Kronprinz Rudolf - Sissis einziger Sohn

Verkaufsrang: 7760 (DVD)
Actor: Max von Thun
Actor: Klaus Maria Brandauer
Actor: Vittoria Puccini
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Binding: DVD
Brand: Universal Studios
Director: Robert Dornhelm
EAN: 5050582520965
Technische Details: FSK 12
Format: Dolby
Format: PAL
Format: Surround Sound
Label: Universal/DVD
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Universal/DVD
Verlag: Universal/DVD
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 11. Oktober 2007
Spielzeit: 180
Studio: Universal/DVD
TheatricalReleaseDate: 2006
von: Max von Thun (Hauptdarsteller), Klaus Maria Brandauer (Hauptdarsteller), Ludwig Eckmann (Komponist)
Preis: EUR 12,80

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Product Description

Universal Kronprinz Rudolf - Sissis einziger Sohn, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 27.09.07

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Kundenrezensionen zu 'Kronprinz Rudolf - Sissis einziger Sohn'

Gute Neuverfilmung (31. August 2008)

verglichen mit seinen Vorgängern "Kronprinz Rudolfs letzte Liebe" (1956) und "Mayerling" (1968) ist diese Verfilmung meiner Ansicht nach gut gelungen. Glaubwürdig gespielt, allen voran K. M .Brandauer, der als Kaiser seinen Sohn immer wieder vor den Kopf stößt und dessen feinsinnige und ideenreiche Seele oft kränkt. Die Bestrebungen und Bemühungen Rudolfs, die Donaumonarchie in ein neues Jahrhundert zu führen, werden immer wieder enttäuscht, sodass es zum Schluss zum Eklat kommen muss, der im Selbstmord endet.
Hilfe kann der Kronprinz auch von seiner Mutter Kaiserin Elisabeth nicht erwarten, die stets ihre eigenen Interessen verfolgt und versucht, ihren Sohn für diese einzuspannen (Ungarn).
Allerdings muss gesagt werden, dass diese Verfilmung, wenn auch nicht so stark wie die Vorgänger, die Historie verwässert und teilweise unrichtig darstellt. Besonders die Vorfälle in Mayerling werden wieder stark romantisiert, wobei die Realität alles andere als romantisch war. An dem historischen Material gemessen, das seit den letzen Jahrzehnten zur Verfügung steht, hätte man geschichtlich genauer und realistischer sein können. Deshalb nur drei Sterne.

Tanz auf dem Vulkan. (11. Januar 2008)

Es ist die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Welt hat sich mächtig zu verändern begonnen. Bei Hofe pflegt aber die Zeit still zu stehen. In Österreich und Preußen sind zwei Kronprinzen in der Warteschleife. Jung, gebildet und voller Tatendrang, können sie nichts anderes tun als Regimenter führen, zu Jagd reiten und dem leichten Leben nachgehen. Rudolfs politisch liberale Vorschläge stoßen auf Ablehnung in der Familie und von der ganzen Regierungskaste.

Das Beschäftigungsprogramm seines Vater für ihn erfüllt Rudolf brav und gehorsam. Pflichtbewusst lässt er sich zu bedeutungslosen Orten versetzen und verliebt sich regelmäßig unglücklich. Die Vorsprachen zu hause verlaufen in vielerlei Hinsicht negativ. Es scheint, als kämpfte er gegen Windmühlen. Frustriert und entnervt setzt er seinem Leben ein Ende.

Der Film erzählt das erfolglose Streben eines jungen Staatsmannes in der Warteschleife. Gute Dialoge und pittoreske Szenenbilder vermitteln die damalige politische Lage. Die Pracht einer alten, an sich selbst scheiternden politischen Welt, hat bereits zu bröckeln begonnen.

