Verkaufsrang: 37652 (DVD)
Actor: Norbert Christian
Actor: Manfred Krug
Actor: Werner Lierck
AspectRatio: 4:3
AudienceRating: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Binding: DVD
Director: Richard Groschopp
EAN: 4028951191864
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Label: Icestorm Entertainment GmbH
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Icestorm Entertainment GmbH
Verlag: Icestorm Entertainment GmbH
RegionCode: 0
Erscheinungsdatum: 14. August 2007
Spielzeit: 95
Studio: Icestorm Entertainment GmbH
TheatricalReleaseDate: 1959
von: Norbert Christian (Hauptdarsteller), Manfred Krug (Hauptdarsteller), Hans Hendrik Wehding (Komponist)
Preis: EUR 12,37
Kundenrezensionen zu 'Ware für Katalonien'
Guter Schmuggler-böser Schmuggler ? (10. Januar 2008)
Wer sich über bestimmte historische Begebenheiten Ende der 1950er Jahre in den deutsch-deutschen Beziehungen unterhaltsam informieren möchte, sollte sich diesen guten DEFA-Krimi nicht entgehen lassen. Wird Vergangenheitsbewältigung a la Guido Knopp erwartet, so verzichte man lieber darauf. Bitte nehmen Sie vor Betrachtung dieses Films, wenn vorhanden, ihre "bundesdeutsche Zeitgeistbrille" ab und versuchen sie sich in die damalige Zeit zu versetzen. Tun Sie dies nicht oder besitzen Sie über die damalige Situation keine Informationen, werden sie wahrscheinlich einen "putzigen Ostzonen-Schinken" sehen und das wars. Vergleichen Sie diesen Film bitte mit West-Produktionen aus der gleichen Zeit und Sie werden feststellen, daß diese sich sehr ähneln. Einige Folgen der Krimireihe "Stahlnetz" sind dabei sehr nützliche Vergleichsobjekte. Hier genügte bei einigen Verhören übrigens auch der "strenge und unerbittliche Blick" des Kriminalisten um den brutalen Gangster zum Reden zu bringen. Lustig, nicht war?Dem Film liegen wahre Begebenheiten zugrunde und die möchte ich hier noch kurz erwähnen. Genauso wie sich heute deutsche Unternehmen die Absatzmärkte für ihre Produkte schützen lassen, so versuchte das auch die DDR mit ihren damaligen Spitzenprodukten aus der Foto- und Optikindustrie. In Spanien herrschte damals übrigens ein gewisser Franco und diesem Herrn wollte die DDR keine Spitzentechnik liefern. Das besorgten schon diverse Unternehmen aus dem freien Westen. Für diese "Marktlücke" fand sich nun ein Herr Schützendorf (im Film:"Teschendorf"). Der liess im großen Stil für billiges Ostgeld in der gesamten DDR diese hochwertige Optik aufkaufen und in den Westen schmuggeln. Danach wurde sie für harte Devisen in Spanien und auf dem südamerikanischem Markt verkauft. Herr Schützendorf machte das so gut und so lange, daß er sich später im schönen Franco-Spanien eine seriöse Existenz als Autoverleiher aufbauen konnte. Die angeworbenen Leute, die für ihn die Drecksarbeit machen mussten und nicht erwischt wurden, sind zumindest nicht reich geworden. Aber das hat diesen "Helden des kalten Krieges" vorher und nachher nicht sonderlich interessiert. Wie würde man einen Menschen wie den Herrn Schützendorf wohl heute behandeln und bezeichnen wenn er sich in unserer Zeit auf diese Art und Weise seinen Lebensunterhalt verdienen würde? Ist es da zu verdenken wenn Richard Groschopp die süffisanten "Annäherungsversuche" eines solchen Menschen nach der Wende unbeantwortet ließ?
Bilden Sie sich bitte ihr eigenes Urteil.
Da ich den Interessierten die Spannung erhalten möchte, erspare ich mir eine detailierte Schilderung des Inhalts.
Alles eine Frage der Optik (15. November 2007)
Die Firma ICESTORM hat sich u.a. auf die Veröffentlichung von Filmproduktionen aus der ehemaligen DDR spezialisiert und präsentiert dem erstaunten Betrachter somit manches sehenswerte Kombinats-Schmankerl aus der Propagandaküche.Zu diesen durchaus unterhaltsamen 'Lehrstücken' gehört auch der Streifen WARE FÜR KATALONIEN aus dem Jahre 1959, in dem es um den Schmuggel von damals sehr begehrten DDR-Optikwaren in das 'feindliche' Ausland geht. In den 60er Jahren zog dann die sogenannte BRD (und wenig später auch die Japaner) mit seiner Produktion nach und vorbei, so dass sich dieses Thema dann auch schnell wieder erledigt hatte.
