Verkaufsrang: 8670 (DVD)
Actor: Jim Jarmusch
Actor: Joe Strummer
Actor: John Cusack
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Binding: DVD
Director: Julien Temple
EAN: 4047179052689
Format: Dolby
Format: PAL
Format: Surround Sound
Label: Indigo
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Indigo
Verlag: Indigo
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 12. Oktober 2007
Spielzeit: 120
Studio: Indigo
TheatricalReleaseDate: 2007
von: Jim Jarmusch (Hauptdarsteller), Joe Strummer (Hauptdarsteller)
Preis: EUR 15,71
Kurzbeschreibung
Vier Jahre nach Strummers Tod hat Temple, der die Punkbewegung schon 1976 gefilmt hat, seine eigenen Aufnahmen aus dieser Zeit mit Archivmaterial von Strummers Kindheit bis hin zu seiner Zeit mit den Mescaleros kombiniert. Schulfreunde erzählen von der Verwandlung des kleinen charismatischen John Mellor in den Punkleader Joe Strummer. Die Clash-Mitglieder Nicky "Topper" Headon, Mick Jones und Terry Chimes, der Manager Bernie Rhodes und der Sex Pistol Steve Jones treten als Zeugen der ersten Stunde auf, während Bono von U2, Anthony Kiedis von den Red Hot Chilli Peppers, John Cusack und Jim Jarmusch über Strummers Einfluss auf ihr musikalisches Schaffen sprechen. Der politisch engagierte Leader ist immer noch ein Idol für viele Bands unterschiedlichster Musikstile, die sich noch heute von seiner Persönlichkeit und seinem Engagement beeinflussen lassen. Diese Beziehungen werden mit bislang teilweise unveröffentlichtem Archivmaterial der Hippie- und Punkbewegung gemischt, deren Musik, Kultur und Kämpfe Strummers Persönlichkeit gebildet haben.Kundenrezensionen zu 'Joe Strummer: The Future Is Unwritten'
London Calling! (5. Juni 2008)
Ein Dokumentarfilm über den Frontmann der Punk-Rock-Gruppe The Clash… warum sollte man sich das angucken? Ist Joe Strummer einer breiten Masse ein Begriff? Wohl kaum. Den Bandnamen hat man vielleicht schon einmal gehört, bei den Songs "Should I stay or should I go?" und "London calling" klingelt es vielleicht bei dem ein oder anderen, aber im Großen und Ganzen ist dies wohl eher ein Nischenfilm für Musikbegeisterte. Völlig zu unrecht! Denn so werden Viele eine der besten Musik-Dokumentationen verpassen, die je gemacht wurden.Was Regisseur Julian Temple hier in 123 Minuten zusammengetragen hat, ist ein wahres Feuerwerk an Informationen, toller Musik, rasanten Schnitten, verschiedenen Erzähltechniken (animierte Cartoons, Live-Aufnahmen, Joe Strummers Stimme aus dem Off, Interviews mit Freunden, Dokumentaraufnahmen vom London der 70er Jahre usw. usf.) und ergreifenden Statements. Die erste halbe Stunde grenzt manchmal hart an Reizüberflutung, so schnell prasseln wechselnde Bilder und eine ungeahnte Fülle an Informationen auf einen ein. Aber genau das gibt dem Film einen unheimlichen Drive, man ist von Beginn an fasziniert und mitgerissen vom Geschehen und mittendrin.