Naja (1. November 2007)

Habe einen historisch überzeugenden Film erwartet und wurde da arg enttäuscht. Wie sichtbar die Dramaturgie bemüht war, Rudolfs "Vordenkerschaft" für ein "geeintes Europa" herauszuarbeiten, wirkte schon beinahe unangenehm "gewollt", das musste natürlich dann auch gleich in der ersten Bettszene besprochen werden. Oder solche Perlen: Rudolf mischt sich incognito unters Volk, um mal zu sehen, wie es denen geht, schaut in das erstbeste Bäckereifenster und verliebt sich sogleich unsterblich in die Verkäuferin. Ganz am Rande bekommt er natürlich auch etwas von der Not mit, umgesetzt natürlich mit Bildern von armen Kinderchen in einem dunklen Keller. Simpler geht es nicht.

Die Konstellation der Figuren war Soap. Bestes Beispiel: Der Berater des Kaisers und Gegenspieler Rudolfs war auf jedem Filmmeter immer nur abgrundschlecht und bitterböse, Rudolf hingegen immer fortschrittlich im Geiste und gut, etwas anderes kam nur einmal zur Sprache: Als seine Frau ihm den Vorwurf macht, sie könne keine Kinder mehr bekommen, weil sie sich an dessen Geschlechtskrankheit angesteckt habe.

Das alles hatte auf mich eine kontraproduktive Wirkung: Rudolf wollte und konnte mir auch nicht eine Sekunde sympathisch werden. Vielleicht auch deshalb, weil die Macher des Films keinen noch so leicht durchschaubaren Dramaturgie-Trick ausließen, um dem Zuschauer diese Sympathie aufzudrängen. Auch war die Motivation der Figuren nur sehr dünn vorbereitet, im ganzen Film übrigens, mit Ausnahme allerdings einer Schlüsselszene im 2. Teil, die auf den Selbstmord Rudolfs "hinarbeitet": Als der Kaiser seinem Sohn mitteilt, dass er für die Nachfolge auf den Thron ungeeignet sei. Diese Szene ist m.E. sehr gelungen.

Ein wesentlicher Grund für die mangelnde Überzeugungskraft des Films ist sicher, dass die Geschichte ständig zwischen "Rudolf der Liebhaber" und "Rudolf der Politiker" schwankte, ohne sich für einen Schwerpunkt entscheiden zu können. Darunter litt letztlich das Wesentliche der Figur, deren sexuelles Leben beim Verstehen der historischen Person kaum weiterhilft. Die politischen Anstrengungen des Kronprinzen wirkten als Pausenertüchtigung zwischen Hurenhaus und Geliebter und am Ende nur als Beiwerk. Für so einen Stoff braucht man keinen Kronprinzen zu bemühen.

Abgesehen davon hatte ich oft das Gefühl, dass die Figuren sehr unhistorisch nachgestellt ("im Geiste schon 2007") waren. Da gab es nur wenige Ausnahmen. Die wichtigste sicher: Brandauer als Kaiser. Der war auf jedem Meter überzeugend und sehenswert. Selbst wenn er nichts sagte. Aber das wundert bei Brandauer auch niemand.

Erhofft hatte ich mir insgesamt doch wesentlich mehr, so im Stile von Tom Toelles absolut überzeugenden "Bismarck"-Film (Ochsenknecht in der Hauptrolle und zwar zum Niederknieen gut). Nur ist dieser Film - im Gegensatz zum Fast-Klischeefilm "Rudolf" - bis heute nirgendwo käuflich zu erwerben. Toelles Streifen habe ich schon an die 15 Mal gesehen, notgedrungen in erbärmlicher VHS-TV-Mitschnitt-Qualität. "Kronprinz Rudolf - Sissis einziger Sohn" werde ich mir hingegen ganz bestimmt kein zweites Mal ansehen (schon der Titel hätte mir die Absicht verraten müssen. Abgesehen davon ist Sissi mit Doppel-S eine Erfindung der "Sissi-Filme", historisch richtig heißt es "nur" Sisi).

