Aus der Amazon.de-Redaktion
Seit Anfang des Jahrtausend räumt Emmanuel „Manu“ Katché seiner eigenen Karriere mehr Zeit ein. So konnte er mit dem in New York eingespielten Playground endlich sein drittes, extrem elegantes Solo-Album fertig stellen. Auffällig aber ist der 1958 in Frankreich geborene Sohn von Einwanderern aus Elfenbeinküsten schon lange vorher gewordenen. Der angesehene Drummer tauchte auf Alben von Peter Gabriel, Sting, Joni Mitchell, Dire Straits, Manu Dibango, Tears For Fears oder Tori Amos auf. Abseits von Rock & Pop aber pflegt der weiterhin stark gefragten Studiomusiker seine Liebe zum Jazz, die ihn auch mehrfach und immer wieder mit Jan Garbarek zusammen brachte. Katchés von ECM-Gründer Manfred Eicher produziertes Werk Playground ist bei dessen renommierten Plattenfirma erschienenen und passt sich der zum Markenzeichen gewordenen Klangästhetik des in München ansässigen Labels wunderbar an. Zusammen mit dem norwegischen Trompeter Mathias Eick, Saxophonisten Trygve Seim (der Garbarek ablöste) wie den schon auf dem Vorgänger Neighbourhood anwesenden Polen Marcin Wasilewski und Slavomir Kurkiewicz hält sich Manu Katché fern von wilden Experimenten. Obwohl das Quintett sich Räume für Improvisationen lässt, kehrt es nach den moderaten Ausflügen immer wieder zurück zu atmosphärischem, sehr entspannten und abgeklärten Jazz. Da wünscht man sich manchmal, das die Band die gepflegten Wellness-Oasen verlässt, aus sich herauskommt und frei spielt. Das gelingt einige Male wie in dem von höherer Schlagzahl dominierten „So Groovy“ wie auch „Clubbing“. Ansonsten bewegen sich die subtil arrangierten Stücke auf bekanntem wie eingängigem Jazz-Terrain. --Sven NiechziolKundenrezensionen zu 'Playground'
Immer die gleiche Platte (1. Oktober 2008)
Ist das noch auszuhalten. Seit Jahrzehnten produziert ECM immer das gleiche Wiederkäu: Die Namen ändern sich, die Besetzungen und Instrumentierung auch, doch letzendlich ist es immer nur ECM Musik.Fahrstuhl-Jazz für mittel- und nordeuropäische Pfeifenraucher (wobei es ja auch Pfeifenraucher gibt, die gar keine Pfeifen rauchen), die im Grunde dem Jazz gar nichts abgewinnen können, nur wissen sie es nicht. (Im Gegensatz zu mir, versteht sich..) Ein idealer Nährboden für diese dünnen Süppchen, die nirgendwo anecken und niemandem weh tun. Man kann wunderbar weghören und gut isŽ.Meinetwegen kann ECM bis zum Sankt Nimmerleinstag damit fortfahren, aber bitte: Müllt nicht noch weiter den Begriff Jazz zu.
Heute ist ja schon fast alles Jazz, wenn es sich denn darunter verkauft.
Dieses New Age Genudel muss doch irgendwann mal als solches deklariert werden. Vielleicht sollte man jede einzelne CD als Teil einer riesigen Minimal Music Komposition betrachten! Es ändert sich von Platte zu Platte nur ein minimales Motiv und nach 1000 CDs ist dann das Ende erreicht. Vielleicht wird dann in der Rückschau ein Sinn erkennbar.
Hervorragende Scheibe besonders für Jazz-Einsteiger (8. August 2008)
Einige wenige monierten hier bereits, die Platte sei zu seicht und zeige keine Innovationen und vergeben aus diesem Grunde nur 2 Sterne. Über persönlichen Geschmack lässt sich streiten, weshalb die Kritik in Ordnung ist. Aber ECM tut gut daran auch solche Musik unter ihrem Label zu verkaufen, denn es kann den Einstieg in den anspruchsvolleren Jazz (was auch immer das sein mag)bedeuten. Nicht jede/jeder hört von Beginn an arhythmischen experimentellen Free-Jazz. Es bedarf einer Eingewöhnungsphase, denn die meisten Jazz-Stücke erschließen sich nicht beim ersten Hören.Um es kurz zu sagen. "Playground" enthält ausgezeichnete Jazz-Musik, die relativ ruhig besonders für Einsteiger aber auch fortgeschrittene Jazz-Hörer geeignet ist. Für den Besuch zu Haus könnte die Scheibe ebenfalls erträgliche Musik für den Hintergrund bieten. Wer sich diese Musik dann "erarbeitet" hat, sollte dann irgendwann die typischeren ECM-Aufnahmen testen. Interessant wären hier z.B. Stephan Micus, Egberto Gismonti, Enrico Rava, Charles LLoyd, Dave Holland, Terje Rypdal, Eberhard Weber, John Abercrombie und Arild Andersen zu nennen.






