Compl.EMI Rec.: Opera & Vocal

Verkaufsrang: 5291 (Musik)
Artist: Herbert Von Karajan
Audio CD
EAN: 5099951197322
Format: Box-Set
ListPrice:
Anzahl Medien: 72
Verlag: EMI Classi (EMI)
Spielzeit: 4549
von: Various (Komponist)
Preis: EUR 107,58

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Kundenrezensionen zu 'Compl.EMI Rec.: Opera & Vocal'

KARAJAN - is truly appreciated in the Arab world, too ! (26. Juni 2008)


Mit meinen arabischen Freunden und Bekannten unterhalte ich mich sehr gerne über die arabische und die westliche Musik, sowohl klassische als auch moderne Musik aus beiden Kulturen.

Ich lebe und arbeite in Muscat/Oman am Südzipfel der arabischen Halbinsel. Oman war früher der beginn der "Weihrauchstrasse". Geschäftlich bin ich vile unterwegs in den Golf- Staaten (Saudi Arabien, Emirate, Quatar, Bahrain, Kuwait) und im gesamten Middle East.

In der arabischen klassischen Musik gibt es die "all-time big 5": Oum Khaltoum, Farid Al Atrache, Mohammad abdel Wahab, Haleem Hafez und die last living legend "Fairuz" aus Beirut/Libanon.

Dann höre ich mit meinen arabischen Freunden und Bekannten die westliche klassische Musik, z.B. von Luciano Pavarotti, Jose Carreras, Placido Domingo, Montserrat Caballe, Anna netrebko, Rolando Villazon, ....., und last not least KARAJAN! - Meine Bekannte und Freunde in der arabischen Welt sind begeistert von Karajan! Wahre Kunst setzt sich überall durch, auch in anderen Kulturkreisen. Mich freut es sehr, wenn Karajan auch Menschen anderer Kultur und Mentalität begeistert.


..... Herbert von Karajan - ein Portrait:

Orchestervirtuose, Autokrat, Marketing-Genie: Herbert von Karajan hat das Musikleben seiner Zeit geprägt wie kaum ein zweiter. Neue Biografien und ein persönliches Geschenk seiner Ehefrau Eliette zum 100. Geburstag.

Seine Karriere ging ihm über alles. In dieser Hinsicht kannte der am 5. April 1908 in Salzburg als Heribert Ritter von Karajan nur eine Richtung: nach oben. Schon zur Zeit des Nationalsozialismus galt er als ein ehrgeiziges junges Talent. Als Generalmusikdirektor in Aachen und später als Staatskapellmeister in Berlin stellte er, der Mitglied der NSDAP war, sich musikalisch in den Dienst des Regimes, wann immer man es von ihm erwartete. Es hat mir nicht schlechtgetan, bekundete er später unverblümt.
Nach dem Krieg fasste Karajan nach einem kurzen Berufsverbot schnell wieder Fuß. Er erhielt Engagements in Wien und Salzburg, Mailand und Bayreuth. Als Wilhelm Furtwängler 1954 starb, wählten die Berliner Philharmoniker Karajan zu ihrem neuen künstlerischen Leiter. Dieser blieb seinen Berlinern bis in sein Todesjahr 1989 treu und feierte mit ihnen unvergleichliche Triumphe.
Und verdiente unvergleichlich viel. Denn neben seinen Leistungen als Dirigent war Karajan ein Genie des Musikmarkts, wie es vor und nach ihm keines gegeben hat. 50 Prozent der Einnahmen der Deutschen Grammophon gingen auf ihn zurück.
Allein 1979 brachte er es auf 27 Schallplattenveröffentlichungen.
Würdevoll aussehend, einer Ästhetik der schönen Bewegung huldigend, avancierte er zum Liebling der Fernsehanstalten, umgeben von Menschen, die seinem Sog, seinem Charisma erlagen. Als Karajan starb, war er der reichste klassische Musiker aller Zeiten: mit einem geschätzten Vermögen von 500 Millionen Mark.
Aber auch sein musikalisches Können war immens. Dazu gesellte sich unbändiger Fleiß. Bereits der junge Karajan erwies sich als großer Orchestererzieher: In Aachen stand ihm noch kein Spitzenensemble zur Verfügung wie später in Wien oder Berlin, doch steigerte er Qualität und Ausdruck der dortigen Sinfoniker in ungeahnter Weise.
Insbesondere sein Gedächtnis muss einzigartig gewesen sein. Binnen Kurzem konnte Karajan komplexe Partituren erlernen, die er dann souverän bis in kleinste Nuancen beherrschte und sei es Der Ring des Nibelungen mit seinen 15 Stunden Musik. Stets dirigierte er auswendig Karajans geschlossene Augen waren eine Art Markenzeichen. Auch verstand er es, seine Interpretationswünsche durch die ihm eigene Schlagtechnik jedem Orchestermusiker präzise zu übermitteln ein Vorgang, der stets ein wenig geheimnisvoll bleibt und keineswegs selbstverständlich ist. Was für ihn dabei unabdingbar war: Gefolgschaft. Es gibt keinen anschaulicheren Ausdruck für Macht als die Tätigkeit des Dirigenten, hat Elias Canetti geschrieben. Nur verständlich: Wer sich als Dirigent darauf einließe, mit einem Orchester wie den Berliner Philharmonikern zu diskutieren er wäre verloren. Ich höre mir manchmal Meinungen meiner Mitarbeiter an, hat Karajan, der Autokrat, gesagt. Aber geschehen muss doch, was ich für richtig halte. Ich habe Widerspruch nicht gern.
Auch diese Haltung trug ihren Teil zum Phänomen Karajan bei. Er, der aus seiner Begeisterung für Sportwagen keinen Hehl machte, der schnelle Schiffe und Flugzeuge liebte, war auch außerhalb des Konzertsaals ein Maestro, ein Star. Karajan, ab 1958 in dritter Ehe mit Eliette Mouet verheiratet und Vater der Töchter Isabel (* 1960) und Arabel (* 1964), genoss es, Hof zu halten. Ob bei den Salzburger Festspielen oder in Saint-Tropez: Die Schönen und Reichen huldigten ihm.
Ob der Künstler sich in solcher Gesellschaft verbraucht? Jedenfalls hat der späte Karajan nicht mehr so präzise dirigiert wie in früheren Jahren. Oder lag das daran, dass er sich immer stärker auf einen einzigen Parameter der Interpretation nämlich einen entmaterialisierten Schönklang konzentrierte? Den Klang, der ihm vorschwebte, hat er noch im Tonstudio akribisch nachgearbeitet, oft zur Verzweiflung der Tonmeister.
Karajan konnte mit virtuosen Stücken fesseln und begeistern. Ging es aber um Ausdrucksbereiche wie Lyrik, Introvertiertheit, Schlichtheit, Melancholie, stieß er mitunter an seine Grenzen.
Es gibt Aufnahmen von Furtwängler, Klemperer oder Kubelik, die hinsichtlich der Perfektion an manchen Stellen so schlampig sind, dass Karajan sie nie zur Veröffentlichung freigegeben hätte. Doch im lyrischen Bereich wird man von diesen (und anderen) Dirigenten oft tiefer berührt als von allen Karajanschen Bravourstücken. Als Gesamtphänomen freilich bleibt Herbert von Karajan auch Jahrzehnte nach seinem Tod unerreicht. Man staunt über die Wirkungen, die er ausgelöst hat sein Charisma, wie die Musik selbst, entziehen sich dem letzten analytischen Zugriff.

