Verkaufsrang: 21596 (DVD)
Actor: Orchester der Bayreuther Festspiele
Actor: Chor der Bayreuther Festspiele
Actor: Cheryl Studer
AspectRatio: 4:3
AudienceRating: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Binding: DVD
Director: Werner Herzog
EAN: 0044007344040
Format: Box-Set
Format: Classical
Format: Dolby
Format: Surround Sound
Label: Universal/Music/DVD
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Universal/Music/DVD
Anzahl Medien: 2
NumberOfItems: 2
Verlag: Universal/Music/DVD
RegionCode: 0
Erscheinungsdatum: 5. Februar 2008
Spielzeit: 214
Studio: Universal/Music/DVD
TheatricalReleaseDate: 8. April 2008
UPC: 044007344040
von: Orchester der Bayreuther Festspiele (Hauptdarsteller), Chor der Bayreuther Festspiele (Hauptdarsteller)
Preis: EUR 21,33
Kundenrezensionen zu 'Lohengrin (2 DVDs/ NTSC)'
Endlich auf DVD (24. September 2008)
Für mich persönlich gibt es keine schönere Inzenierung vom Lohengrin als die von Werner Herzog aus Bayreuth.Ich denke über die musikalische Qualität des Festspielorchesters brauht man nicht viel schreiben.
Auch die Sänger sind durch die Bank gut.
Nach meine VHS Version so langsam den Geist aufgibt bin ich froh, diese Version auch endlich auf DVD gefunden zu haben.
Der eine Stern Abzug gibt es, da ich der Meinung bin, dass man das doch inzwischen schon etwas eingestaubt MAterial digital noch besser hätte aufarbeiten können.
Aber ansonst TOP!!
Trotz einiger Mängel zu empfehlen. (6. März 2008)
Werner Herzogs Märchen-Lohengrin gilt heute als Klassiker. Dies war und ist auch ein guter Ansatz und Weg, dieses Stück auf die Bühne zu bringen, an dem die meisten Regisseure scheitern. Herzogs Bühnenbildner orientierte sich an Vorbildern aus der Megalithzeit und vor allem an Gemälden des romantischen Malers Caspar David Friedrich. Nicht gerade ein Freund der Filme Werner Herzogs muß ich ihm hier bescheinigen, daß er eine sehr gute Arbeit abgeliefert hat. Das Erscheinen Lohengrins ist mit einem damals neuen Lasertunnel ausgezeichnet gelöst, leider ist die Figur des Schwanes/Gottfried etwas unbeholfen, was auch im dritten Akt so bleibt. Am gelungensten ist der Mittelakt mit der "Klosterruine Eldena", einem echten Gewässer und einem täuschend echt wandernden Mond. An dieser Stelle ist Gabriele Schnaut als Ortrud besonders hervorzuheben, sie zeigt eine Ortrud mit Gänsehautgarantie, kongenial von Ekkehard Wlaschiha unterstützt. Cheryl Studer ist eine ausgezeichnete Elsa bleibt aber hinter der emotionalen Darstellungskraft einer Eva Marton zurück. Paul Frey ist ein ordentlicher, wohltönender Lohengrin, der dank der guten Personenführung nicht, wie so oft, blaß wirkt. Die Brautgemachszene unter freiem Himmel ist zwar etwas fragwürdig, kommt aber dank der hervorragenden Bildregie von Brian Large hier besser rüber, als dies Live der Fall war. Der Schluß mit der beinahe Versöhnung, hier gegenüber der Liveaufführung stark abgeschwächt, ist dramaturgisch nur schwer begründbar und schmälert etwas den Eindruck. Trotzdem sollte man diesen Lohengrin im Archiv haben. Platz 1 gehört allerdings nach wie vor der August Everding MET Version."Lohengrin" opulent (10. Februar 2008)
