Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein Traum: die ersten Takte machen alles klar. Herbie Hancock spielt Klavier; er saugt den Hörer auf, unvermittelt, unausweichlich. Das neue Album River – The Joni Letters ist eine Liebeserklärung an Joni Mitchell und ihr Werk, es besingt ihre Songs, flirtend, aufmerksam, mit sensiblen Arrangements. In einen insgesamt eher traditionellen Jazzstil mischen sich poppige Joni-Harmonien und manches Mal moderne Töne. Überall ist Luft zum Atmen, Zeit zu sprechen oder zu schweigen. Dave Holland spielt Bass, Wayne Shorter am Saxofon beschenkt die hochkonzentrierte Aufführung mit Eindringlichkeit – er strahlt, mit soviel Kraft in jeder einzelnen Note; seine Solopassagen setzen dem musikalischen Diamantenregen die Krone auf.Erklärtes Ziel von Herbie Hancock war es, die poetischen Texte von Joni Mitchell instrumental umzusetzen. Da ist es schade, dass diese nicht im booklet abgedruckt sind. Mehr als die Hälfte der Melodien werden übrigens gesungen; von Joni Mitchell selbst und von anderen SängerInnen, die ihre Sache ausnahmslos hervorragend machen: Norah Jones, Corinne Bailey Rae, Luciana Souza, Loenard Cohen, ja sogar Tina Turner macht mit. River – The Joni Letters ist ein intimes, ein durchlässiges Album, anders als 2002, als Joni Mitchell, mit Herbie Hancock und Wayne Shorter als Gästen, eine Big-Band-CD mit ihren Songs einspielte. Von Herbie Hancock ist man immer wieder überrascht. Der Jazzgigant ist oft genial, manchmal stand er schon mit ausgeflippten Experimenten am Rande des geschmacklichen Nirvana. Hier gibt es mal gar keinen Zweifel: diese Aufnahme ist ein Volltreffer geworden. --Katharina Lohmann
Kundenrezensionen zu 'River: the Joni Letters'
Vorsicht (15. November 2008)
Aufgepasst: das ist sicher nicht das, was man von der Headhunters, future to future o. Ä. kennt. Das Album ist sehr getragen, eher träge und die meisten Songs klingen ähnlich, wenn nicht gleich. Meine Kumpels und ich verstehen die guten Kritiken, die dieses Album bekommen hat allesamt nicht. Das line up ist erstklassik, nur: wer z. B. einen so gelangweilt spielenden Vinnie Colaiuta am drum set schon mal erlebt hat hebe die Hand. Weil anspruchsfrei und Einheitsbrei: null Punkte. weil ich es nicht wage mich SO aus dem Fenster zu lehnen oder glaube, die Musik am Ende vielleicht wirlich nicht verstanden zu haben: 2 (vorsichtige und mitläuferische) PunkteMeisterlich (1. März 2008)
Herbie Hancock als reifer Arrangeur und frei gespeilter Tastenkünstler, Wayne Shorter als empfindungsreicher Saxophonist, Dave Holland, so relaxed,tief und melodiös wie zuvor nur der zu früh verstorbene Scott LaFaro. Das alles ist brilliant und macht Freude. Die Gesansstimmen, so finde ich, muß man sich erhören. Joni Mitchel wird in ihrer meiserlichen Frasierung nur durch Tina Turmer erreicht. Joni Mitchells Songs sind auf dieser CD mit einem weichen und reifen Glanz versehen, lebenserfahren und liebend, durch die jüngeren Ladies zum teil nicht ganz durchdrungen. Schade, daß das booklet so schwach ausgelegt ist, zB ohne Texte. Trotzdem: Ein Meilenstein!Neuer Standard! (18. Februar 2008)
nie wurde in der vergangenheit ein gesangalbum mit solchem künstlerischen verve umgesetzt wie dieses.hancock und seine mitmusiker allen voran wayne shorter erzeugen eine musikalische songdichte die ihresgleichen sucht.man hat den eindruck, als würde eine gemeinsame meditation das ganze werk begleiten, so subtil-einfühlend und musikalisch einmalig agieren die musiker.
die musik kommt so unglaublich modern und leicht daher,typisch hancock eben.
ein meilenstein in der songbegleitung und maßstab für spätere alben dieses genre.






