Verkaufsrang: 1606 (DVD)
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Binding: DVD
Director: Sung-Hyung Cho
EAN: 4260065523456
Format: Dolby
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Label: Indigo
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Indigo
Verlag: Indigo
RegionCode: 0
Erscheinungsdatum: 23. November 2007
Spielzeit: 90
Studio: Indigo
TheatricalReleaseDate: 2006
Preis: EUR 15,00
VideoMarkt
In Schleswig-Holstein, da ist die Welt noch in Ordnung. Kühe grasen auf den Wiesen und die Felder scheinen einer landwirtschaftlichen Postkartenidylle entsprungen. Doch einmal pro Jahr wird es schwarz in Wacken: Dann findet hier das beliebteste Heavy-Metal-Festival Deutschlands statt, ein Open Air, das auch internationales Publikum anzieht. Zwei widersprüchliche Welten prallen dann aufeinander, zwei Kulturen, die sonst fast überschneidungsfrei nebeneinander existieren.VideoWoche
Den etwas anderen Heimatfilm liefert die gebürtige Koreanerin Cho Sung-Hyung mit einer unterhaltsamen bis urkomischen Dokumentation über das verschlafene norddeutsche 2000-Seelen-Nest Wacken, das einmal im Jahr zum Metal-Mekka für 40.000 Heavy-Metal-Fans aus aller Welt mutiert. Cho interessiert sich dabei vor allem für die Sicht der Bewohner, die zwischen Ablehnung, Ratlosigkeit und toleranter Akzeptanz hin und her schwanken. Für die amüsante Studie wurde ihr u.a. der renommierte Max-Ophüls-Preis verliehen.Blickpunkt: Film Kurzinfo
Dokumentation über den schleswig-holsteinischen 2000-Seelen Ort Wacken, der alljährlich durch das Wacken Open Air zum Mekka für 40.000 Heavy-Metal-Fans aus aller Welt wird.Kurzbeschreibung
Draußen grasen unter holsteinischem Himmel die Milchkühe, drinnen gibt es beim Kaffeekränzchen selbstgebackenen Kuchen. Auf den ersten Blick ein ganz normales Dorf, wie es in Deutschland viele davon gibt, beschaulich und idyllisch - Wacken. Einmal im Jahr jedoch, am ersten Wochenende im August, ist richtig was los. Dann findet für drei Tage das Wacken Open Air Festival statt. "Wacken rules!" dröhnt es als Schlachtruf, und 40.000 Heavy-Metal-Fans mit langen Haaren, schwarzen Ledermänteln und Nietenhalsbändern strömen aus aller Welt in das Dorf. Sie sind gekommen, um ihre Musik und sich zu feiern. Schwarze Schlangen bilden sich vor dem kleinen Supermarkt, auf den Wiesen reiht sich in endloser Weite ein Zelt ans nächste, und vor der riesigen Black-Metal-Stage wogen tausende von Armen und Köpfen im harten Rhythmus der Metal-Musik. "Full Metal Village" setzt sich mit der kuriosen, liebenswürdigen Begegnung zweier Kulturen auseinander und dokumentiert - über das temporäre Musikereignis hinaus - das Bild einer ländlichen Gemeinde, deren Identität und Zusammenhalt ohne das Heavy-Metal-Festival nicht mehr denkbar scheint.Kundenrezensionen zu 'Full Metal Village'
Heimatfilm (20. August 2008)
Der Regisseurin ist es gelungen die Schönheit der norddeutschen Landschaft einzufangen und ein wunderbares humorvolles Porträt der Einwohner zu zeichnen. In dem Film wird nicht so stark auf das Konzert an sich eingegangen, als vielmehr auf die Einwohner der Gemeinde Wacken und wie sie zu dem Festival stehen. Irgendwie hat mich diese Reportage ein bisschen an die gelungenen Folgen von Gernstels Reisen erinnert.Wacken rules.
Ps.: Man sollte sich das Interview mit der Regisseurin unbedingt anschauen ;)
Ein 'Must' für jeden Kinofan (1. August 2008)
Als Full Metal Village 2007 den Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken gewann hatte ich das Glück der Premiere beizuwohnen. Ich habe mich bestens amüsiert: ein durchweg trockener Humor gepaart mit einem Schuß Ironie und einer Koreanerin (Sung-Hyung Cho) welche Ihren Beitrag zum Thema "Heimat" auf diese gelungene Art und Weise verpackte. Nach der Vorführung ist es bei Max-Ophüls üblich, dass die Filmemacher dem Publikum für Fragen zur Verfügung stehen, Gegenstand hier war das gestörte Verhältnis der Deutschen zu Ihrem Land im Allgemeinen und Heimat im Besonderen und das ganze durch die Brille von einer die 'von da draußen' kommt und mit ihrem Film sagen will: macht euch mal locker, Heimat kann humorig, witzig und völlig abgedreht sein; Heimat kann auch weltoffen sein und 60.000 irre Metaller auf 1000 Seelen treffen lassen, deren Lebensinhalt während 99% des Jahres auf Gesangsverein, Kühe und Landschaft beschränkt ist. Für mich ist der Film absolut sehenswert, ein würdiger Preisträger und ein Film mit Potential zum Kultfilm.Ein Flugzeugabsturz? (19. Juni 2008)
In Norddeutschland gibt es den kleinen Ort Wacken. Die knapp zweitausend Bürger leben größtenteils von der Land- und Viehwirtschaft. Ein Kamerateam befragt die Menschen nach ihrer Arbeit, ihrem Leben und nach ihren Plänen. Zahlreiche Anschauungen werden vor laufender Kamera ausgebreitet. Sie lieben ihre Heimat, das Bekannte. Das Unbekannte ist den meisten nicht geheuer.Fast unmerklich im Hintergrund entsteht ein Gerüst unweit des Ortes, dass mit der Zeit immer größer wird. Und dann ist es so weit, fast alle Bürger in dem kleinen Ort haben einen zweiten, zeitlich begrenzten Job. Eine Lawine von meist jungen Menschen rollt an und besetzen die leeren Felder. Sie sind gekommen um ein Rockkonzert zu erleben, dass hier regelmäßig stattfindet.