Historienfilm mit Charakterstudie (30. Oktober 2007)

Kürzlich lief bei 3Sat die Langfassung dieses Films als Zweiteiler (2 x 90 Min.). Gezeigt wird hier das Portrait eines jungen, hochintelligenten und gebildeten Mannes, der mit seinen politischen Ansichten quer steht zu seiner Zeit und zugleich in Konflikt gerät mit seinem Vater, der diese Zeit - die sich ihrem Ende zuneigende K.u.K.-Monarchie - repräsentiert. Über beides kommt Kronprinz Rudolf nicht hinweg: Seine Visionen von einem geeinten und zugleich freien Europa, die zurückweisen bis zu Karl dem Großen und von denen heute doch zumindest einige Realität geworden sind, scheinen ihm in weite Ferne gerückt, nachdem die Versöhnung mit seinem Vater, dem Kaiser Franz Joseph, gescheitert ist und Rudolf auf den Thron verzichten muss. Als Ausweg weiß er sich nur in den Freitod zu flüchten, gemeinsam mit der ihn abgöttisch liebenden jungen Engländerin Mary Vetsera, der es auch nicht gelingt, ihn aus seinen Depressionen zu befreien. Auf melodramatische Ausschmückung und Überhöhung à la gemeinsamer Liebestod dieses gemeinhin bekannten Endes im Jagdschloss Mayerling verzichtet der Film Gott sei Dank. Dem historisch Interessierten werden Gemeinsamkeiten der Persönlichkeit Rudolfs mit der seines bayerischen Zeitgenossen Ludwig II. nicht verborgen bleiben. Als literarische Vertiefung in die Psychologie Rudolfs und Ludwigs, insbesondere im Hinblick auf ihre Erziehung, welche sie in Kindheit und Jugend genossen haben könnten, sei Heiner Müllers "Leben Gundlings Friedrich von Preußen ..." anempfohlen. Wie unten bereits angemerkt, wurde der Film unter anderem an Originalschauplätzen in Wien - Hofburg und Schloss Schönnbrunn - gedreht. Als zeitgeschichtliches Porträt einer untergehenden Epoche verweist er auf "Der Leopard" (Visconti) sowie - literarisch - auf Joseph Roths "Radetzky-Marsch" und Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften" - beide in der K.-u-K.-Monarchie angesiedelt. Auf das überwiegend hervorragende Darstellerensemble wurde bereits hingewiesen. Erwähnt werden mag noch die Rolle der jüdischen Bäckerstochter Sarah aus Prag, Rudolfs erster großer Liebe, die von Julia Jentsch äußerst charmant interpretiert wird. Wer als Deutscher etwas mehr über österreichische Geschichte jenseits von Sisi und Hitler erfahren möchte, dem sei dieser Film durchaus empfohlen.

Endlich in der Langfassung, endlich gut! (19. Oktober 2007)