Joe Strummer (eigentlich John Mellor) wurde 1952 als Sohn eines englischen Diplomaten in der Türkei geboren. Durch den Beruf seines Vaters kam er viel rum, selbst in Deutschland (Bonn) hat er zwei Jahre gelebt. Im Jugendalter wurde er allerdings von seinen Eltern ins Internat gesteckt, was ihm schwer zu schaffen gemacht hat. Bereits dort fiel die Entscheidung, Musiker zu werden. Im London der 70er Jahre schloss er sich der Hausbesetzer-Szene in West-London an und lernte so seine ersten Bandkollegen kennen. Die Gruppe nannte sich "101ers", nach der Hausnummer des besetzten Hauses, in dem sie wohnten. Nach einem Auftritt mit den Sex Pistols entschied sich Joe Strummer jedoch, die 101ers zu verlassen und eine neue Band zu gründen, "The Clash". Mit ihr erschuf er einen völlig neuen Musikstil, der, gepaart mit den sozialkritischen Texten der Band, weit über das hinausging, was in der damaligen Punk-Szene propagiert wurde. The Clash mixten Reggae- und Jazzelemente in ihre Punkrock-Songs und fühlten sich stets berufen, politische und soziale Missstände in ihren Songs anzuprangern. Im Gegensatz zu anderen Punkrock-Bands "beschwerten" sie sich nicht nur über die momentanen Zustände, sie riefen auch zum Kampf gegen soziale Ungerechtigkeiten auf und regten ihre Fans stets zum Nachdenken an. Joe Strummer hat sogar einmal ein kostenloses Konzert für die Feuerwehrmänner seines Stadtteils gegeben, als sich diese im Tarifstreik befanden, um seine Solidarität zu bekunden.
Nach ihrer Gründung 1976 spielte The Clash fast 10 Jahre lang vor ausverkauften Häusern, auch in den USA waren sie extrem erfolgreich. Diverse Mitgliederwechsel innerhalb der Band, Streitereien und Drogen führten schließlich 1985 zur Auflösung. In den darauf folgenden Jahren war Joe Strummer als Filmmusik-Komponist, Schauspieler und Sänger in verschiedenen Bands (meist als "Aushilfe" am Klavier oder, wie bei den Pogues, als Leadsänger) tätig, bevor er 1999 noch einmal eine eigene Band gründete, "The Mescaleros". Mit ihnen brachte er noch drei erfolgreiche Alben heraus, bevor er am 22. Dezember 2002 völlig unerwartet an einem Herzinfarkt starb. Er wurde nur 50 Jahre alt, hat aber der Musikszene seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Stempel aufgedrückt, der viele Bands der nachfolgenden Jahrzehnte massiv beeinflusst hat.
Ganz zum Ende des Films wird dieser ein ganz klein wenig zu lang, Aussagen fangen an, sich zu wiederholen und es scheint , als wollten die am Lagerfeuer (Joe Strummer liebte Lagerfeuer) sitzenden Freunde einfach nicht nach Hause gehen. Dennoch versteht es Julian Temple meisterhaft, Joe Strummers Wirken und Schaffen in Szene zu setzen. Die Musik ist mitreißend, die Statements seiner Freunde und Familie ergreifend, die Interviews mit Johnny Depp, Matt Dillon, Steve Buscemi, Damien Hirst und Bono von U2 geben interessante Einblicke in das, was Joe Strummer bei jedem einzelnen von ihnen bewirkt hat. Joe Strummer war eine faszinierende und tiefgründige Persönlichkeit, die stets zu ihren Aussagen stand und ihre Ideale nie verkauft hat. Sowohl Film und Soundtrack als auch die Alben von The Clash und The Mescaleros sind wärmstens zu empfehlen. Ein rundum gelungenes Stück Musik-Filmgeschichte inkl. einem der vielschichtigsten Leadsänger, den die Musikszene je hervorgebracht hat. Und die Musik ist wirklich richtig, richtig gut!
He's in love with Rock'n'Roll woaahh (2. Juni 2008)
In diesem Jahr jährt sich der Tod John Graham Mellors zum fünften Mal.In diesem Jahr war auch die Dokumentation des "The great Rock'n'Roll swindle"-Filmers Julien Temple über das Leben dieses Mannes, der es unter dem Künstlernamen JOE STRUMMER und mit seiner Band THE CLASH zu Weltruhm brachte, endlich reif für die Veröfffentlichung. Der Film "The future is unwritten" schaffte es natürgemäß jedoch nur in kleine Programmkinos in großen Städten, sodass eben viele Fans noch weiter auf die nun vorliegende DVD-Veröffentlichung dieses Machwerks warten mussten.
