Aus der Amazon.de-Redaktion
Annett Louisan benötigte nur zwei Alben, Boheme (2004) und Unausgesprochen (2005), um sich von einer vielversprechenden Newcomerin zu einem etablierten Star zu entwickeln. Die Sängerin hat es trotz aller Erfolge aber bis heute verstanden, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das optimale Leben ist kein müder Abklatsch der ersten beiden Longplayer, sondern offenbart erneut bisher unbekannte Facetten. Annett Louisan zeigt gleich zu Begin mit dem Titel "Das alles wär nie passiert", dass sie als Künstlerin deutlich gereift ist. So überzeugend sie auf den ersten beiden Alben auch agierte, mit Das optimale Leben stellt sie alles in den Schatten. Mit Hilfe von Texter Frank Ramond sowie den Komponisten Matthias Hass und Hardy Kayser hat sie, je nach CD-Version, 15 bzw. 17 Songs komponiert, die die vielen Höhen und Tiefen des alltäglichen Lebens in allen Farben ausleuchten. Das reicht von nachdenklichen, mit sanften Streichersounds veredelten Nummern wie "Was haben wir gesucht" über dezent ironische, aber immer liebenswerte Betrachtungen wie "Kleine Zwischenfälle" bis hin zu locker swingenden Stücken wie "Die sein". Die Arrangements sind wie immer frei von allen überflüssigen Firlefanz und die Instrumentierung gleicht sich immer perfekt der jeweiligen Stimmungslage an. Besonders elegant wird es immer dann, wenn, wie beim Song "Rosenkrieg", ein verführerischer Bossa-Nova-Rhythmus das Tempo vorgibt. Annett Louisan hat sich mit Das optimale Leben noch einmal deutlich gesteigert und dabei durchaus auch musikalisches Neuland betreten. Von Stagnation kann also bis auf weiteres keine Rede sein. --Norbert SchieglKundenrezensionen zu 'Das Optimale Leben'
Das Optimale Leben (29. August 2008)
Je einfacher die Zutaten, um so besser schmeckt Eintopf Triviale.Man nehme eine Mischung aus Klischee, Kitsch, Kuschel und Puschel, hält sich augenzwinkernd daran schadlos, würze das ganze mit einem Schüsschen Alltagsbanalität, dekoriert mit passender Optik und deklariert das Ganze abschließend mit dem Etikett Premium. Anderer Leute Frust, Lust, Leid und Elend ist seit jeher amüsant und einträglich. Fazit : Eine CD mehr, die die Welt nicht braucht.
Chanson-Offenbarung (10. Juni 2008)
Problemlos schafft es Annett, an ihre beiden Vorgänger-Alben anzuschließen. Ein weiteres Mal begeistert sie mit ihrer großen Stärke: Chansons und Barjazz voller raffinierter Feinheiten, kleine Lebensweisheiten mit großem Gefühl und auf höchstem linguistischem Niveau.Der Opener "Das alles wär nie passiert" überrascht mit spanischen Flamenco-Rhythmen und einem witzigen Text, in dem kleine Missgeschicke aufgelistet werden, die unter Alkoholeinfluss zustande gekommen sind. Der Rest des Albums regt jedoch, wie von Annett gewohnt, eher zum nachdenken an. In "Er" und "Die Wahrheit" spielt sie auf ironische Weise mit Klischees zwischen Männern und Frauen, "Wenn man sich nicht mehr liebt" ist eine ganz melancholische, jedoch wunderschöne Nummer mit ganz leisen Tönen. Auch sonst steht eher Liebeskummer als erfüllte Liebe im Mittelpunkt, wie man es von ihrem 2. Album gewohnt ist (siehe "Läuft alles perfekt"): "Rosenkrieg" spielt auf witzige Weise damit, "Was haben wir gesucht" regt zum nachdenken an.
"Mein innerer Schweinehund" wird übrigens im Background von den Prinzen begleitet.
Absolutes Highlight der Platte ist für mich persönlich der Song "Ende Dezember" - einer der schönsten Louisan-Songs überhaupt, textlich wie musikalisch.
Alles in allem nur zu empfehlen. Wer die ersten beiden Alben mochte und wie ich in Annetts besondere Art, Texte zu schreiben sowie ihre wunderschönen Melodien verliebt ist, wird auch diese Platte lieben und immer wieder anhören.
immer besser! (28. Februar 2008)
Beim ersten Hören war ich enttäuscht. Beim zweiten Hören: angetan von 2 Liedern. Beim 3ten Hören schon absolut begeistert!!Gewitzt und intelligent, frech und bewegend so wie die erste LP auch, sogar besser als das zweite Album.
Vor allem die Tracks "Die sein", "Ende Dezember" und "Was haben wir getan" überzeugen sofort.
Die Mischung machtŽs... (27. Februar 2008)
Die beiden Vorgängeralben von Annett fand ich wunderbar. Ich war zunächst etwas enttäuscht von diesem Album. Aber ich musste meinen ersten Eindruck schnell korrigieren. Ich erwartete ein musikalisch abgerundetes Album wie die Vorgängeralben.Es war die Stilvielfalt, auf diesem Album, die mich zunächst verwirrt hat. Das war mal Bosa Nova, fast mal Pop und dann unglaublich erntshafte und traurige Balladen. Aber je öfter ich das Album höre, desto besser gefällt mir das Gesamtkunstwerk. Man muss sich auf das Album einfach einlassen. Es hat in Summe etwas mehr Tiefgang als die beiden ersten Alben die doch manchmal zu sehr das Image der Lolita-Chanteuse gepflegt haben.
Hier haben wir natürlich auch Augenzwinkern und Wortspielerein par Excellence, aber eben auch eine neue Facette: Ernsthaftigkeit. Dies ist ein Album in dem sich jeder wieder finden kann.
Fazit: Besser als die beiden ersten Alben und teilweise sehr erwachsen.
Endlich mal ein gelungenes Album in deutscher Sprache! (26. Februar 2008)
Mal ehrlich: Viele Lieder mit deutschem Text klingen irgendwie eigenartig und es scheint, als passe die Musik nicht zum Rythmus amerikanischer Pop-Klänge.Anders hier: Die Texte sind mit sehr viel Liebe und sprachlichem Witz und Verstand geschrieben worden. Fast sind es schon die Wortspielereien, die den Liedern etwas vornehmes und besonderes geben.
Von Inhalt geht es natürlich um Liebe, Sex, Karriere, Sorgen - also das Standardprogramm. Doch die Texte sind, wie schon erwähnt, mal was Neues und sie haben auch einen gewissen Tiefgang.
Hervorragend ist die Abmischung, bei der wirklich die wunderschöne kindliche Stimme im Vordergrund steht und nicht die Begleit-Combo.
Fazit: Auch wer keine deutsche Schlager-Parade mag, dürfte an dem vorliegenden Album viele Freude haben! Empfehlenswert.





