Johnny zieht in den Krieg

Verkaufsrang: 13469 (DVD)
Actor: Timothy Bottoms
Actor: Kathy Fields
Actor: Marsha Hunt
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 12 Jahren
Binding: DVD
Brand: ARTHAUS
Director: Dalton Trumbo
EAN: 4006680043104
Technische Details: FSK 12
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Label: Kinowelt Home Entertainment/DVD
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Kinowelt Home Entertainment/DVD
Verlag: Kinowelt Home Entertainment/DVD
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 12. Oktober 2007
Spielzeit: 110
Studio: Kinowelt Home Entertainment/DVD
TheatricalReleaseDate: 22. September 2006
von: Timothy Bottoms (Hauptdarsteller), Kathy Fields (Hauptdarsteller), Jerry Fielding (Komponist)
Preis: EUR 7,09

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Product Description

Arthaus Johnny zieht in den Krieg -, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 12.10.07

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Kundenrezensionen zu 'Johnny zieht in den Krieg'

Einige nette Sprüche, ansonsten viel belangloses (25. Juli 2008)

Leider muss ich sagen, dass ich von kaum einem Film so viel erwartet habe und am Ende so stark enttäuscht wurde wie bei "Johnny zieht in den Krieg".

(Ich überspringe die kurze Zusammenfassung des Inhalts des Films, da bereits andere Rezensenten ordentliche Version verfasst haben.)

Das erste Mal hatte ich etwas aus dem Film -wie vermutlich die meisten- in dem Musik-Video der Band "Metallica" zum Song "One" gesehen und das hat mich wirklich beeindruckt. Und so kannte ich z.B. die Szene, in der der junge Joe seinen Vater fragt "What is democracy?" und er ein "[...] it has something to do with young men killing each other [...]" als Antwort erhält. Und im Zusammenhang mit dem Metallica-Song wirkt dies einfach unglaublich stark. Ich weiß deshalb nicht, ob ich den Film nun nur nicht gut fand, weil ich zuviel erwartet habe.

Dennoch möchte ich kurz anführen, was mich an dem Film gestört hat: Wie es auch bei schlechten Comedy-Filmen ist, kennt man bereits die besten Szenen, bevor der Film überhaupt angefangen hat. Man wartet also nur noch ab, bis die Szenen endlich drankommen. Und dabei entsteht das eigentlich viel größere Problem: Es gibt so gut wie nichts interessantes, was diese Warterei verkürzt. Etliche Minuten werden mit Monologen darüber gefüllt, dass Johnny merkt, dass Leute den Raum betreten, dass diese wieder weggehen, dass Licht in den Raum fällt... Es mag sein, dass dies die Einsamkeit, Verlorenheit etc. des ehemaligen Soldaten aufzeigen soll, jedoch hat dies auf mich eher negativ/belanglos gewirkt. Dann gibt es noch etliche Träume und Erinnerungen, die wie wild eingestreut wirken, und es so auch nicht schaffen etwas größeres aufzubauen.

Positiv muss man dem Film jedoch anrechnen, dass er im Gegensatz zu den meisten "Antikriegsfilmen" wirklich "anti" ist. Während viele andere Filme noch viel Platz für Heroen in Uniform lassen, behandelt dieser Film so gut wie gar nicht das "heldenhafte" Kämpfen, sondern nur dessen Folgen. Dies muss ich jedoch direkt wieder einschränken, weil das Elend der Massen nicht gezeigt wird, sondern nur das "Leben" eines Individuums, das als Experiment angesehen wird, auch wenn nicht wirklich herauskommt, was denn nun das "Wissenschaftliche" an diesem Körper ist, der Jahre in einer Abstellkammer vor sich hin lebt. Da geht der Film nicht weit genug und lässt vieles im Unklaren.

Die drei Punkte gibt es vor allem für die einzelnen Szenen, die den Film bekannt machen. Und so muss ich als Fazit festhalten, dass es sich nicht gelohnt hat den Film zu kaufen.

