Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit seinen 73 Jahren besitzt Udo Jürgens mehr Power denn je und ist zudem in aller Munde; -sei es aufgrund des äußerst erfolgreichen Musicals "Ich war noch niemals in New York" oder wie jüngst, wegen seines sehnsüchtig erwarteten neuen Albums Einfach ich. Muss man überhaupt noch ein Wort verlieren, über die perfekten Arrangements die von gleich zwei traumwandlerisch agierenden Orchestern in schieren Wohlklang umgesetzt werden? Ein Anspruch, der seit jeher für Udo Jürgens eine Selbstverständlichkeit war und glücklicherweise noch immer ist! Einfach ich stellt mit seinen opulenten Streicherteppichen und den allzeit dezenten Anleihen aus Country, Pop und Jazz wahrhaftig eine Ausnahmeerscheinung dar, in Anbetracht der Tatsache, dass Plattenfirmen verstärkt auf wirtschaftliche Effizienz achten müssen. Die Freiheit, die Udo Jürgens hier genießt, verdeutlicht, dass er zu den ganz großen Chansoniers vom Schlage eines Gilbert Bécaud, gehört, dessen Alterswerk ebenfalls bereits unmittelbar nach Veröffentlichung Kultstatus genoss. Dieses Potenzial besitzen zweifellos auch die 13 Songs auf Einfach ich. Mit derselben Perfektion, wie Testwagen für den harten Einsatz auf der Straße vorbereitet werden, konzipierte das Team mit und um Udo Jürgens dieses Album für triumphale Erfolge auf großen Bühnen der anstehenden Tournee. Einfach ich liefert den Vorgeschmack des Süppchens, das Udo Jürgens vor seinem Publikum zu kochen vermag und schmeckt darüber hinaus bereits als CD-Konserve verteufelt gut! Bei den Älteren dürfte das Himmelblau des hausbackenen Covers Erinnerungen an die Achtziger Jahre wecken, als der heile Fernsehalltag noch mit dem Personal von Schwarzwaldklinik und Traumschiff bevölkert war und die schmissige Eingangsfanfare Aufbruchstimmung auf eine neue Staffel an Abenteuern weckte. Die Jüngeren hingegen werden sich vor allem durch Lieder mit kritischeren Töne und zeitgemäßen Themen angesprochen fühlen, zum Beispiel über die absurden Seiten moderner Kommunikationsmittel wie Internet und Handy ("Völlig vernetzt"), sowie die dringliche Problematik des Klimawandels ("Tanz auf dem Vulkan"). Diese bilden jedoch nur einen Bruchteil einer Songmischung, die sich vorrangig ums Zwischenmenschliche dreht und vom Sonnenglanz der Altersmilde vergoldet ist: Schönheit und Liebe ist am Ende das Wichtigstes was als Quintessenz des Lebens übrig bleibt. Noch niemals in seiner Karriere hat Udo Jürgens musikalische Schlagertradition radikal gegen den Strich gebürstet. Warum also sollte Einfach ich darin eine Ausnahme bilden? Stattdessen hat sich Udo Jürgens musikalische Haltung wohl auf keinem anderen Album gelungener mit Texten gepaart, die ein hohes Maß an persönlichem Engagement und zugleich Gelassenheit des Alters vermitteln, als auf seiner CD Einfach ich. --Andreas SchultzKundenrezensionen zu 'Einfach Ich'
Darum erwartet nicht zu viel von mir...ich bin nur EINFACH ICH (30. April 2008)
Darum erwartet nicht zu viel von mir...ich bin nur EINFACH ICHDas neue Studioalbum von Udo Jürgens ist wieder einmal Anlass für eine leider nur teilweise sachliche Diskussion über die Erwartungen der Fans an diesem Ausnahmekünstler. Wie die hervorragende Platzierung in den Charts (Deutschland, Österreich und Schweiz) zeigt, trifft Udo mit dieser CD für viele Musikfreunde den Nerv der Zeit.
