Puccini Great Opera Collection

Verkaufsrang: 398 (Musik)
Artist: Various
Audio CD
EAN: 0028947593850
Format: Box-Set
ListPrice:
Anzahl Medien: 15
Verlag: Decca (Universal)
Spielzeit: 880
UPC: 028947593850
von: Giacomo Puccini (Komponist)
Preis: EUR 21,90

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Product Description

GREAT OPERAS

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Kundenrezensionen zu 'Puccini Great Opera Collection'

Großartige Gesangskunst (8. August 2008)

Im Wesentlichen möchte ich mich den anderen Rezensionen anschließen. Hier wird hochkarätige Gesangskunst geboten. Bei den Aufnahmen aus den 50-iger und 60-iger erscheint mir die Klangansprache kerniger und direkter als bei den neueren Aufnahmen, bei denen die Stimmen wie aus dem Nichts zu kommen scheinen, quasi wie aus einem großen leeren Raum. Das wirkt eher etwas unnatürlich. Die Aufnahme der Tosca mit Tebaldi und del Monaco gefällt mir persönlich gegenüber den anderen Aufnahmen dieser Oper am besten. Vor allem das Duett im ersten Akt der Oper Tosca gehört zu den schönsten Aufnahmen überhaupt und wird von keiner anderen Aufnahme überboten. Bereits beim Einzelangebot dieser Aufnahme habe ich mich dazu ausführlich geäußert. Aber das sind letztlich Geschmacksfragen, die jeder Hörer für sich selbst beantworten muss. Die von Vully-Vully gemachten Einschränkungen korrespondieren nicht mit gesangstechnischen Mängeln und werden zu einer enormen Wichtigkeit aufgeblasen, die völlig unangemessen ist und letztlich auf eine Haarspalterei hinaus läuft.

Bei der Arie mit den Worten Recondita armonia wurde jedenfalls das Wort Recondita einwandfrei formuliert und nicht in das angebliche Recandät verstümmelt. Das zweite Wort klingt jedoch so ähnlich wie armaria. Um den Dingen auf den Grund zu gehen, habe ich mir Aufnahmen mit anderen Sängern angehört. Zu meinem eigenen Erstaunen habe ich die vorgebliche Vokalverfärbung auch bei Placido Domingo, Giuseppe Giacomini, Benjamino Gigli, Franco Corelli, Eugenio Fernandi sowie Jussi Björling festgestellt, und auch bei Giuseppe di Stefano sieht die Sache nicht deutlich besser aus. Von weitergehenden Überprüfungen habe ich dann abgesehen. Im Ergebnis kann jedenfalls von Mängeln der Gesangstechnik keine Rede sein. Lediglich handelt es sich ersichtlich darum, dass die Wortgenauigkeit bzw. Akzentuierung zugunsten des Schmelzflusses einer großen Gesangslinie verändert wird. Allenfalls liegen hier gewisse Eigenmächtigkeiten bei der Interpretation im Rahmen künstlerischer Freiheiten vor. Über die Verständlichkeit des gesungen Wortes wird man sich unendlich streiten können. Im Allgemeinen ist man sowieso auf die Textvorlage angewiesen. Selbst beim eher verhaltenen klassischen Liedgesang muss man das nicht unbedingt anders sehen.

Der Vorwurf liegt auf der gleichen Ebene wie derjenige von Vully-Vully bei einer Studioaufnahme der Oper La forza del destino, ebenfalls mit Tebaldi und del Monaco. In jener Rezension wird behauptet, Mario del Monaco würde unter einer Vokalverfärbung leiden [u statt a und ä statt e], die auf Mängeln seiner Gesangstechnik beruhe. In entsprechender Konsequenz hätte del Monaco als Cavaradossi dann eigentlich Reconditu urmoniu singen müssen. Soweit das e wie ein ä ertönen soll, beruht das allenfalls auf den Besonderheiten der italienischen Lautsprache. Danach wird der Vokal e wie eine Mischung aus e und ä ausgesprochen, und zwar offen. Bei Diphtongen wird jeder Vokal einzeln, jeweils klar und deutlich, ausgesprochen. Beispiele [Aussprache in Klammern] Bello [bällo], Europa [Äuropa], Euro [Äuro], parlerei [parläräi], cento [tschänto], centro [tschäntro], Scena [schäna]), Scrivere [skrivärä] usw.

