Mozart, Wolfgang Amadeus - Die Zauberflöte (NTSC)

Verkaufsrang: 11628 (DVD)
Actor: Sabrina Strehl
Actor: Matti Salminen
Actor: Julia Kleiter
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 6 Jahren
Binding: DVD
EAN: 0044007343678
Format: Classical
Format: Dolby
Format: NTSC
Format: Surround Sound
Label: Universal/Music/DVD
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Universal/Music/DVD
Anzahl Medien: 2
NumberOfItems: 2
Verlag: Universal/Music/DVD
RegionCode: 0
Erscheinungsdatum: 16. Oktober 2007
Spielzeit: 182
Studio: Universal/Music/DVD
TheatricalReleaseDate: 2008
UPC: 044007343678
von: Sabrina Strehl (Hauptdarsteller), Matti Salminen (Hauptdarsteller)
Preis: EUR 16,24

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Kundenrezensionen zu 'Mozart, Wolfgang Amadeus - Die Zauberflöte (NTSC)'

Zwischen zwei Küssen um Liebe kämpfen müssen (25. Oktober 2007)

Der 46-jährige Kärtner Martin Kusej ist einer der führenden, aber auch umstrittenen Theater- und Opernregisseure - gerade erst hat er sich mit der Stuttgarter Staatsoper und dem Wiener Burgtheater überworfen, 2004 wurde ihm die Neuinszenierung des Parsifal in Bayreuth aus unbekannten Gründen ein halbes Jahr vor der Premiere wieder entzogen. Im vergangenen Jahr hat Kusej mit dem kunstradikalen Nikolaus Harnoncourt als musikalischem Leiter Mozarts Dauerbrenner »Die Zauberflöte« inszeniert und kräftig gegen den Strich gebürstet. Man muß beide nennen, denn Harnoncourts Einfluß auf die Regiearbeit ist deutlich erkennbar. Die Zauberflöte ist bei ihnen keine mythische Reise in die Freimaurerwelt, es ist kein Lehrstück für die Ideale der Aufklärung. Für sie geht es um Liebe, um die Erwartungen an sie, die Ängste um sie und welche gesellschaftlichen Konventionen ihnen dabei eigentlich im Wege stehen. Tamino und Pamina werden in der Ouvertüre aus ihrem Hochzeitskuss in Alpträume gerissen, in denen sie bestehen müssen. Es ist eher die Welt Kafkas als die Mozarts. Papageno ist nicht der tumbe Tölpel, der einfältige Hanswurst, über den alle lachen dürfen, sondern er ist Alter Ego Taminos, frei von Errungenschaften und Zwängen der Zivilisation; Papageno ist mit charakterlicher Tiefe gezeichnet. Während Tamino als überzivilisierter Antiheld dargestellt wird, kommt Papageno die Rolle des Sympathieträgers zu. Das Verhältnis Tamino/Königin der Nacht und Pamina/Sarastro ist durchaus auch mit erotischen Aspekten versehen und aufgeladen. Die Eingeweihten werden als hedonistischer Männerbund geschildert, denen es nur um Unterhaltung geht - sie feiern und gehen wie Studenten dem Fechten nach. Am Ende erwachen Tamino und Pamina aus ihrem Alptraum und sie dürfen sich endlich küssen. So radikal und dabei tiefsinnig durchdacht, ist die Zauberflöte schon lange nicht mehr entstaubt worden. Sie mag einen ästhetisch befremden, aber intellektuell fordert sie den Zuschauer. Harnoncourt verleiht dem Stück eine Ausdrucksstärke, die musikalisch tief berührt und zu neuen Erfahrungen führt, wo man dachte, schon alles auswendig zu kennen. Wie Julia Kleiter ihrer Pamina die Wandlung vom naiven Mädchen hin zur gereiften Frau angedeihen lässt, ist einfach fabelhaft. Wie der Schweizer Bariton Ruben Drole seinem Papageno jede volkstümelnde Gemütlichkeit verbittet, die die Rolle so schnell ins Lächerliche ziehen kann, das ist bemerkenswert: Papageno ist hier als verletzlicher, einfacher Mensch austariert, der sich nicht verbiegen lässt. Christoph Stehls Tamino ist herrlich überzivilisiert, wie ihn Ulrich Noethen im Film in seinen Rollen immer verkörpern muß. Der Sarastro Matti Salminens ist großartig, stimmlich perfekt und darstellerisch mit interessanten Brüchen gezeichnet. Kurzum: Die Zürcher Zauberflöte ist musikalisch ein Hochgenuß, sie ist aber anders, sie ist modern, sie mag überhaupt vieles sein - dumm ist sie ganz sicher nicht!

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