Den ewigen Kritikern (die bei jeder der letzten Veröffentlichungen immer gleiches, negatives finden) fällt es natürlich sehr leicht, bei Einfach ich" so richtig loszulegen: Sicher klingen viele Songs und auch Arrangements nach altbekanntem; sicher gibt es nicht den HIT-Titel auf der CD; und sicherlich lassen sich noch mehrere Haare in der Suppe finden.... - wenn ich das denn will!
Auch sollte man vor einer vorschnellen Kritik den Künstler selbst anhören. Udo hat in vielen Interviews das Konzept dieser CD genau erklärt. So wollte er eben dieses mal wieder den großen Orchesterklang in den Mittelpunkt stellen. Auch ist EINFACH Ich" nach langer Zeit wieder ein sog. Konzeptalbum mit einem klaren roten Faden von Titel 1-13. Und natürlich nicht zu vergessen: Udo hat alle Songs der strengen Prüfung hinsichtlich Bühnentauglichkeit unterzogen.
Und genau auf der Bühne werden diese neuen Lieder sicherlich wiederum eine ganz andere Qualität erhalten, als eben noch in der Studiofassung. Warum dies so ist, ist sicherlich eine berechtigte, spannende Frage. Hauptgrund ist wohl zum einen das perfekte Orchester Pepe Lienhard und die Tatsache, dass jeder Song für das Orchester neu arrangiert wird - mit doch oft deutlich druckvolleren, überraschenden Arrangementsideen.
EINFACH Ich" ist eine Investition, die sich meiner Meinung allein schon durch die in London produzierten Titel 1 (Fanfare) und 3 (Warum denken traurig macht) sowie das sehr gute, weil einfache Nur ein Liebeslied" lohnt. Durch die hervorragende Aufnahmetechnik entwickelt sich gerade bei anhören über eine größere Anlage oder Kopfhörer ein gewaltiger Orchestersound! Weiterer Höhepunkt ist aufgrund der interessanten Melodie- und Akkordführung Die unerfüllten Träume" und das hymnische Stärker als wir". Die wie immer eingebauten ironischen Songs Tanz auf dem Vulkan" und Völlig vernetzt" werden wohl erst live Ihre wahren Qualitäten zeigen.
Nach der letzten Solotournee 2007 mit dem Gitarristen Francis Coletta war es zu erwarten: Das Remake von Fehlbilanz". Wer gesehen hat, welchen Spaß beide bei diesem Song hatten, kann sich die Stimmung im Studio vorstellen. Hier finde ich es etwas schade, dass einige Melodieteile des Originals nicht verwendet wurden. Trotzdem auch wieder ein Stück, um seine Stereoanlage etwas zu entstauben.
Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass Udo auf dieser Produktion auch stimmlich überzeugen kann. Gerade bei höheren Passagen merkt man deutlich, mit welcher Power Udo noch immer zu Werke geht. Schade nur, dass es der Produzent ab und an zu gut meinte und UdoŽs Stimme weit vor das Orchester mischte...
Betrachtet man all diese Aspekte (und ich bin absichtlich nicht auf irgendwelchen Altersbonus eingegangen), ergibt sich für mich eine sehr gute Bewertung und eine noch größere Spannung hinsichtlich der Live-Umsetzung auf der nächsten Tournee.
Einfach nicht... (12. März 2008)
...gut genug, als dass man sich als Udo-Fan dieses Album gefallen lassen kann.Ich kann mich mit Fug und Recht als Udo-Fan bezeichnen. Alben wie "Silberstreifen", "Willkommen in meinem Leben", "Treibjagd", "Geradeaus", "Open Air Symphony", "Café Größenwahn" mit dem dazugehörigen Live-Album "140 Tage Größenwahn" lassen einem gar keine andere Chance als ein Fan zu werden. Es sind Weltklasse-Alben. Würde ich jedoch heute Udo nicht kennen und käme dieses Album unter die Ohren, so würde ich Udos Songs sicher keine zweite Chance geben.
Die Luft ist raus! -
Wo soll man da anfangen...?
14 neue Titel + 1 Remake...
