Aus der Amazon.de-Redaktion
Jedesmal, wenn irgendwo ein neues Dylan-Album besprochen wird, jubelt die Kritik: "Das beste seit Blood on the Tracks". Mit gutem Grund. Entstanden vor dem Hintergrund einer zerrütteten Ehe, aufgenommen nach einer Tour mit The Band, die offensichtlich für eine kreative Neuzündung sorgte, gehört Blood zu Dylans Meisterwerken. Die langen, epischen Songs des Albums sind bestens bekannt, aber die wahren Highlights stellen die kürzeren Stücke dar -- "You're a Big Girl Now", oder der durch und durch perfekte Blues "Meet Me in the Morning" und das bittersüße "Buckets of Rain". Bei diesen Songs handelt es sich in der Tat um "images and distorted facts", subjektive Eindrücke also, aus unterschiedlichen, miteinander verknüpften Perspektiven, die allesamt von derselben Traurigkeit gezeichnet sind. --David CantwellKundenrezensionen zu 'Blood on the Tracks [Vinyl LP]'
Back to the Roots!! (18. November 2008)
Nach dem Dylan die eher durchschnittlichen und Kontroversen Alben vorher raus gebracht hat.Hat er es mit Blood on the Tracks geschafft seine Melodic/Lyric wieder voll einzusetzen und Tolle songs zu machen. Buckets of Rain, Shelter from the Storm und das Tangled up in Blue sind meisterwerke aber was erzähl ich es ist Dylan!!!Nur zu Empfehlen für die die auch die 60ziger Alben lieben!
Einzigartig (6. Oktober 2008)
Seit vielen Jahren streiten sich die Experten welches Album das Beste von Bob Dylan ist.Falls überhaupt, dann lässt sich dieses Frage wohl nur mit großen Einschränkungen beantworten, aber wie dem auch sei, "Blood on the tracks" gehört sicherlich zu den Alben, die Bob Dylan zu dem gemacht haben was er ist.
Überwiegend besteht dieses Meisterwerk aus Lieder, von denen man fast anzunehmen geneigt ist dass es sie schon immer gegeben hat und die doch erst auf diesem Album das Licht der Welt erblickt haben.
Sehr erfreulich ist auch der Umstand, dass "Blood on the tracks" zwar im typisch staubigen Dylan-Sound erklingt, sich aber dennoch nicht so unhöflich und lustlos hingeworfen wie manch anderes Album von ihm anhört.
Über die in der Rockmusik einzigartigen und vielschichtigen Texte ein Wort zu verlieren, ist gerade bei diesem Werk überflüssig.
Überirdisch - Dylans "frühes" Spätwerk (22. Oktober 2007)
Dylans Scheidungsalbum und das emotionalste und persönlichste Werk des Meisters. Eigentlich sollte es bei Besprechungen einer CD selbstverständlich sein, über das zu schreiben, was drauf ist und nicht über das, was nicht drauf ist. Bei Bob Dylan kann dieses schon mal zu einem Problem werden. Bei Infidels lag das Problem darin, dass einige der schönsten Stücke (wie Blind Willie McTell) den Weg auf die offizielle Pressung nicht gefunden hatten und statt dessen eher mittelmäßiges Material verwendet wurde. Bei Blood On The Tracks liegen die Dinge etwas anders. Obwohl die Geschichte wahrscheinlich bekannt ist, will ich sie nochmals kurz schildern. Dylan hatte alle Lieder des Albums in den Monaten August und September 1974 in New York aufgenommen, und eigentlich lag die Scheibe zum Jahresende fertig vor, um mit Pressung und Auslieferung zu starten. Mittlerweile hatte sich aber die Gemütslage des Meisters vor dem Hintergrund seiner zunehmend scheiternden Ehe dramatisch geändert, und vieles von dem, was er aufgenommen hatte, entsprach nicht mehr seinen aktuellen Empfindungen. Also wurde zum Jahreswechsel Dylans Bruder David beauftragt, auf die Schnelle eine Schar von Musikern zusammen zu trommeln, und in einem Studio in Minneapolis wurden 5 Stücke des Albums komplett neu eingespielt. Hierbei handelte es sich um Tangled Up In Blue, Youre A Big Girl Now, Idiot Wind, Lily, Rosemary And The Jack Of Hearts und If You See Her, Say Hello. So wurde Blood On The Tracks dann auch im Frühjahr 1975 veröffentlicht. Bis auf Lily... sind die New Yorker Erstaufnahmen aber mittlerweile über verschiedene Biograph- und Bootleg-Veröffentlichungen der Allgemeinheit zu Ohren gekommen, und man kann heute sehr schön einen Vergleich ziehen zwischen der ursprünglichen Aufnahme und der, die dann offiziell verkauft