 'Roots and Echoes'
Hält, was man verspricht (23. Februar 2008)
Hurra: eine britische Band, die nicht langweilt! Ich muss gestehen, ich kannte The Corals leider noch gar nicht. Ein Versäumnis.Bandname und Albumtitel halten, was sie versprechen. Roots&Echoes ist vielseitig bunt wie ein Korallenriff und ja, es klingt wie dieses und jenes Vorbild bzw. wie andere Bands ( "Fireflies" z. B. klangen wie die Editors, an anderer Stelle könnte man, so man will, The Doors oder The Verve heraushören), doch hören wir eben auch das Echo all dieser Einflüsse, und ein Echo verändert ja bekanntlich die Stimmen, die es spiegelt. Die verschiedenen Einflüsse sorgen für Abwechslung, und Abwechslungsreichtum darf man auch dem Sänger James Skelly bescheinigen. Zudem hat die Band ein gutes Gespür für stimmige Arrangements, ob nun bei den sehr direkten straighten Titeln wie "In The Rain" oder den verspielten, fast schon folkigen Titeln wie (Achtung: Highlights!) "Cobwebs" (schöne Gitarrenlinien) und "Music At Night" (ein flotter Rausschmeißer und würdiger Abschluss mit orchestraler Verstärkung). Schön, schön.
Mit dieser Musik ist man auf der sicheren Seite. (25. Oktober 2007)
Ich habe mir diese CD, nachdem ich wiederholt gute Kritiken gelesen hatte, zugelegt. Jetzt, nach mehrmaligem Durchhören, muß ich sagen, mit diesem Album ist man auf der sicheren Seite. Die Musik auf dieser CD ist sehr berechenbar, man läuft nicht Gefahr durch irgendwelche Ausreißer gestört zu werden, alles klingt leider sehr gleichförmig. Die Instrumentierung und die Produktion der Titel ist über die ganze CD hinweg sehr ähnlich.Beim ersten Durchhören diese Albums kam mir der Gedanke das dies ein melodiöses Album sei. Je öfter ich allerdings der Musik lauschte, desto schneller Verschwand dieser Gedanke wieder im Nirvana.
Mir sind die musikalischen Referenzen, die The Coral hier verwenden, leider doch nicht so nah wie ich dachte, oder wie mich die guten Kritiken glauben ließen. Das ganze Album errinnert mich an Neil Young, Crosby,Stills, Nash & Young, ja manchmal sogar an Bob Dylan. Leider sind dies nicht mehr meine persönlichen musikalischen Referenzpunkte. Dies ist für mich auch nur wieder eine Retroscheibe so wie viele anderen Alben im Moment auch. Produktionstechnisch ist natürlich nichts einzuwenden. Der Klang dieser CD ist vom Feinsten.
Da man allerdings merkt das die Band hinter dem steht was sie da tut, bekommt sie allein dadurch 3 Sterne von mir.
The Coral (wie immer) in Bestform (20. September 2007)
The Coral gehören seit ihrem gleichbetitelten Debütalbum zu den ganz ganz wenigen Bands, bei denen ich mir die Nachfolgealben ohne Hörtest kaufe. Und sie haben mich noch nie entäuscht, auch wenn sie nie mehr ganz so großartig wie auf das Debütalbum waren bzw. sind.Doch nun zu Roots & Echoes. Nachfolgend eine Kurzbeschreibung der einzelnen Songs mit persönlicher, subjektiver Wertung im Stil des Musikexpress (1=mies; 6=genial):
1) Who`s gonna find me (4 1/2): Der etwas unentschlossene, aber mindestens gute Anfang, im Northern-Soul-Stil
2) Remember Me (5 1/2): Dieser etwas schnelere Song würde "wie gemalt" auf das geniale Debütalbum hineinpassen
3) Put The Sun Back (4 1/2) und 4) Jaqueline (4): In ihrer unwiderstehlichen Naivität reihen sich diese zwei Songs in der Reihe der großartigen "Kinderpoplieder" von The Coral vor allem im Stil des letzten Albums "The Invisible Invasion" ein
5) Fireflies (5): Erinnert sehr angenehm an die "sehr guten" Doors
6) In The Rain (5 1/2): Im Stil des Debütalbums, also großartig
7) Not So Lenely (4 1/2): eine (nur) auf den ersten Blick als kitschig erscheinende Ballade; würde gut auf das zweite Album "Magic and Medicine" reinpassen
8) Cobwebs (4 1/2) und 9) Rebecca (4 1/2): angenehme, typische The Coral Songs der 2ten und 3ten Albumgeneration
10) She`s got a reason (6): Ja, ja, ja und nochmal ja! Der bisherige Song des Jahres für mich. Das rhythmische Schlagzeug (was mir als absoluten New-Wave Liebhaber besonders zusagt) gibt die Richtung vor; vor allem der Moment, bei ca. 2.20 Min., wo sich der Song bis zum Schluß zu einem (für The Coral Verhältnisse) wahren Klanginferno steigert ist der Wahnsinn
11)Music At Night (6): Der nächste Kracher! Der Song hat zwei magische Momente, von denen man als Musikhörer nur träumen kann:
- der Moment mitten im Song, als er fast unmerklich langsamer wird; da scheint auf einmal die (reele) Zeit fast stillzustehen,bis dann, bei Wiederaufnahme des Ausgangstempos, sich das Zeitgefühl wieder normalisiert ; herrlich dieses Gefühl
- der Moment im letzten Drittel des Songs, als sich die Streicher im treibenden Schlagzeugrhythmus langsam "an die Oberfläche" schwimmen, ist schlicht ein Genuß
Fazit: The Coral machen weiterhin herrlich psychedelische spät-sechziger-Musik, vor allem an die Doors erinnernd.
Aufgerundete ***** !!!
Ganz groß (20. September 2007)
"Put the sun back" höre ich ständig. Was ich nicht kapiere, ist, wie ein so simples Stück voller Textphrasen mich so anrührt. Und ich verstehe nicht, wie es der gute James Skelly schafft, die schmalzige Melancholie des Inhalts sowohl offen und ehrlich als auch ironisch und distanziert wiederzugeben. Ich kriege das noch raus! Bis dahin darf ich das Stück hoffentlich noch endlos oft hören. Die restlichen Lieder sind auch so, aber denen widme ich mich später.Also auf ein neues: "I caught you crying ..."