Im Übrigen soll nicht unerwähnt bleiben, dass der ebenfalls weltberühmte Tenor Lauri-Volpi das si bemolle von Mario des Monaco als das schönste si bemolle der Lyrischen Oper bezeichnet hat. Ich erfreue mich mehr an schönen und ausdrucksstarken Stimmen als an der pedantischen Suche nach einem Haar in der Suppe. Unter Ausdruckstärke verstehe ich nicht die Lautstärke, sondern die packende Lebendigkeit der Gestaltung. Letzteres ist gerade auch das, was Maria Callas auszeichnet, die ihre Bedeutung nicht durch stimmliche Schönheit um ihrer selbst willen erlangt hat. Vor allem erscheint ihre Mittellage eher hässlich, was sich dann noch durch ein ausgeprägtes Flackern der Stimme [ähnlich dem Vibrato] verschärft. Als Tosca verkörpert die Tebaldi das Italienische im edlen Schönen wie auch im dramatisch Temperamentvollen am überzeugendsten. Der Vorwurf eines gelegentlich auftretenden quäkenden Beiklanges bleibt mir unerfindlich.

Die Gegenspielerin (2. August 2008)

Diese zum 150. Geburtstag des Komponisten veröffentlichte Box enthält dessen bekanntesten Opern (im Gegensatz zu der gleichzeitig bei der RCA erschienenen "Complete Opera Collection" fehlen die frühen Opern "Le Villi" und "Edgar" sowie "La Rondine") in Aufnahmen, die zwischen 1954 und 1962 entstanden sind.

Damals war die Firma Decca neben der EMI Marktführerin für die Aufnahmen von Verdi- und Puccini-Opern. Und während bei den EMI-Aufnahmen Maria Callas im Mittelpunkt stand, war der Star bei der Decca ihre große Gegenspielerin Renata Tebaldi. Im Vergleich kann man sagen, dass Tebaldi die grundsätzlich (abgesehen von einem ab und zu auftretenden quäkenden Beiklang) schönere, ausgeglichenere, weichere Stimme hatte, die sie gerade in ihren Puccini-Rollen herrlich fließen lassen konnte. Callas war die phantasievollere, klanglich variablere Darstellerin.

Der Mann an Tebaldis Seite ist in den meisten Aufnahmen Mario del Monaco, auch er ein Superstar seiner Zeit, dessen metallisch strahlender Heldentenor beeindruckt, aber nicht zu allen Rollen ideal passt. Die übrigen Rollen sind sehr gut, um nicht zu sagen luxuriös besetzt. Die Chor- und Orchesterleistungen sind größtenteils gut. Zu den Aufnahmen im einzelnen:

- Manon Lescaut (1954): Solide dirigiert von Francesco Molinari-Pradelli; Tebaldi ist als gefallenes Mädchen sehr überzeugend, del Monaco für den jungen Romantiker Des Grieux reichlich kraftvoll.

- La Bohème (1958): Altmeister Tullio Serafin leitet ein Spitzenensemble. Neben Tebaldi glänzt Carlo Bergonzi als überragender Rudolfo, dazu Gianna d'Angelo, Ettore Bastianini, Cesare Siepi und Fernando Corena. Eine der geschlossensten Aufnahmen der beliebtesten Oper des Komponisten überhaupt.