wurde.Fazit: Hätte Dylan es bei der ursprünglichen Version belassen, wäre Blood On The Tracks ein Meisterwerk geworden, so ist es schlicht und einfach überirdisch und einer DER ganz großen Meilensteine der gesamten Pop- und Rockmusik. Während z.B. die New Yorker Version von Idiot Wind eher verhalten und schwermütig, fast verzweifelt klingt, schleudert Dylan dem Idiotenwind in der veröffentlichten Fassung seine ganze Wut und aufgestaute Aggression entgegen. Auch Tangled Up In Blue, das locker unter den besten 10 Dylan-Stücken aller Zeiten steht, hat sich nicht nur textlich gewandelt (von der 3. in die 1. Person), sondern ist von einem reservierten und verlangsamten Original zu einer fiebrig nervösen Neuversion mutiert, was dem Lied hörbar gut tut. Hinzu kommt, dass die Erstaufnahmen in New York im Gegensatz zu denen in Minneapolis durchweg in einem Open Tuning der Gitarren erfolgten. Das klingt sehr schön, hätte aber zu der Gefahr geführt, dass Blood... in der Originalversion vielleicht eine Spur zu sehr von einem einheitlichen und damit spannungsarmen Stimmungsbild geprägt worden wäre. So wie veröffentlicht ergibt die Mischung aus Original- und Neuaufnahmen ein in jeder Hinsicht perfektes Gesamtwerk, das zumindest in den 70er Jahren weit über allem anderen steht, was dort an Musik veröffentlicht worden ist.
Also, wer Blood On The Tracks noch nicht haben sollte: Kaufen kaufen kaufen. Der einzige Grund es nicht zu tun, wäre darauf zu warten, dass die große Mutter Columbia eines Tages mal eine Gesamtpressung mit sämtlichen Original- und Neuversionen sowie mit den Outtakes (auch da gibt es ein paar wunderbare, man denke nur an Up To Me) auf den Markt bringt, aber ich befürchte, dieses wird so schnell nicht passieren. Deshalb muss es die vorliegende Scheibe erst mal tun, und auf der gibt es eigentlich kein einziges Stück, das schwach ist. Herausragend sind Tangled Up In Blue, Simple Twist Of Fate, Idiot Wind, das föhlich optimistische (!) Youre Gonna Make Me Lonesome, When You Go, If You See Her, Say Hello und vor allem Shelter From The Storm, und auch der Rest ist allemal besser als sehr gut.
Der Schrein des Bob Dylan (7. April 2007)
Gut 10 Jahre nach seinem triumphalen Dreigespann "Bringing It All Back Home", "Highway 61 Revisited" und "Blonde on Blonde" trieb Dylan auf "Blood On The Tracks" seine Kunst noch einmal an die Spitze seines Genies und entwarf dieses Meisterwerk, den Folk im Herzen, den Rock and Roll in den Fingern.Was die zahlreichen Folk-Puristen unter Dylan's Fans für den endgültigen Absturz hielten, ist für mindestens ebenso viele bis heute der Zenit seines Schaffens.
Das entschwebte "Tangled Up In Blue" macht den Anfang und entführt einen in das vielschichtige, feinhörige Soundgewebe dieser Platte, aus dem man sich so schnell nicht befreien kann. Gar nicht befreien will.
Das prächtige Klimpern der Gitarren und die stimmliche Hochform des Meisters bilden wohl das Gemäuer. Was sich dahinter an musikalischen und lyrischen Finessen versteckt, bleibt zu erkunden jedem selbst überlassen. Wie so oft bei Dylan gilt: die echte Story steht irgendwo zwischen den Zeilen...
Selten hat Dylan auch so reichlich Melancholie in seinen Zaubertrank gegossen. Vor allem das berührende "If You See Her, Say Hello" zeugt von Sentiment.
Man muss ja aufpassen, dass man nicht für jedes Werk dieses musikalischen Freigeistes einen eigenen Schrein errichtet. "Blood On The Tracks" hätte ihn sich verdient.
Ein Klassiker (13. März 2007)
Bob Dylan spielte tolle Alben ein und er produzierte scheussliche Alben. Nie wusste man bei ihm, was als nächstes kam."Blood on the tracks" gehört sicher zu seinen Top 3. Vom ersten Stück an, dem sagenhaften "Tangled up in blue" reisst einen Dylans Intensität hin.
Zu den einzelnen Tracks ist andernorts schon genug geschrieben worden; sie alle bilden einen Höhepunkt in Dylans Werk. Wenn man nur 3 Dylan-Alben haben will, dann muss sicher "BotT" dabei sein.
Mein Favorit : "Idiot Wind".
Klare Kaufempfehlung für eine gut sortierte Sammlung!
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