Der Film beginnt recht hektisch mit einem Mix aus Aufnahmen aus den Privatarchiven seiner Familie, Szenen aus einer alten BBC-Verfilmung von George Orwells Dystopie „1984“ und Ausschnitten aus der Zeichentrick-Fassung der Parabel „Animal Farm“ des selben Autors.
Nachdem die Kindheitsjahre Joe Strummers abgehandelt sind, gewinnt der Film jedoch deutlich an Ruhe und verschiedene Weggefährten Joe Strummers erzählen am Lagerfeuer so manch lustige und manch tragische Geschichte. So erfährt der Zuschauer in atmosphärischen Bildern vom Suizid von Joe Strummers Bruder, von einer Collage aus gebrauchten Tampons oder von seinem Weg quer durch England.
Während seiner Zeit in der Hausbesetzerszene dann gründet Strummer seine erste Band: die Pubrockband THE 101ERS. Diese Formation brachte es dann in London und Umland sogar zu einem gewissen Level an Popularität, bis sie dann im Vorprogramm der SEX PISTOLS auftraten und Joe Strummer ins Grübeln über seine musikalische Ausrichtung geriet. Der Rest ist Geschichte: mit Strummer, Mick Jones, Paul Simonon und Terry Chimes (später: Topper Headon) hatte sich mit THE CLASH eine Band gefunden, die den Punkrock für immer verändern und Musikgeschichte schreiben sollte.
Nachdem der Film das Ende von The Clash, die Mitte der 80er endgültig auseinander brachen, abgearbeitet hat, rücken Joe Strummer und seine zahlreichen Aktivitäten in verschiedensten Bereichen wieder in den Fokus des Films. So werden am Lagerfeuer Joe Strummers Soundtrackarbeiten ebenso geschildert wie seine Techno-Erfahrungen, sein geflopptes Soloalbum oder die Gründung der MESCALEROS.
Überhaupt ist das Lagerfeuer das Hauptmotiv des Films: hier sitzen die Bandkollegen, die prominenten Fans und viele Menschen, die in Joe Strummers Leben eine mehr oder weniger große Rolle einnahmen, versammelt, singen gemeinsam "Blitzkrieg Bop" oder "I fought the law" und erzählen in dieser intimen Atmosphäre von ihren Erinnerungen. Gegen Ende des Films wird die besondere Bedeutung des Feuers in Joe Strummers Leben noch einmal deutlich, ist es doch auch auf einer Weihnachtskarte, die JOE STRUMMER kurz vor seinem Tod für Freunde und Verwandte malte, das tragende Element.
Alles in allem handelt es sich bei „The future is unwritten“ um eine äußerst gelungene Darstellung eines bewegten Lebens, bei der nur die manchmal doch recht platten Äußerungen, besonders von einigen Prominenten, und das sehr spärliche Bonusmaterial (Interview mit Julien Temple, Trailer) negativ auffallen.
Ein wunderbares Ton- und Bilddokument (6. September 2007)
"Should I stay or should I go?" - In diesem Film hat sich wohl kein Zuschauer diese Frage gestellt... Zumindest diesen Song aus der Feder von The Clash kennt wirklich jeder, ob Fan oder nicht. Kaum zu glauben, dass dieselbe Band auch den Song London Calling geschrieben hat - doch, zu glauben ist es spätestens dann, wenn man dieses Porträt eines unglaublich vielseitigen Künstlers mit seiner schillernden, widersprüchlichen und auch schwierigen Persönlichkeit gesehen hat. Ein wunderbares Ton- und Bilddokument (unglaublich, wieviele Super-8-Aufnahmen es damals schon gab...)!Einige Interviews hätte man auch weglassen können oder sollen, ein paar Kommentare und den Schlussepilog sich vielleicht besser gespart - aber alles in allem muss ich sagen, ich habe wunderbare Stunden im Kino verbracht, in Nostalgie, in gebanntem Lauschen und Zusehen -- und habe mir gewünscht, ich hätte The Clash noch live erleben können...