Der Film berührt nicht, er geht brutal an die Nieren! (7. Mai 2008)

"Johnny zieht in den Krieg!" - ein Film für (werdende!) Pazifisten.

Vor kurzem hatte sich Joe, die Hauptfigur des Filmes, noch für den "gerechten Krieg" begeistern lassen, er zog freiwillig in den Ersten Weltkrieg, um die vielfach eingeforderte "Vaterländische Pflicht" zu erfüllen.... - wenig später ist von Joe nur noch dessen Torso übrig - Arme, Beine, Augen, Gesicht und Ohren blieben auf dem sog. "Feld der Ehre", sein Körper wurde durch eine gegnerische Granate entstellt... - als "Namenloses Experiment" landet er in der zweifelhaften Obhut eines medizinisch interessierten Generals...

Das Pflegepersonal verwaltet Joes stummen Alltag lediglich - für Schwestern und Ärzte besteht kein Zweifel, dass es sich bei der Mumie ganz einfach um ein "Wesen" handelt, bei dem völlig zufällig nur noch Atmung, Herz-Kreislauf und Verdauung funktionieren - da dieser Zustand zwischen Leben und Tod sich zwar noch eine Weil hinziehen kann, sich jedoch, nach Meinung der Ärzte, nie wieder bessern wird, überlässt man Joe eben sich selbst...

Dem Zuschauer wird die Mumie hingegen als denkender, in den Resten seines Körpers gefangener Mensch, vor Augen geführt - Joe teilt in erschütternden Monologen seine Gefühle, Ängste, Hoffnungen, Wünsche und Sorgen mit... - abgefahrene Phantasieszenen und nahzu nervenzerfetzende Stimmungsschwankungen sind absolut fesselnd miteinander verknüpft...

Szenen der Gegenwart werden in s/w präsentiert - die Erinnerungssplitter aus des Hauptdarstellers Vergangenheit sind hingegen in Farbe gedreht worden - mit jedem Ausflug in diese farbenfrohe Vergangenheit wird dem Zuschauer die totale Sinnlosigkeit kriegerischer Auseinandersetzungen vor Augen gehalten...

Kein Wunder, dass Dalton Trumbo, Autor der Romanvorlage aus dem Jahr 1939 und Drehbuchautor des 1971 erschienen Filmes, einstmals auf der Schwarzen Liste der McCarthy-Ära (1948 - 1956) landete und ihn zeitweise sogar Berufsverbot ereilte - schonungslos stellte dieser nämlich die Mittel und Wege in Frage, mit denen man versucht Demokratie "durchzusetzen"....



Was ist Demokratie? (25. November 2007)

Dies ist einer der zentralen Sätze in diesem Film. Die Antwort darauf lautet lapidar, dass es wohl irgendwas damit zu tun haben müsste, dass junge Männer sich gegenseitig umbringen.

Dalton Trumbo dürte eine der unbekanntesten Berühmtheiten von Hollywood gewesen sein. Der Drehbuchautor vieler berühmter Filme wie Spartakus oder Papillon, stand immer im Schatten der Hauptdarsteller und Regisseure, die naturgemäß die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dieser Film, bei dem Trumbo auch Regie geführt hat, basiert auf einem Roman, der von ihm selbst verfasst wurde.

Joe Bonham, der typische "American Boy" aus einer ländlichen Gegend der USA, meldet sich freiwillig zum Dienst im ersten Weltkrieg. Beim Einschlag einer Rakete wird er grausam verstümmelt und verliert nicht nur Arme und Beine, sondern auch sein Augenlicht, sein Gehör und seine Fähigkeit zu sprechen. Fatalerweise kommt ein Feldarzt nach einer Untersuchung zum Schluss, dass er auch nicht mehr fühlen und denken kann.
Aber das kann er doch noch. Joe Bonham ist nach wie vor ein fühlendes, denkendes Wesen und nach einer Weile wird er sich seiner Situation voll bewusst. Wir hören aus dem Off seine Gedanken, wie er versucht mit seinem Schicksal fertig zu werden und wie er, fast aller seiner Sinne beraubt, versucht mit der Außenwelt Kontakt aufzunahmen.