Werner Herzog, der als Filmregisseur bekannt ist für seine starken Bilder und der in seinen Filmen ("Aguirre", "Fitzcarraldo", "Cobra Verde") gerne die Extreme sucht, hat sich immer wieder auch deutschen Stoffen zugewandt, so in seiner Verfilmung des Lebens von Kaspar Hauser, "Woyzeck" oder "Nosferatu" (in Anlehnung an Murnau). Dabei hat er sich stets auch Herausforderungen jenseits der Kinoleinwand gestellt. So inszenierte er als erste Oper "Doktor Faust" von Ferruccio Busoni - Grund genug für Wolfgang Wagner, ihm 1991 die Aufführung des "Lohengrin" bei den Bayreuther Festspielen anzuvertrauen. Herzogs Zugang zu dieser Oper ist betont romantisch-märchenhaft, wobei der Regisseur auf opulente Bilder setzt, die immer wieder starke Naturstimmungen gleich den Gemälden eines Caspar David Friedrich hervorrufen. Die Handlung des ersten (und dritten) Aktes verlegt Herzog aus dem historischen Brabant in eine mythische nordische Welt, in der sich alles wie in einem ewigen Winter abspielt und wo die Sonne nur blass vom eisigen Himmel scheint. Der Auftritt des Schwanenritters wird durch den Einsatz von Lasertechnik als wundersames Heraustreten aus märchenhaftem Licht dargestellt. In den Nachtszenen des zweiten Aktes funkeln die Sterne über den Ruinen eines verfallenen Sakralbaus, während das Münster mehrfach als Lichtprojektion am nächtlichen Himmel erscheint. Zu Beginn des dritten Aktes sieht man das Brautbett unter freiem Himmel in eine scheinbar friedvolle Naturlandschaft versetzt - eine trügerische Idylle - führt Elsas Bruch des Frageverbots doch zur unausweichlichen Rückkehr des Ritters in die sagenumwobene Gralswelt. Die Schlussszenen greifen wieder das Bühnenbild des ersten Aktes auf, und Lohengrin entschwindet in überirdischem Licht. Die eindringliche Gestaltung des Lichts und der stimmungsvolle Einsatz der Farben insbesondere bei den prächtigen Kostümen machen diese Inszenierung in allen drei Akten zu einem atmosphärisch starken Erlebnis. Und auch während der Vorspiele zu den drei Akten lässt uns der (Film-) Regisseur nicht einfach den Vorhang oder das Orchester betrachten, sondern setzt auch hier gekonnt die Mittel seines Mediums ein.Dramaturgisch liegt der Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung zwischen den beiden Frauengestalten Ortrud und Elsa, die letztlich keine der beiden für sich entscheiden kann - im Schlussbild steht der kindliche Thronfolger Gottfried unbeweglich in der Mitte zwischen den beiden. Auch musikalisch sind die Auftritte von Cheryl Studer als Elsa und Gabriele Schnaut als Ortrud ein absoluter Höhepunkt dieser Aufführung, wie sich besonders in ihrer großen Szene im zweiten Akt zeigt. Studers Sopran besitzt sowohl lyrische wie auch dramatische Qualitäten und der Klang ihrer Stimme vereint Klarheit und großes Volumen, wodurch sie geradezu eine Idealbesetzung dieser Rolle (wie auch der der Elisabeth aus dem "Tannhäuser") darstellt. Gleiches gilt für das dunkle Timbre des Mezzo der Schnaut, die den Charakter der düsteren Ortrud hervorragend interpretiert (man beachte die Anrufung der alten germanischen Götter!) und die in dieser Rolle allenfalls von Waltraud Meier noch übertroffen wird. Der kanadische Tenor Paul Frey gibt einen eher lyrischen, gleichwohl eindringlichen Lohengrin; die Rollen des Friedrich von Telramund, des Königs Heinrich sowie des Heerrufers werden von ihren jeweiligen Sängern überzeugend ausgefüllt. Ein besonderes Augenmerk liegt im "Lohengrin", der ja auch gerne als Choroper bezeichnet wird, natürlich auf den Chören, die vom Bayreuther Chorleiter Norbert Balatsch beinahe schon gewohnt hervorragend geführt werden. Peter Schneiders Dirigat ist packend und eher dramatisch-expressiv denn lyrisch.
Fazit: Die vorliegende Aufführung bietet ein stimmungsvolles und mitreißendes Opernerlebnis und kann jedem Wagnerliebhaber nur ans Herz gelegt werden.





