Kurzbeschreibung
Bildung und Spaß, Hip Hop und abendländische Kultur, Schiller und moderne Beats– unvereinbare Antipoden? Sollte das für andere gelten, die „Jungen Dichter und Denker“(JDD) schert’s nicht. Sechs Jugendliche aus Buchholz in der Nordheide zeigen, dass Goethe und Groove zusammen gehören. Und dass Gedichte keinen staubigen Geschmack auf der Zunge hinterlassen müssen – definitiv nicht, wenn man sie rappt.
"Völlig klischeefrei, unverbraucht und frisch – Junge Dichter und Denker von Kids für Kids, genau das brauchen wir. Respekt!" sagt einer, der es wissen muss: Thomas D, Pionier des deutschen Sprechgesangs von den Fantastischen Vier. Lob und Anerkennung kommt auch von anderer prominenter Stelle, von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff: „Ich finde es eine wunderbare Idee, Gedichte auf diese Weise zu vertonen. Die Jungen Dichter und Denker ermöglichen Kindern und Jugendlichen einen ganz neuen Zugang zu diesen Meisterwerken sowie zu Lyrik im Allgemeinen, einen völlig anderen als die Schule ihn bieten kann.“ Klingt nach einer genialen Idee - und dabei liegt der Gedanke doch gar nicht fern...
Wer sich an Altmeister wie Goethe, Schiller oder Fontane wagt, wird schnell bildungspolitisch in Beschlag genommen. Junge Menschen, die sich freiwillig mit klassischem Kulturgut beschäftigen? Das erntet Begeisterung! Zumal in Verbindung mit Musik, die doch nachweislich (laut einer Studie von Prof. Dr. Hans Günther Bastian) Intelligenz, Kreativität und Sozialverhalten von Kindern positiv beeinflusst – eine perfekte Kombination also. Der Verein Deutsche Sprache e.V. etwa jubelt, „die Jungen Dichter und Denker beleben die den klassischen Balladen inhärente Spannung durch die Dynamik des Rap!“ So akademisch-analytisch kann man das natürlich formulieren, ist auch durchaus legitim.
JDD kümmern sich darum allerdings weniger, sie haben keinen didaktischen Anspruch. „Der Zauberlehrling ist wirklich aufregend, in dem Gedicht passiert unheimlich viel”, erzählt Laura mit leuchtenden Augen. Konstantin mag die Dramatik in “Die Brücke am Tay”, Tim bekommt beim Erlkönig eine Gänsehaut, „vor allem die letzte Strophe ist unheimlich traurig”. Und so hat jeder seinen eigenen Zugang, seine eigenen Bilder und Gefühle, die aus den Zeilen entstehen. Sie nehmen die Gedichte ganz als spannende, hintergründige Geschichten – die selbstverständlich auch noch cool klingen – fernab von jeglichem Bildungsdünkel. Und beweisen damit auf ihre Art die Zeitlosigkeit der „großen“ Dichter und Denker. Es geht nicht darum, dem Hörer diese vielschichtigen Werke erschöpfend zu erklären, das kann nur in Elternhaus und Schule geleistet werden. Aber vielen Jugendlichen mit Sound und Stil einen spielerischen, genussvollen oder auch „coolen“ Umgang mit einem Stück Kultur zu ermöglichen – das ist ausdrücklich erwünscht.
Der Focus schreibt: „Dieses Musikprojekt zeigt, dass Tradition und Moderne sich durchaus auf unterhaltsame Weise verbinden lassen“. Na klar, Konventionen hin oder her – die Mischung passt.
Kundenrezensionen zu 'Junge Dichter & Denker'
Junge Dichter und Denker - Rap trifft Goethe & Co. (5. Februar 2008)
Wer hat sie in der Schulzeit nicht gehasst. Erlkönig und Zauberlehrling. John Maynard und den Handschuh.Stundenlang quälten wir uns damit, Vers um Vers zu lernen. Vom Sinn oder mehr blieb dabei so gut wie nichts hängen - oder doch nicht?
Lange nachdem ich die Schule verlassen hatte, kam ich - wieder - auf den Geschmack von Goethe, Fontane, Schiller und Co. Eine neue Lese- und Denkweise machte die alten Meisterwerke plötzlich für mich wieder interessant.
Am Versuch, sie den Kindern näher zu bringen scheiterte ich jedoch genauso, wie meine Eltern vor Jahren.
Eine Fernsehsendung und dieses Album der "Jungen Dichter und Denker" aber machten das bis dahin Unmögliche möglich. Musikalische Rap- und Popsongs sind der neue Mantel, in dem sich Heideröslein und Herr von Ribbeck ihrem neuen jungen Publikum präsentieren.
Ein erster Eindruck leichten Entsetzens wich schnell der Erkenntnis, eine neue Art der Beschäftigung mit den guten alten Meistern der deutschen Literatur ist DER Weg, Kinder und Jugendliche wieder zum Lesen zu bewegen, zumindest aber, sich mit den Meistern in vertonter Form auseinander zu setzen.
Das Album hört sich einfach Klasse an. Es beinhaltet alle wichtigen Gedichte der deutschen Literatur und ist eine ganz neue Erlebniserfahrung, denn wer hat schon einmal altbekannte Gedichte als Song gehört?