Zum Inhalt dieser schönen Box! (19. Februar 2008)

Jeder Fan hat einige der hier versammelten Aufnahmen, die teilweise zu den Referenzeinspielungen zählen (Ariadne, Meistersinger, Rosenkavalier). Ich will hier erst gar nicht in große Lobeshymnen einstimmen, weil der Kenner weiß, worum es sich hier handelt. Für den Anfänger darf ich - möglichst wenig aufdringlich - anfügen, welche Aufnahmen als Referenz gehandelt werden.

CD1-2 vereinen Recitals mit Opernarien aus der unmittelbaren Nachkriegszeit mit Ceborati, Schwarzkopf, Weltisch, Hotter.

Es folgen in dieser Reihenfolge
Zauberflöte von 1950 mit Wiener Philharmonikern: Dermota, Seefried, Kunze usw.;
Nozze di Figaro von 1950 mit Wiener Philharmonikern (ohne Rezitative, aber eine der Referenzeinspielungen);
Salome mit Hildegard Behrens (gehört zumindest zu den besten Darstellungen),
Aida mit Freni/Carreras;
Bach, H-Moll-Messe, 1952, Schwarkopf, Höffgen, Gedda
Brahms, Deutsche Requiem, 1947, Schwarzkopf, hotter;
Beethoven, Missa solemnis, 1958, Schwarzkopf, Ludwig, Gedda, Zaccaria;
Ausschnitte aus Fidelia von 1958 (/Schwarzkopf)
Mozart, Ave verum;
Strauss, Vier letzte Lieder (Scharzkopf);
Humperdinck, Hänsel und Gretel mit Grümmer/Schwarkopf (als Referenzeinspielung gehandelt);
Mozart, Cosi fan tutte, 1954, Schwarzkopf u.a.
Ausschnite aus Opern, auch Intermezzi (Offenbach, Gounod, Ponchielli usw.
Strauß, Fledermaus, 1955, Schwarzkopf, Gedda, Kuz usw.
Strauss, Ariadne, 1954, Schwarzkopf, Seefried usw. (Referenz)
Strauss, Rosenkavalier, 1956, Schwarzkopfm _Edelmann, Ludwig, Wächter (Referenz);
Falstaff, Gobbi, alva, Panarei (von manchen als Referenzeinspielung angesehen, aber strittig);
Fidelio, 1970, Dernesch, Vickers;
Beethoven, Missa solemnis, Janowitz, Baltsa, Schreier;
Brahms, Ein deutsche Requiem, 1976: Tomowa-Sintow, van Dam;
Debussy, Pelleas mit von Stade (für mich immer noch eine der schönsten Aufnahmen des Werks; lange Zeit Referenz, aber heute strittig)
Haydn, Jahreszeiten, 1973, Janowitz, Berry;
Verdi, Don Carlos Carreras u.a. (neben der Giulini-Aufnahme Referenz bei Studioaufnahmen);
Verdi, Otello (Domingo, Freni);
Verdi, Trovatore, 1971: Price, Bonisolli;
Wagner, Holländer, 1983: van Dam, Moll;
Wagner, Lohengrin, 1975: Kollo, Tomowa-Sintow, Nimsgern;
Wagner, Meistersinger, 1951 mit Otto Edelmann (prachtvoll);
Wagner, Meistersinger, 1970 (Adam, Ridderbusch usw.: Refernzeinspielung);
Wagner, Tristan und Isolde, 1972: Vickers und Dernesch, bekannt für den Dritten Akt (Vickers);
Donizetti, Lucia (Berlin 1955, Callas; zählt zu den besten Aufnahmen);
Puccini, Butterfly (Callas, 1955; wird für Referenz gehandelt);
Verdi, Trovatore (Callas, 1956; Referenz)

Die letzte CD enthält Libretti und Übersetzungen aller eingespielten Opern.

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