Aus der Amazon.de-Redaktion
Historischer Bahnhof Baden-Baden: Einst reisten hier Könige, Kaiser und Zaren zur Sommerfrische an. Im Sommer 2007 aber waren es die Opernstars Anna Netrebko, Elina Garanca, Ramón Vargas und Ludovic Tézier, die zum Konzerthöhepunkt des Jahres luden, zu "The Baden-Baden Gala". „Wir alle vier und sogar der Dirigent Marco Armiliato sind im Sternzeichen der Jungfrau geboren“, grinste Elina Garanca auf einer Pressekonferenz. Unter diesen Umständen konnte natürlich gar nichts mehr schief gehen. Ging es auch nicht: Binnen drei Stunden waren die Karten für 3 Abende - etwa siebeneinhalbtausend Stück – bereits Monate davor ausverkauft gewesen.Wie die Brillianten der Colliers der Damen reihten sich die Arien und Duette aus den Goldkehlen aneinander. Belcanto vom Feinsten. Die intellektuell wirkende Elina Garanca beeindruckte mit makellosen Koloraturen (Cenerentola-Arie) und bemessenem Gefühl (Dalila-Arie). Kollegiale Stimmung bei ihrem Duett mit Anna Netrebko (Adalgisa und Norma aus "Norma", 2. Akt und Mallika/ Lakmé aus Delibes "Lakmé") war zu spüren. Garancas Zugabe, eine Zarzuela- Arie, war eher von sportlichem Esprit erfüllt. Das Erdhaft- Laszive liegt ihr nicht. Umso größer die Show der Anna Netrebko: zunächst gab es ein schön gesungenes Gebet der Druidenpriesterin Norma "Casta diva". Die im Programm angekündigte Arie ("La Wally") ließ sie dann aus, kompensierte ihr begieriges Publikum aber mit einer ZUgabe aus Lehárs "Giuditta" ("Meine Lippen, sie küssen so heiß"). Und war absolut in ihrem Element. Sie sang, tanzte und lachte; der drögeste Musiker des seriösen SWR Sinfonieorchester dürfte ihr wohl an diesem Abend verfallen sein. Sie sollte nach Hollywood. Da hatten es Ramón Vargas, der für den erkrankten Rolando Villazón eingesprungen war, und Ludovic Tézier natürlich nicht leicht. Dennoch: Als die vier im Quartett zum Schluss mit dem Trinklied aus "La Traviata" ansetzten, kochte der Saal vor Begeisterung. --Teresa Pieschacón Raphael
Kundenrezensionen zu 'Bach Inventionen Bwv 772-786,787-801 & Partita Nr2'
Ein wenig zu viel im Tonstudio nachgeholfen (4. Januar 2008)
Es ist wirklich schade dass man heutzutage versucht mit immer mehr über Effekthascherei versucht Musik zu verkaufen, dabei war diese Ehrlichkeit für mich immer ein Kaufargument.Natürlich müssen Musiker der klassischen Musik und alle anderen die da mit beteiligt sind auch ihr Geld verdienen, aber ich weiß nicht inwiefern man man da auf dem Holzweg ist, wenn man meint die Musik über die Show verkaufen zu müssen (Extrembeispiel Lang Lang - oft schon peinlich - aber das ist wohl Geschmackssache).
Der Einfluss des Tonstudios ist bei dieser Aufnahme einfach zu signifikant.
Da wird einfach, um dem Hörer ein Gefühl der Räumlichkeit und Lautstärkenvariation der Künstlerin zu sugerieren die Lautstärke bei der Aufnahme manipuliert. Und das ist einfach zu offensichtlich, da dadurch plötzlich die Akustik und ironischer Weise auch die Räumlichkeit verloren gehen.
Aufgefallen ist mir das esonders bei der Partita No.2 in D-Dur und wie gesagt es ist einfach keine Interpretationssache sondern vom Tonstudio vermurkst.
Zum Vergleich habe ich mir anschließen das gleiche Stück von John Holloway angehört, das an sich scheinbar schwerfälliger und maskuliner interpretiert ist aber einfach ehrlicher und brillianter aufgenommen wurde.
Es ist wirklich schade, wenn harte Arbeit beschädigt wird, nur weil so mancher unbedingt seine Ideen und sei es mit Gewalt einbringen möchte. Janine Jansen spielt nämlich, wie es mein Vorredner schon beschrieb, wunderbar gefühlvoll und haucht dem Stück Leben und die oft vermissten Emotionen ein, da wären diese Effekte garnicht nötig gewesen. Maxim Rysanov und und Torleif Thedéen tun ihr übriges um zu einer musikalischen Stimmigkeit und einer angenehmen Intonation beizutragen. Wenn ich also allein nach der Leistung dieses Trios bewerten sollte würden sie von mir 4-5 Sterne bekommen.
Die Leistung des Tonstudios bewerte ich mit 2 Sternen daher ergibt sich meine Bewertung.






