Verkaufsrang: 27032 (DVD)
Actor: Gene Hackman
Actor: Jennifer Warren
Actor: Edward Binns
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 16 Jahren
Binding: DVD
Brand: Warner Home
Director: Arthur Penn
EAN: 7321921688720
Technische Details: FSK 16
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Label: Warner Home Video - DVD
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Warner Home Video - DVD
Verlag: Warner Home Video - DVD
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 21. September 2007
Spielzeit: 96
Studio: Warner Home Video - DVD
TheatricalReleaseDate: 1975
von: Gene Hackman (Hauptdarsteller), Jennifer Warren (Hauptdarsteller), Michael Small (Komponist)
Preis: EUR 8,41
Kundenrezensionen zu 'Die heiße Spur'
Night Moves - ein private eye-Film der siebziger Jahre (6. Januar 2008)
Privatdetektiv und Ex- Footballstar Harry Moseby (Gene Hackman) wird von der alternden Leinwandgröße Arlene Iverson engagiert, ihre verschwundene Tochter Delly (Melanie Griffith) zurückzubringen. Belastet von eigenen Eheproblemen, begibt sich Harry auf Spurensuche. Seine Ermittlungen führen ihn über die Filmbranche in New Mexico, hin zu Dellys Stiefvater Tom Iverson nach Florida. Vor Ort macht Moseby die 16-jährige Teenagerin bei Tom, einem ehemaligem Stuntman, der als Pilot seinen Unterhalt mit Schmuggeln verdient, und seiner Freundin Paula(Jennifer Warren)ausfindig. Harry nimmt sich ein paar Tage Zeit die widerspenstige Teenagerin zur Rückfahrt zu bewegen. Bei einem gemeinsamen Tauchausflug entdecken Delly, Paula und Harry ein Flugzeugwrack, in dem sich eine Leiche befindet. Völlig aufgelöst entschließt sich Delly kurzfristig mit dem Privatdetektiv nach L.A zurück zufahren. Nachdem Moseby das Mädchen bei ihrer Mutter Arlene abgeliefert hat, scheint für ihn der Fall geklärt. Nur wenige Tage später erfährt Harry von dem Tod des Mädchens. Moseby, der von Dellys Unfall nicht überzeugt ist, ist menschlich und emotional schon soweit in den Fall verstrickt, dass er bei der Aufklärung der näheren Umstände sein eigenes Leben gefährdet. Der anfangs so einfache Fall gestaltet sich für Harry immer komplizierter und undurchsichtiger...Es ist Regisseuren wie Arthur Penn ("Night Moves"), Robert Altmann ("The Long Goodbye"), Roman Polanski ("Chinatown"), Dick Richards ("Farewell, My Lovely"), David Giler ("The Black Bird"), Buzz Kulik ("Shamus") oder Alan J. Pakula ("Klute") zu verdanken, dass sie mit ihren Werken einem schon fast in Vergessenheit geratenen Genre, dem Detektivfilm, zu einem Comeback verhalfen. Inspiriert von den Detektivfilmen der Schwarzen Serie aus den 40-er Jahren("The Maltese Falcon", "The Big Sleep"), in der Tradition der hard boiled school alter Kriminalromane stehend, vermengten sie vergangene Erzählmuster mit ihren eigenen Motiven, Konzepten und visuellen Vorstellungen. Damit schufen sie neu interpretiert den private eye im modernen Stil der Siebziger. Der wahrscheinlich größte Einfluss auf dieses Neo-Noir macht sich in der Figur des Privatdetektivs bemerkbar. Er ist weder Retter noch der Erlöser seines Falles. Als Antiheld agiert er selber unwissend in einer Welt voller Korruption, vorgetäuschter Interessen und offengelegter Gewalt. In seinen Nachforschungen verliert sich sein Charakter oftmals im Geflecht von Macht, Lügen, Intrigen, Familienbanden und Verbrechen. Penns Symbolfigur Harry wird vor ähnliche geheimnisvolle Tatsachen und komplizierte Probleme gestellt. Betrogen von seiner Frau (Susan Clark), zerfressen von Misstrauen, Skepsis und Selbstzweifel sucht er verbissen