Die Dokumentation wird recht spannend in Szene gesetzt. Gleich zu Anfang hat man den Eindruck, hier sei ein schlimmes Unglück passiert. Vielleicht ein Flugzeug abgestürzt. Die Befragungen der Ansässigen ergibt nicht gleich einen Sinn. Erst nach und nach fügen sich die Puzzle zusammen und der Betrachter versteht das Gesamtwerk.
Heavy Metal vs. Blaskapelle (6. Juni 2008)
Full Metal Village ist ein Dokumentarfilm und ein Heimatfilm. Oder eher ein dokumentarischer Heimatfilm. Es geht um das Dorf Wacken in Norddeutschland, in dem jedes Jahr im Sommer das sogenannte "Wacken Open Air", ein Musikfestival für Hardrock-Fans, stattfindet.Die Regisseurin, eine Deutsche mit südkoreanischen Wurzeln, nimmt sich viel Zeit für ihre Protagonisten. So ist fast 2/3 des Films nichts zu sehen und zu hören von Heavy Metal und den dazugehörigen Fans. Vielmehr werden die Dorfbewohner ausführlich gezeigt und kommen oft zu Wort, wobei die Aussagen von Bekenntnissen zum Erhalt einer langjährigen Ehe bis hin zu getesteten Schadstoffen in herkömmlicher Kuhmilch reichen. Sie sind liebenswert, die Bauern, die in Ruhe eine rauchen und Katzen beim Milchschlecken zugucken ("So macht Landwirtschaft Spaß"), die sich mit ihren Ehefrauen kabbeln oder ihren Raucherhusten mit einem lapidaren "So lange ich huste, lebe ich ja noch" kommentieren. Da sind die Omas, die das Festival für ein Treffen von Satanisten halten oder gleich ganz das Dorf verlassen, bevor das Festival losgeht. Oder die jungen Mädchen, die sich freuen, weil dann endlich mal was los ist in Wacken und die in der Scheune schon mal Sport treiben und Schminktipps ausprobieren, um hübsch auszusehen zum Festivalbeginn.
Das alles ist nett anzusehen und lässt einen oft schmunzeln, dennoch fragt man sich nach einer Weile, wann es denn nun endlich losgeht mit dem Festival. Denn so charmant und lieb sie alle sind, die Wackener, lässt das Interesse an ihnen doch irgendwann nach, denn mehr als Statements zur Landwirtschaft, Viehzucht und dem Zusammenleben mit den Ehefrauen/-männern haben sie dann auch nicht zu sagen. Aber nach ca. einer Stunde geht es dann los, die Hardrocker reisen an. Sie nehmen das Dorf in Beschlag, kaufen den örtlichen Edeka-Markt leer, singen auf den Strassen und pflastern die Wiesen mit ihren Zelten. Nun hätte man gerne auch von ihnen etwas mehr gehört als ein gegröltes "Wacken rules", aber die, um die es eigentlich in diesem Film geht, bleiben seltsam blass und stumm. Kein einziges Statement, keine direkt an sie gerichtete Frage, nur ein Abfilmen der Massen beim Konzert, beim Einfall in die Stadt, beim Einkaufen. Da hätte man sich mehr gewünscht, mehr Zwischenmenschliches zwischen Dorfbewohnern und Fans, Meinungen der Fans etc. Etwas, das über die Begrüßung der Hardrocker durch die örtliche Blaskapelle hinausgeht, wobei dort alle friedlich vereint den Trompeten lauschen (die Dörfler mitschunkelnd, die Hardrocker headbangend).
Alles in allem ist es wohl mehr Heimatfilm als Festival-Doku. Interessant, ungewöhnlich und skurril, hinterlässt diese Dokumentation aber doch den Wunsch nach etwas mehr Straffung im ersten Teil und etwas mehr Vertiefung im zweiten. Gleiches Recht für alle!
Gelungenes Portrait (1. Juni 2008)
Jedem, der hier weniger als 5 Sterne vergeben hat, hätte man vorher nochmals den Titel des Filmes en detail erklären sollen: Hier geht es in erster Linie um das verschlafene Dorf Wacken und dessen Bewohner, NICHT um das Festival per se! Dies ist KEIN bloßer Mitschnitt eines Musikfestivals, kein Making of, Hinter den Kulissen oder sonstiges Werbematerial von und für Heavy metal.Die pointierten Einstellungen, die ruhigen Bilder, die mitgeschnittenen Dialoge sind ein perfektes, amüsiertes aber nicht schadenfreudiges Hinschauen auf das von der Altersstruktur her sehr senile Dorfleben.
Lauter archetypische Charaktere, denen man sehr gerne lachend zuschaut, ohne über sie zu lachen.
Gehört meiner Meinung nach zu den großartigsten Dokumentationen, die ich jeh gesehen habe - sehr feinfühlig abgestimmter Bilderreigen über die gute alte Zeit, als man Kühe noch an den Adern ihrer Euter erkannte... ;)