Die Fanfare ist diesmal (im Gegensatz zu "Es lebe das Laster") wieder richtig großes Kino und fantastisch gelungen und verdient als Opener auf dem Album zu sein. Man ist gespannt auf große Medlodien und Texte. So wie wir es kennen und so wie wir es hören wenn man den Namen Udo Jürgens liest.
Dann der zweite Track und erste Song: eine mittelschwere Enttäuschung. Von nun an geht es bergab und bei "Völlig vernetzt" ist man gänzlich im Jammertal angekommen: die peinliche Geschichte eines alten Mannes, der mit moderner Technik nicht klar kommt und sich trotzig den Frust von der Seele singt - doch wer ist dieser Mann? DER 'Udo' ist es jedenfalls nicht.
Die Musik zu dem Trauerspielt klingt altvertraut: es ist das Rezept, das Udo bestellt, wenn er wieder frisch und frech klingen will: ein leichtes Schuffle, dass gelangweilt vor sich hinplätschert; zuletzt zum Beispiel gehört auf "Es lebe das Laster" im Song "Mach dir Deine Welt" Dabei mögen wir Udo doch eigentlich weil er gerade nicht wie Dieter Bohlen sich ständig am musikalischen Notfallschrank oder an alten Rezepten bedient. Es ist ein vergebliches Anknüpfen an Udos ständige Flirts mit der Swing-Musik. Diese sind genauso verstaubt wie der gebrauch der "Blue Jeans" als Synonym für wildes, cooles Leben.(Doch warum sagt dem Udo das keiner?!!!!)
Letzte Hoffnung ist nun noch: "Letzte Ausfahrt Richtung Liebe" - ein großer Text, eine ganz schwache Melodie. Quasi ein "Ich war noch niemals in New York" Part 2 für Arme. Eine ganz müde Nummer.
Als alles verloren scheint gibt jedoch 1 Song wirklich Hoffnung. "Liebe will alles": eine geile Hookline (für die älteren Fans: ein fetziges Thema) das zum Rocken einlädt - selber aber leider dann doch nicht rockt, das das Arrangement dieses einzigen vielverprechenden Titels dem Niveau der Flippers entspricht und schaurige Erinnerungen hervorruft an die Zeit,
als Udo auf den Zug der "Längsten Single der Welt" mit seinem Erste Sahne Mix aufspringen wollte (was auch die MONEY! MONEY! MONEY!-Idee seines Managers Freddy Burgers gewesen sein könnte).
Überhaupt sind die Arrangements sämtlicher Songs dieses Albums vollkommen der Zeit hinterher und könne auch nicht ohne weiteres als 'typischer' Udo-Sound abgetan oder bezeichnet werden. Ja noch schlimmer: die Arrangements klingen regelrecht nach Gleichgültigkeit.(Als letztes gut arrangiert/produzierte Album kann "Ich werde da sein" von 1999 gelten,
welches jedoch auch schon wenige Schwächen aufwies.)
Eine 'Fehlbilanz' ist dann auch das katastrophale Remake des Geradeaus-Titels "Fehlbilanz". Dieser Remix/Remake funktioniert von vorne bis hinten überhaupt nicht. Er zerfällt. Udo fehlt hier der Sinn für den großen Bogen und dem dramatischen Fluss. Jedesmal den Song zum Refrain herinterzufahren und alles so übersteigert zu singen, kann nur als Schnappsidee bezeichnet werden. Das Giatrren-Solo ist ein maniriertes Anbiedern an ein neues junges Publikum, wirkt aber dennoch altbacken mit seinen überhöhten, stilisierten Solo-Triolen eines drittklassigen Metal-Gitarristen. Das Schlagzeug kickt und groovt überhaupt nicht, der
Sound ist dünn und eine Beleidigung für jeden echten Drummer. Ein Remix aus alter und neuer Version wäre ein Gewinner gewesen.
Insgesamt haben wir das alles schon einmal gehört - nur besser.
