Aus der Amazon.de-Redaktion
Nichts gegen Musik, die einem flüchtige Melodien ins Ohr weht und nichts gegen kurzweilige Lieder für den Moment. Von diesem schnellen Kommen und Gehen hat das fantastische Album In The Future rein gar nichts, es zieht einen magisch in die Tiefen der Pop-Welt und auf dem aufregenden Trip fliegen einem die Zitate nur so um die Ohren, rauschen assoziativen Gedanken durch den Kopf. Das fängt schon beim Bandnamen an. Wurde er vom alterwürdigen Led-Zeppelin-Song "Black Mountain Side" abgeleitet? Meinen die Kanadier vielleicht einen großen Haschisch-Haufen "Schwarzen Afghanen" oder irgendeinen Berg von spiritueller Kraft? Alles Zutaten für die Gerüchteküche, in der die Geschichte über langhaarige Hippe-Kommunarden einen falschen Rauschebart trägt. Das Quintett gehört nämlich dem Musiker-Kollektiv Black Mountain Army an, und die Mehrzahl der Mitglieder arbeiten als Sozialarbeiter in der immer problematischer werdenden Drogenszene von Vancouver. Tagsüber verteilen sie dort als Streetworker saubere Nadeln und abends rühren sie mit ihren Instrumenten ein nahrhafte Psychedelik-Suppe an, deren umfangreiche Rezeptur (Marc Bolan, Jefferson Airplane, Pink Floyd, Led Zep, Black Sabbath, Velvet Underground, Love, der junge David Bowie um nur ein paar zu nennen...) einen exquisiten Geschmack beweist. Im Sekundentakt drängen sich Vergleiche und „Kenn-ich-doch“-Gedanken auf, doch ehe die Synapsen heiß laufen, sind Black Mountain weiter durch Licht- und Schattenwelten, Dekaden und die Erdteile Amerika und Europa gezogen. Mal schnell, mal träge, mal schwebend, mal mit hängenden Schultern durchstreifen sie sämtliche Genres des Rock, Acid, Psychedelic, Heavy, Folk, Kraut, Blues, Progressiv. Mit dem Song „Stay Free“ schafften es die Gruppe aus der Provinz British Columbia sogar bis auf den Soundtrack zu Spider-Man 3. Zeit, dass sich auch bei uns in Bewusstsein krabbeln, mit In The Future haben Black Mountain jedenfalls ein außergewöhnliches Netz gesponnen. --Sven NiechziolKundenrezensionen zu 'In the Future'
Episch und wortkarg (11. September 2008)
Irgendwo hinter den schwarzen Bergen von Vancouver treffen sich der unbesiegbare Geist eines jungen Neil Young und die rauschenden Gitarrennebel von Led Zeppelin, das Ergebnis: das zweite Album der Kanadier Black Mountain.Episch breit und mit nur wenigen Worten erzeugt die Band eine unfassbare Fülle an Fleisch und Kostüm, in der, wie harzige Holzsplitter, Folk-Klänge stecken, die dem voluminösen Sound eine sympathische Fragilität verleihen. Trotz der Wucht, trotz der schweren Gitarren - diese Platte ist ebenso sensibel wie laut. Hervorgehoben sei hier vor allem das fantastische "Queens will play", das von einer leicht wahnsinnigen und dennoch liebenswerten Frauenstimme getragen wird und nach knapp 4 Minuten in einem sumpfigen Gitarren-Delta endet. Ganz groß!
Diese Platte ist eine schwere Empfehlung, sowohl für 70er-Nostalgiker, als auch für Freunde der Innovation. Denn einen solchen Mix aus psychodelischem Prog-Rock und Folk habe ich noch nie zuvor gehört.
Ein großartiges eigenständiges Album (29. Juli 2008)
Dies ist ein Meilenstein. Und wenn die 68er meinen, das alles schon zu kennen, sollten sie das tun. Es stimmt aber nicht. Eine eigenständige Band, im Sinne von Tradition und Weiterentwicklung. Die Montonie, innere Ruhe, kaum Gitarrensolis, die vorhandene Elektronik und die Unaufgeregtheit sind von der Struktur weit weg von Black Sabbath, Neil Young und Led Zeppelin. Lediglich der Sound durch Verwenden von analogen Instrumenten und die Gitarrensounds erinnern an die alten Hasen. Wer sich mit dieser Platte beschäftigt, wird belohnt. Sie wird mit jedem Hören besser. Das gilt auch und erst recht für den Frauengesang.Nehmt Euch Zeit für diese Platte, es lohnt sich!




