Kundenrezensionen zu 'Dream Merchant Vol.2'
Auf 9th Wonder ist Verlass (9. Oktober 2007)
Nachdem 9th Wonder in den letzten Jahren komplette Alben für diverse Rapper, unzählige andere Lieder (u.a. für Jay-Z, Mary J. Blige, M.O.P., Destiny's Child) und natürlich beide Little-Brother-Alben produziert hat, ist es hier nun endlich, sein langerwartetes ofizielles Produzenten-Album. In den letzten Jahren ist es für mich immer deutlicher geworden, dass 9th Wonder mein absoluter Lieblingsproduzent ist, denn seine souligen, melodischen, aber trotzdem nicht weichgespülten Beats entsprechen genau meiner Vorstellung, wie HipHop klingen sollte. Bei ihm merkt man im Gegensatz zu vielen anderen HipHop-Produzenten einfach, dass er ein unglaubliches Gefühl für Musik hat und damit meine ich nicht nur für HipHop, sondern vor allem auch für Soul und Jazz (aus diesen Bereichen stammen die von ihm verwendeten Samples ja auch meistens).Nun möchte ich aber auf dieses Album eingehen. Es macht eigentlich keinen Sinn, jeden Song einzeln zu besprechen, da der Sound durchgehend sehr homogen ist, trotzdem hier mal ein paar Gedanken dazu:
Das Intro ist gelungen und stimmt schön auf das Album ein. Die danach folgenden Tracks SHOTS und MERCHANT OF DREAMS kommen ohne Vocal-Sample aus und wirken daher etwas glatter als die üblichen 9th-Tracks, was sie aber dadurch nicht schlechter macht. BROOKLYN IN MY MIND hat eine tolles Line-Up und überzeugt vor allem durch Memphis Bleek, der scheinbar immer, wenn er mit 9th zusammenarbeitet in Top-Form ist. BAKING SODA ist ähnlich wie der eben besprochene Track wieder etwas rougher und Big Treal glänzt mit einem super-lässigen Flow. Auch nicht unerwähnt bleiben sollte Sunday, DER feel-good-Track des Albums mit schöner Gesangsdarbietung von Keisha Shontelle und kurzem Rap-Part von Chaundon. IT AIN’T OVER ist eine druckvolle, motivierende Up-Tempo-Nummer mit Hall-of-Justus-Neuzugang Jozeemo. THE LAST TIME hat einen etwas gewöhnungsbedürftigen, abgehackt wirkenden Beat, der aber vor allem von Royce da 5’9’ dermaßen auseinander genommen wird, dass daraus doch ein richtig geiler Track wird. THANK YOU ist auch einer meiner Favoriten und ein interessanter Track, da 9th hier das Sample mal etwas in den Hintergrund rückt und die Drums mehr im Vordergrund stehen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass es 9th Wonder mal wieder geschafft hat, ein durchgängig gutes Album abzuliefern und das ist etwas, was ich bei anderen Produzenten heutzutage leider kaum noch erlebe.
Sicher wird es wieder die Kommentare geben, dass 9th mal etwas Neues probieren soll und diverse Dinge an seinen Beats verändern soll, aber ich bin froh, dass er genau das nicht macht. Warum auch sollte ein Produzent seinen Produktionsstil, den er sich über die Jahre erarbeitet und perfektioniert hat, auf einmal ändern? Oder anders gesagt: If it ain’t broke, don’t fix it.