Wie "einfach" man eine schlechte Leistung auch als großer Künstler hinlegen kann zeigt dieses Album! Weniger wäre wieder einmal mehr gewesen. Endlich 'mal einen neuen Arrangeur, einen neuen Produzenten (nichts für ungut Peter Wagner...)..., vielleicht auch 'mal KEIN Saxophon-Solo von Pepe - und "einfach" 'mal was richtig neues machen. Oder - wenn es schon heißt "Einfach ich" - ein (Studio)Album mit Udo und seinem Klavier und
sonst nichts.
Warum sieht das Cover-Foto wie eine schlechte Digitalfotografie aus? Warum dieses (wie auch die letzten 2 Alben) so mittelmäßig produziert, so ninspiriert arrangiert wurde, warum Udo immer noch Peter Wagner an seine Rohdiamanten lässt, anscheinend keinen Rat annimmt oder schlechte Berater hat und warum Pepes Saxophon langsam nervt, warum wir die Refrains schon
kenne bevor wir sie gehört haben und warum dieses Album "Einfach nicht gut" ist - darauf hätte ich gerne eine Antwort - auch wenn sie nicht "einfach" ist. Und warum so viele 'Fans' so großzügig über dieses Mittelmaß hinweg hören und einfach alles mit der Altehrwürdigkeit
rechtfertigen bleibt ebenfalls zu klären.
Was bleibt: Einfach schade!"
Einfach Udo (26. Februar 2008)
Dieses Album von Udo Jürgens bewegt sehr stark durch die wundervollen Kompositionen gepaart mit genialen Texten. Für mich ein sehr gelungenes Album voller grandioser Musikeine stimmige cd (26. Februar 2008)
ich frage mich manchmal, ob udo ueberhaupt weiss, was er da tut?! seit fast 35 jahren kaufe ich mir nun jede cd, was nicht heisst, dass ich nicht kritisch bin. fuer mich lohnt es sich, darum geht es ja auch.inzwischen freue ich mich ueber akkordfolgen etc, weil sie so zu ihm und zu meinem musikgeschmack passen.
ich freue mich an der cd - und er hat ja bei mir keinen bonus fuers alter noch fuer sonstwas. entweder die mucke ist gut oder eben nicht, so einfach ist das. hier: bombstische arrangements, vom klavier und der stimme getragen.
ich persoenlich wuenschte mir allerdings, dass er irgendwann auf titel wie z.b. 'voellig vernetzt' verzichtet, aber das gehoert wohl auch dazu, zu ihm. persoenlich gefaellt mir das nicht so, deshalb 4 sterne nur.
ich hoere mich gerade erst ein, weiss aber, dass es wieder mal ein richtiger udo ist. der kann mir auch kitsch so gut verkaufen, dass sogar ich ne gaensehaut bekomme. die kompositionen, die stimme.
er ist nun einfach der groesste musiker in europa, wenigstens.
und ich bin so gespannt auf das live-album mit diesen liedern! da wird sich zeigen, was in ihm steckt - doch da bin ich sehr zuversichtlich!
Insgesamt ein sehr gutes Udo-Album (21. Februar 2008)
Mit 73 Jahren und schon mit einem eigenen Musical ausgestattet strotzt er immer noch vor Tatendrang. Denn welcher Künstler schreibt in diesem Alter noch Songs von dieser Qualität?Ob Swing/Big Band bei dem Gutmenschentitel "Tanz auf dem Vulkan" oder "Nur die Sieger stehen im Licht" oder getragenere Töne wie das wirklich nachdenklich machende "Warum denken traurig macht" sowie "Mit Dir" oder "Wo finde ich dich".
Man merkt einfach, dass Udo Jürgens (wie bei Elton John auch) seine Songs am Piano schreibt, denn so abwechslungsreich und kunstvoll kommen seine Lieder daher. Wobei er in Deutschland unter dem Genre Schlager eingeordnet wird. Dies wird seiner Kunst jedoch nicht gerecht, da dieses Wort (zu Unrecht) negativ belastet wird. Nennen wir ihn einfach den größten deutschsprachigen Chanson-Künstler.
Insgesamt ein sehr gutes Udo-Album, das seine über Jahrzehnte geschätzten Qualitäten in puncto Songschreiben/kritische bis ironische Texte und Produktion gekonnt weiterführt.