- Tosca (1959): Die am wenigsten überzeugende Aufnahme der Sammlung, trotz Tebaldis berührend sanft gesungener Titelrolle. Del Monaco ist nicht in Topform, verstört durch starke Vokalverfärbungen ("Recandät' Armanio") - trotz imponierender Spitzentöne. George London ist ein stimmlich opulenter, aber etwas braver Scarpia. Molinari-Pradelli am Pult begleitet solide, entzündet aber kein Feuerwerk. Kein Vergleich mit dem Krimi, den das EMI-Team Callas-Gobbi-di Stefano-de Sabata bietet.

- Madame Butterfly (1958): In der wieder von Serafin geleiteten Aufnahme glänzt erneut Bergonzi als fabelhafter Pinkerton, Fiorenza Cossotto und Enzo Sordello werten die Neben- zu Hauptrollen auf. Einzig Tebaldi selbst fehlt der nötige, etwas naive Jungmädchenton für den ersten Akt. Sie ist von vornherein die erwachsene, auch leidende Frau, deren Verzweiflung und Sterben sie dann allerdings mitreißend gestaltet.

- La fanciulla del West (1958): In dieser selten gehörten Oper mit ihrer etwas unausgegorenen Westernhandlung stellen Tebaldi und del Monaco Idealbesetzungen dar, mehr als solide ergänzt durch Cornell McNeil und Giorgio Tozzi.

- Turandot (1955): Neben der Bohème der Höhepunkt der Box: Der Calaf ist eine ideale Rolle für del Monaco, Tebaldi ist eine bezaubernde Liu. Der dritte Star der Aufnahme ist Inge Borkh in der Titelrolle: Die große Strauss-Interpretin glänzt nicht nur mit strahlenden Spitzentönen, sie schafft es auch, für ihre sehr ambivalente Rolle Sympathie zu erzeugen. Da auch der Rest keine Wünsche offenlässt, ist dies meine Lieblingsaufnahme dieser schwierigen Oper.

- Il Tabarro/ Suor Angelica/ Gianni Schicchi (1962): Unterschiedlich gelungene Einzelteile des "Trittico": Der "Mantel" hat mit Robert Merrill einen sehr schön singenden, aber gerade im Verhältnis zu del Monacos sehr heldischen Luigi zu lyrischen Michele. In der Suor Angelica liefern sich dafür Tebaldi und Giulietta Simionato ein faszinierendes Psychoduell. Der Gianni Schicchi schließlich lebt vom großen komischen Talent des Hauptdarstellers Fernando Corena.

Fazit: Gute bis überragende Aufnahmen der wichtigsten Puccini-Opern zu einem konkurrenzlos günstigen Preis. Allemal eine Empfehlung. Die Tosca und die Butterfly würde ich mir dann allerdings zusätzlich mit der Callas zulegen.

Nessun dorma! (20. Juli 2008)

"Nessun Dorma" aus der Oper Turandot muss derzeit mal wieder als Untermalung für den neuesten TV-Spot eines deutschen Telefonanbieters herhalten, gesungen von einem gewissen Paul Potts, der sich gerade selbst anschickt, die Spitze der Charts mit eben diesem "Nessun Dorma" zu erklimmen. Nun denn, von den sängerischen Qualitäten einer Tenor-Legende wie Mario del Monaco, der in der in dieser Box enthaltenen Aufnahme von "Turandot" die Rolle des unbekannten Prinzen Calaf singt, ist der gute Paul noch Lichtjahre entfernt. Wer also wirklich Lust auf Oper und vielleicht auf Puccini hat, der darf bedenkenlos zu dieser "Great Opera Collection" greifen und muss dafür nicht einmal den halben Preis eines Operntickets bezahlen. Gut, die Aufnahmen haben teilweise ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel (was man aber bei nicht genauem Hinhören nicht unbedingt merkt), und Libretti mit den vollständigen Texten gibt es auch nicht. Dafür ist der Preis jedoch unschlagbar, und die nicht allzu breite Box mit ihren 15 CDs passt in jedes Plattenregal! Eine empfehlenswerte Edition gleichermaßen für Opern-Anfänger und Kenner, die damit endlich ihre zwischenzeitlich doch etwas verkratzen LPs ersetzen können!