Wenn man die period dramas (und dieser Film ist auch ein period drama) der BBC kennt und sich bislang immer gefragt hat, warum eine derartige Produktion im deutschsprachigen Raum nicht möglich war, so möchte man nach dem Sehen dieser DVD dem ORF laut zurufen: "Na also, geht doch!"
"Kronprinz Rudolf" erscheint auf dieser DVD erstmals in der Langfassung, die als Zweiteiler im ORF zu sehen war, während die ARD (Degeto) die 180Minuten Laufzeit auf 90 Minuten heruntergekürzt hat, um diesen Film als Herzschmerz-Film aus der k.u.k.-Monarchie zu präsentieren. Wer die ARD-Version kennt und dann diese Langfassung auf DVD gesehen hat, der mag sich fragen, warum dieser Film in Deutschland nur gekürzt zu sehen war und dann auch noch unter dem Titel "Kronprinz Rudolfs letzte Liebe", ein Titel, den bereits eine Mayerling-Verfilmung mit Rudolf Prack aus den 1950ern hat.
"Kronprinz Rudolf" ist ein großes Biopic geworden, das endlich auch einmal das Leben des Kronprinzen jenseits des Mayerling-Mythos präsentiert. Unterstützt von der Historikerin Brigitte Hamann, deren Rudolf-Biographie auch heute noch ein Standardwerk ist, zeichnet dieser Film ein historisch genaues und präzises Bild des Kronprinzen und zeigt ihn so nicht als romantischen Melancholiker, sondern vor allem als politischen Visionär, der erkennen muß, daß er gegen die Politik und die Carmarilla seines Vaters machtlos ist. Max von Thun sieht dem Kronprinzen zwar vor allem zum Ende hin nicht wirklich ähnlich (da war Rudolf Prack doch ein wenig näher dran), spielt aber mitreißend und authentisch. Christian Clavier als sein politischer Widersacher Taaffe hätte gerne noch etwas "böser" sein dürfen. Klaus-Maria Brandauer ist ein wunderbarer Kaiser Franz Joseph, der vor allem durch seine Blicke den inneren Konflikt, in dem er sich befindet, rüberbringt. Sandra Ceccarelli als Kaiserin Elisabeth ist mir persönlich ein wenig zu ätherisch-esoterisch, optisch entspricht sie jedoch durchaus der Kaiserin, wenn ich diese Rolle aber immer noch am besten von Romy Schneider in Viscontis "Ludwig II." dargestellt fand. Vittoria Puccini als Mary bleibt leider ein wenig blass und unscheinbar, hübsch anzusehen ist sie zwar allemal, aber ihre Motivation bleibt irgendwie im Dunkeln, irgendwie nehme ich ihr ihre bedingungslose Liebe zu Rudolf nicht ab. (Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht romantisch genug.) Als Marys Mutter Helene Vetsera ist Alexandra Vandernoot großartig besetzt, Omar Sharif, der unter Terence Young selber einmal den Kronprinzen spielen durfte, hat zwar nur eine kleine Rolle, spielt aber ebenfalls großartig. Auch das sonstige Ensemble, das sich aus bekannten deutschen (Joachim Król als Szeps) und österreichischen (Robert Stadlober als Wilhelm II) Schauspielern zusammensetzt, ist großartig.
Die Ausstattung ist -bedenkt man, daß es sich um eine Fernsehproduktion handelt- fast schon bombastisch zu nennen. Die Szenen in Wien wurden an Originalschauplätzen in der Hofburg und Schloß Schönbrunn gedreht, eine wunderbare Kulisse, die man in keinem Studio der Welt hätte nachbauen können. Der Soundtrack ist stimmig, die Handlung von der ersten bis zur hundertachzigsten Minute spannend und packend, so daß man sich immer wieder fragt, warum dieser Film im Fernsehen auf die Hälfte heruntergekürzt wurde.
Das Making-of, das auf dieser DVD als einziges Bonusmaterial enthalten ist, wirkt leider ein wenig beliebig, anstatt ständig zu betonen, wie teuer doch alles war, wäre es vielleicht interessanter gewesen, etwas mehr über den historischen Kronprinzen zu erfahren, z.B. über dessen Kindheit, die im Film zwar immer nur angesprochen, aber nicht wirklich behandelt wird, obwohl in ihr sicherlich einige der Traumata lagen, die Rudolf letztlich zu dem gemacht haben, was er war. Übrigens: die englische Sprachfassung dieses Films ist gar nicht mal schlecht! Da der Film eh auf Englisch gedreht wurde, ist er sogar die authentische Version und da fast alle Schauspieler sich selber synchronisiert haben, auch durchaus ein akustischer Genuß. (Wenn Österreicher Englisch reden hat das durchaus was charmantes...)
Fazit: hätte die ARD diesen Film damals ungekürzt gesendet, ich hätte ihr ein lautes "Bravo!" zugerufen. So jedoch gilt mein "Bravo!" eindeutig dem ORF, bravo und danke für diesen tollen Film! Wann kommt die Neuverfilmung von Sissi?

dkb.de

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