Aus der zeitlichen Distanz betrachtet, amüsiert mich der Film gleich in mehrfacher Hinsicht :
1. Man stelle sich den grotesken Hintergrund der Geschichte vor : Da werden von zumeist einheimischen Bürgern der DDR die Regale der damaligen HO-Optik-Läden mit ihren auch nicht gerade billigen Produkten quasi leergekauft. Im Westen hätten sich die Kaufleute (ungeachtet der weiteren Verwendung dieser Produkte) vor lauter Freude auf die Schenkel geklopft. So etwas nennt man auch heute noch Handel. In der ehemaligen DDR jedoch wurde bei den Käufern, die den gestrengen Blicken des einseitig geschulten Verkaufspersonals nicht standhielt, die Volkspolizei gerufen und das ganze
unter dem Strafbestand des Schmuggels kriminalisiert. Beim Betrachten zeitgenössicher Fotografien von DDR-Geschäften ist mir schon damals die Vermutung gekommen, dass höherwertige Waren dort nur Auslage-Charakter hatten.
2. Der später durch seinen Autoverleih auf Mallorca in den Medien bekannt gewordene Hasso Schützendorf (der im Film Teschendorf heisst) und der - wie wir aus einem Kommentar des Publizisten Rolf Schenk erfahren - nach Aufführung des Films eine rege, aber leider einseitige Briefkorrespondenz mit dem Regisseur des Films, Richard Groschopp, über die Darstellung seiner Person geführt hat. Aus dem abenteuerlichen Lebenslauf des tatsächlichen Herrn Schützendorfs (nachzulesen z.B. unter WIKIPEDIA) hätte man übrigens mindestens 3 Filme gestalten können.
3. Die geradezu harmlos anmutenden Polizei-Verhöre nach dem Motto : Gestehen Sie jetzt - oder lassen Sie es bleiben ! Köstlich hier auch die sprachliche Abgrenzung : die guten Ostler sind Berliner, die bösen Ostler kommen aus Sachsen !
4. Die beiden Kurzauftritte meines duisburger Landsmannes Manfred Krug. In seiner ersten Szene lehnt der noch junge Krug mit vollem Haar, lässig mit Jeans und Lederjacke bekleidet an einem Gartenzaun und beobachtet die Mordkommission bei ihrer Arbeit. In seiner zweiten Szene beteuert er erfolgreich seine Unschuld beim Polizei-Verhör. Wer hat damals schon geahnt welche Schauspieler-Karriere dieser Mann noch nehmen sollte ?
5. Immerhin bleibt der ansonsten einseitig gefärbte Film realistisch genug, den Hauptdrahtzieher Schützendorf (seinerzeit schon 'der Spanier' genannt) vor dem Zugriff der Polizei entkommen zu lassen. Der gute Hasso dürfte später sowie auf unserer geliebten Ferieninsel mit seinem Autoverleih ungleich glücklicher geworden sein.
Fazit : Auch wenn der Streifen insgesamt aus heutiger Sicht recht betulich herüberkommt, hat er durchaus seinen Unterhaltungswert. Zudem ist der Film aufgrund seiner realen Thematik auch aus historischer Sicht interessant. Lediglich die Nebenhandlung der Liebesbeziehung eines Unterleutnants zu einer Optik-Verkäuferin drosselt das nicht gerade rasante Tempo des Filmes zusätzlich. 90 Minuten Filmlänge (statt derer 96 Min.) hätten es hier auch getan.
Punktabzug gibt es für die schlechte Optik :
das Schwarzweiss-Bild ist zum Teil zu dunkel und zu kontrastarm, zudem ruckelt es deutlich in den bewegten Szenen.
Gut finde ich das Bonusprogramm :
a) der kurze, aber präzise Hintergrund-Kommentar des Filmpublizisten Rolf Schenk und
b) der farbige DDR-Informationsfilm 'Zoll - in deinem Interesse', der in seiner belehrenden und propagandistischen Art für viel (unfreiwillige) Komik sorgt.