Johnny zieht in den Krieg ist ein außergewöhnlicher Film. Auf drastische Bilder wird gänzlich verzichtet. Es gibt nur eine kurze Szene, die auf den Schlachtfeldern Europas spielt. Der Rest des Films besteht aus Rückblenden, Joes "Alltag" im Krankenhaus und schließlich aus immer surrealer anmutenden Szenen, die Träume darstellen.
Es gibt viele bedeutende Anti-Kriegsfilme, doch dieser hier ist sicherlich einer der bemerkenswertesten. Die Sinnlosigkeit des Krieges, in dem es letztlich nur darum geht sich gegenseitig umzubringen, bis eine Seite entweder völlig ausgemerzt wird, oder kapituliert, damit die Gegenseite am Ende Recht behält und zum "Sieger" erkoren wird... Dieser Wahnsinn wird hier auf eine Art und Weise aufgezeigt, die zugleich faszinierend und schockierend ist. Die Spitze der Nahrungskette hat keine Fressfeinde außer sich selbst...

Die schauspierischen Leistungen sind sehr gelungen. Allen voran der "ewige Nebendarsteller" Jason Robards als Joes Vater und Donald Sutherland als Jesus sind äußerst gelungen. Es ist seltsam, dass dieser Film ein solches Staraufgebot zu bieten hat und trotzdem ein Schattendasein fristet.

Die Aufmachung der DVD ist sehr schön. Neben den üblichen Trailern, befindet sich auch eine Dokumentation über Dalton Trumbo auf dem Silberling, die sehr interessant ist und einen Einblick in das Leben des Autors und Filmemachers bietet. Die deutsche Synchronisation ist sehr professionell, kommt aber nicht ganz an die Originalstimmen heran. Die verzweifelten "Rufe" von Joe verlieren etwas von ihrer Intensität in der deutschen Übersetzung. Trotzdem handelt es sich um äußerst solide Arbeit.

Bleibt nur zu hoffen, dass durch diese neue Aufmachung im Rahmen der Arthaus Collection der Film endlich den Bekanntheitsgrad bekommt, den er auch verdient. Dieses Werk verdient großen Respekt und sollte unbedingt auch in Schulen gezeigt werden. Da der Film eine Freigabe ab 12 Jahren hat, dürfte das kein Problem sein. Gerade heranwachsende Jungen, die gerne Cowboy oder Soldat spielen sollte dieser Film gezeigt werden.

Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit (22. Oktober 2007)

Als John Irving "Garp und wie er die Welt sah" schrieb, hatt er bestimmt den Roman von Trumbo in Hinterkopf. Zu auffällig sind die Prallelen zwischen Garps Vater und Johnny aus Trumbos Roman.
Nur Trumbos Roman ist kein ironisches Spiel, wie Irvings Roman, sondern tatsächlich verarbeitete Kriegserfahrung.
Irvings Garp ist also als geistige zynische Flucht aus dem Bettengrab des Soldaten Johnny und gleichzeitig als sarkastische Überhöhung der Unmöglichkeit zu verstehn. "Johnny zieht in den Krieg" ist aber wohl der einzige echte Antikriegsfilm neben "Apokalypse Now" und "Wege zum Ruhm", der keine Ausflüchte und Rechtfertigungen mehr zuläßt. Ein Film, der im Torso (im Kopf) eines Soldaten stattfindet und die Ausweglosigkeit aus dem menschliche Dilemma des Machens und Mitmachens, der Aktivität und der Passivität aufzeigt.
Trumbos Film handelt nicht nur von einem Trauma, sondern ist selber eins. Wer wissen will, was der Krieg wirklich ist, schaue sich diesen Film an, wenn er denn starke Nerven hat. Ein Film, der auf die Lehrpläne der Filmakademien gehört, bevor dumme Regisseure weitere dumme Kriegsfilme drehen!

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