Absolut hörenswert (14. Juni 2008)

Ich habe die CD- Sammlung vor einigen Tagen gekauft und bin ziemlich angetan. Ich habe bisher nur in einige CDs reingehört. Die technische Aufbereitung der etwas betagten Aufnahmen ist gut gelungen. Auch wenn manche Interpretationen natürlich Geschmackssache bleiben (manches ist mir etwas zu schwerfällig und pathetisch), findet man hier eine preiswerte Übersicht nahezu aller Puccini- Opern vor. Wer allerdings eine große Box mit EInzel- CDs erwartet, dem sei hier gesagt: Die gut verarbeitete Box ist aus Pappe und zum Aufklappen. Sie enthält dann einzelne nummerierte CDs in schlichten Schutzhüllen nebst ausführlichem Booklet. Zu dem Preis kann man auch nicht vielmehr erwarten, finde ich.
Insofern uneingeschränkte Kaufempfehlung von mir!

Puccini, knapp über dem Nulltarif (7. Juni 2008)

Diese Box enthält sämtliche Puccini-Opern (ausgenommen die Operette "La Rondine") in DECCA-Aufnahmen der fünfziger Jahre mit den Sängern Renata Tebaldi, Mario del Monaco und Carlo Bergonzi in den Hauptpartien. Del Monaco und Bergonzi teilen sich die männlichen Hauptrollen, während alle weiblichen Hauptfiguren mit Ausnahme der Turandot durch Renata Tebaldi verkörpert werden (In der Turandot singt sie die Liu). Aber auch die Nebenrollen sind hochgradig mit Spitzenstars wie George London, Fernando Corena, Inge Borgh, Fiorenza Cossotto besetzt. Dazu die internationale Elite der damaligen Operndirigenten.

Alle drei Protagonisten hatten in den fünfziger Jahren künstlerisch ihre beste Zeit. Etwas nachteilig wirkt sich das Datum auf die damalige Aufnahmetechnik aus, gemessen an den heutigen Möglichkeiten, die allerdings nicht immer bei neuen Einspielungen voll genutzt werden. Die DECCA hatte zu jener Zeit allerdings die weltbesten Aufnahmeingenieure, weshalb die Defizite nicht durch schlechte Abmischungen, sondern die mangelhafte Dynamik der damaligen Speichermedien bedingt sind.

Insgesamt klingen alle Aufnahmen transparent und durchsichtig. Die Streicher klingen in den oberen Lagen für heutige Verhältnisse zwar etwas hell, dafür aber sehr durchsichtig. Die Gesangsstimmen kommen wunderbar plastisch. Störend sind nur die mit größeren Lautstärken ansteigenden Verzerrungen, die durch Übersteuerung der Tonbänder entstanden sind.

Interessant ist ein Vergleich dieser Edition mit früheren Ausgaben derselben Aufnahmen, die in den ersten Jahren nach Einführung der CD veröffentlicht wurden. Durch eine kluge Restauration der alten Aufnahmen konnte das lästige Bandrauschen völlig eliminiert werden ohne daß dadurch der Klangcharakter verschlechtbessert wurde.

Diese Edition repräsentiert das Gesangsniveau der fünfziger Jahre und sollte für den Opernliebhaber, der vor allem die veristische Oper liebt, auch angesichts des sehr günstigen Anschaffungspreises ein Muß sein. Ich kann diese Box nur wärmsten empfehlen und die Hoffnung aussprechen, daß die DECCA eine 2. Box mit ihren alten Aufnahmen der Opern von Cilea, Catalani, Giordano und anderen dieser Box folgen läßt.

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