Zuflucht in seinem neuen Fall. Arthur Penn wirft mit pessimistischer Grundhaltung einen psychologischen Blick auf die Innenwelt seiner Figuren, um somit die damalige Stimmung der amerikanischen Gesellschaft und das politische Klima im Lande einzufangen. Dramaturgisch werden dabei zwei Handlungsstränge eröffnet. Neben der Detektivgeschichte fokussiert Penn die Identitätssuche und den inneren Konflikt seines Helden. Regisseur Arthur Penn brachte in seinen Werken der Siebziger ("Little Big Man", Duell am Missouri", "Die Heiße Spur")ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit und politischen Unsicherheit zum Ausdruck, hier manifestiert in Hackmans Figur. Dabei fungiert die Detektivgeschichte und damit auch der gesamte Krimiplot nur als äußere Form. Im Kern versucht Penn, ein Bild einer sich im Begriff auflösenden, amerikanischen Gesellschaft zu zeichnen, um ihr damit ihre eigenen Unzulänglichkeiten, Missstände und Ohnmacht vor Augen zu führen. Eine durchaus zutreffende Momentaufnahme jener Zeit in Form eines kollektiven Psychogramms, bedenkt man, dass sich mit Anhalten des Vietnamkrieges, nach der Watergate-Affäre und der Ermordung Martin Luther Kings bzw. Robert Kennedys, die amerikanische Gesellschaft in einer tiefen Vertrauens- und Identitätskrise befand. Dementsprechend ist auch das Ende in seiner Auflösung, die Demontage der Individuen, zu verstehen. Der Film stellt zwar viele Fragen, jedoch werden in der Aufklärung kaum vollständige Lösungen, geschweige denn Alternativen offeriert. "Die Heiße Spur"(1975, OT:"Night moves") bedeutete für Gene Hackman ("French Connection", "die Höllenfahrt der Poseidon") nach "Bonny & Clyde" (1967) die zweite Zusammenarbeit mit dem Regisseur Arthur Penn, auf die zehn Jahre später mit dem Spionagethriller "Target" eine Dritte folgen sollte. Gene Hackman schließt mit seiner Darstellung des Privatdetektivs Harry Moseby, einem unerschrockenen, kantigen Typus, an seine Leistungen aus "French Connection" oder "Asphaltblüten" an. Darüber hinaus gab Jungschauspielerin Melanie Griffith mit ihrem Auftritt als Tochter Iverson ihr Filmdebüt. Ebenfalls kann ein junger James Woods in seiner zweiten Filmrolle als Mechaniker begutachtet werden.
Fazit:
"Die Heisse Spur" ist ein private eye-Film der Siebziger und überträgt die düstere Stimmung des Film Noir in seiner Farbregie. Penns Kriminaldrama versteht sich weniger als Hommage, sondern vielmehr als nostalgischer Versuch, einen zum Film Noir remineszenten Gegenpol zu setzen, der im Ambiente der Siebziger (Kleidung, Musik, Frisur, Automobile) seine eigene Handschrift trägt. Zwar gelingt Regisseur Penn beachtlich der komplizierte Drahtseilakt, eine Mischung aus Detektivfilm, Mystery-Film und psychologischen Thriller zu entwerfen, doch kann dieser Film qualitativ nicht an das Niveau der Meisterwerke "Chinatown" (1974) oder "Klute" (1971) anknüpfen. Dennoch bietet "Die Heiße Spur" seinem Zuschauer klassische, spannende und (in seinem Verständnis) teilweise anspruchsvolle Krimikost.
Ein wenig Anlaß zur Kritik bietet die technische Ausführung der DVD. Die beiden Tonspuren (deutsch/englisch) liegen nur Standard Mono vor. Die Bildspur ist im anamorphen Format mit dem Seitenverhältnis von 1.78:1 abgetastet. Leider kann die deutsche DVD - Ausstattung im Gegensatz zur US-Version keine Extras vorweisen. Dem interessierten Filmfreund bleibt damit der Originalkinotrailer und das Special über Regisseur Arthur Penn "The Day of the director", das Penns Methoden und Vorgehensweisen in seinen Filmwerken beleuchtet, vorenthalten.