Ein weiterer Erfolg spricht dafür, die "Dichter & Denker" sind Kinder, die Musik für Kinder machen. Doch auch ein Erwachsener sollte sich durchaus auf die Kinderebene zurück begeben.
Wer sich diese CD nicht anhört, hat in jedem Falle etwas Großes versäumt.
JDD (14. Dezember 2007)
Eine gut gelungene Umsetzung, Kindern und auch Erwachsenen, deutsche alte Meister schmackhaft zu machen.Vielleicht hat manch ein Lehrer Spaß daran, sein Wissen mit dieser CD zu verbinden und somit Kindern die Welt des Reimens zu öffnen. Hoffentlich kommt noch mehr!Jung, dichten und denken - einfach klasse (7. Dezember 2007)
Wer denkt, deutscher Rap sei agressiv und für nichts zu gebrauchen, liegt falsch, denn JDD beweisen das Gegenteil. Mit den coolen Raps der Kids macht Gedichte lernen wieder Spaß. Die Jungen Dichter und Denker ermöglichen Kindern und Jugendlichen einen ganz neuen Zugang zu den lyrischen Werken. Bitte mehr davon!Klassiker auf modern getrimmt (30. November 2007)
Junge Dichter und Denker - hinter diesem Projekt verbergen sich 6 Kinder zwischen 11 und 15, die sich mit tatkräftiger Hilfe des Fanta-4-Rappers Thomas D. bekannte Gedichte und Volkslieder vornehmen und im HipHop-Gewand präsentieren. Dieser Idee kann man eine gewisse Originalität nicht absprechen: "Zauberlehrling" gerappt, das gab es bisher noch nicht. Zudem muss man anerkennen, dass die Kids wirklich gut singen können und sich in den Gesangspassagen keine Blöße geben. Wenn sie allerdings zu rappen anfangen, merkt man deutlich, dass das nicht ihre eigentliche Stärke ist: die Versuche, den Text auf die Beats zu bringen, klingen stellenweise doch sehr bemüht, und der richtige Flow, der guten Rap nun einmal ausmacht, fehlt meist. Das ist schade, zumal es ja wirklich genügend Jugendliche in diesem Alter gibt, die wirklich rappen können - wer es nicht glaubt, sollte sich einmal anhören, was das Braunschweiger Rap-Talent Fabian Römer aka F.R. im Alter von 13 oder 15 Jahren an den Start gebracht hat.Richtig ärgerlich ist es, dass die Produzenten es nicht lassen konnten, das Ganze mit aufdringlicher, plastikmäßiger Synthesizer-Musik zu unterlegen, die sehr an Euro-Pop aus den 90ern erinnert: Glöckchen, synthetische Streicher und Panflöten - dem Hörer bleibt nichts erspart. Das klingt, als singe ein Kinderchor gegen die Rhythmusorgel eines zweitklassigen Alleinunterhalters an, wobei der Inhalt der Gedichte in den Hintergrund tritt und die Stimmung, die der Dichter ausdrücken wollte, leider untergeht. Gänsehaut beim "Erlkönig" oder "Belsazar"? Fehlanzeige - stattdessen gibts Disco-Beats aus dem Drumcomputer. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.
Es bleibt die Frage, an welche Zielgruppe sich dieses Werk eigentlich richtet. Jugendliche, die sonst "richtigen" HipHop hören, werden über den hier gebotenen Rap nur müde lächeln und die CD peinlich berührt in die Ecke stellen. Und jüngere Kinder dürften zwar an der Musik Gefallen finden, mit den meisten der Gedichte aber überfordert sein. Von daher ist es fraglich, ob das pädagogische Konzept, jungen Menschen die alten Klassiker schmackhaft zu machen aufgeht. Möglicherweise gefällt die CD am ehesten den Eltern, die sich mit wohligem Schaudern daran zurückerinnern, wie sie früher in der Schule diese Gedichte auswendig lernen mussten.
Alles in allem hinterlässt die CD einen zwiespältigen Eindruck. Die Produzenten haben beim Entstauben der alten Werke des Guten zuviel getan und die Klassiker ordentlich mit Zuckerguss überpinselt. Von daher eigentlich nur drei Sterne - der vierte geht raus an die sechs jungen Sänger, die ihr bestes geben und denen zuzuhören wirklich Freude macht. Es ist zu hoffen, dass wir in Zukunft mehr von ihnen (und weniger vom Synthesizer) hören werden...
Perfektes Weihnachtsgeschenk (26. November 2007)
Ich habe meiner Nichte letzte Woche die CD als eventuelles Weihnachtsgeschenk besorgt und bin völlig begeistert. Die Songs haben Dynamik und echten Ohrwurmcharakter. Ich glaube, dass sie an dem Album viel Spaß haben und nebenbei noch etwas lernen wird. So eine nette Lernhilfe hätte ich für meine Deutschstunden auch gern gehabt.Tolle Idee - tolle Umsetzung. Ich habe noch nichts vergleichbares gesehen: daher ohne Bedenken 5 Sterne.






