Sense And Sensibility [UK IMPORT]

Verkaufsrang: 4652 (DVD)
Actor: Mark Williams
Actor: Jean Marsh
Actor: David Morrissey
Binding: DVD
Director: John Alexander
Director: Jane (Buch) Austen
EAN: 5014503253325
Format: PAL
Format: Import
Label: 2 Entertain Video
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: 2 Entertain Video
NumberOfItems: 1
Verlag: 2 Entertain Video
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 14. Januar 2008
Spielzeit: 180
Studio: 2 Entertain Video
TheatricalReleaseDate: 2008
von: Mark Williams (Hauptdarsteller), Jean Marsh (Hauptdarsteller)
Preis: EUR 20,13

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Kurzbeschreibung

From acclaimed writer Andrew Davies comes this enchanting new adaptation of Jane Austen's classic novel about love and marriage. Marianne Dashwood wears her heart on her sleeve when she falls in love with the charming but unsuitable John Willoughby, ignoring her sister Elinor's warning that her impulsive behaviour leaves her open to gossip and innuendo. Elinor, sensitive to social convention, struggles to conceal her own romantic disappointment, even from those closest to her. Will the sisters learn that sense must mix with sensibility if they are to find personal happiness in a society where status and money govern the rules of love?

dkb.de

Kundenrezensionen zu 'Sense And Sensibility [UK IMPORT]'

Tritt aus dem Schatten von Pride and Prejudice (25. Juli 2008)

... und das nicht nur gegenüber der wirklich super-tollen P&P-Verfilmung von 1995 (BBC), sondern auch der Stoff an sich...
Ich will ganz ehrlich sein: Ich fand den Roman "Verstand und Gefühl" an sich nie wirklich prickelnd und habe mich zwei mal mehr oder minder hindurch gequält - ganz im Gegensatz zu anderen Austen-Romanen.
Durch diese Verfilmung aber wird der Stoff plötzlich sehr attraktiv, spannend und überhaupt nicht langweilig!

Film-Film-Vergleich:
Im Vergleich zur BBC-Verfilmung aus den 80er Jahren, die sehr brav und unlebendig daher kam, in der die Charaktere recht hölzern und kaum unterscheidbar waren, in der zwar Werktreue gegeben war, aber das Gefühl beim Schauen nicht anregender war als das beim Lesen, bietet diese Version eine sehr viel modernere, lebendigere und für den an Hollywood oder ARD-Fernsehfilme gewöhnten Zuschauer sehr viel mehr Aufregung sexueller Natur :-). Die Charaktere sind viel stärker herausgearbeitet und der Film klingt nicht mehr nach Studio-Dreh. Toll vor allem, und damit hebt sich die neue Version besonders ab, die einzigartigen Landschaftsaufnahmen und Filmmusik, die die Emotionalität des Films besonders betont. Ansonsten ist sich BBC treu: Tolle und originalgetreue Kostüme und Schauplätze, Werktreue und lange Sehdauer.

Gegenüber der Ang Lee-Version, die ich durchaus auch immer sehr, sehr sehenswert fand, hebt sich der Film, wie schon von früheren Rezensenten angemerkt, zum einen durch eine teilweise glücklichere Wahl der Schauspieler, zum anderen durch eine größere Werktreue mit gleichzeitigen zusätzlichen Interpretationsangeboten ab, die Liebesgeschichten werden greifbarer und in ihrer Entwicklung auch für den Zuschauer glaubwürdiger. Schön fürs Auge war auch Ang Lees Film, der neue ist es noch eine Spur deutlicher: Herrliche Schauplätze, tolle Landschafts- und Naturaufnahmen und viele schöne Menschen :-).

Die Charaktere:
Emma Thompson war toll, aber die neue Elinor ist eine ganze Spur glaubhafter: jünger und - das macht sie besonders liebenswert - in ihrer pragmatischen Denke gleichzeitig gefühlvoll, empathisch und voller versteckter Emotionen. Man nimmt ihr ihre Rolle ab!
Kate Winslet war heroisch und hysterisch, die neue Marianne hingegen ist in ihrer Emotionalität stiller und daher eher als Schwester Elinors akzeptierbar. Sie wirkt weniger egoistisch und weniger lasziv, dafür naiver und unverdorbener.
Eine besonders tolle Verbesserung aber ist Mrs. Dashwood!!! Wahnsinn, diese Frau! Schön anzusehen und eine wirklich tolle Mutter, die nicht nur ihre Marianne im Kopf hat, sondern auch für die andern beiden Mädels sehr fürsorglich ist; bei der man sich aber auch fragt, warum sich kein Mann in sie verliebt... :-)
Weniger überzeugend hingegen sind die "Witzfiguren", die in der Ang Lee-Version besonders toll herausgearbeitet wurden:
Mr. and Mrs. Palmer bleiben leider blass und versprühen leider nicht ihren so herrlichen Witz, den wir aus der 95er-Version kennen.
Mrs. Jennings ist um einiges weniger schrullig, gleiches gilt für ihren Schwiegersohn. Dadurch werden sie zwar liebenswürdiger, sind aber nicht unbedingt unterhaltsam.
Auch Fanny könnte noch eine Spur aufbrausender sein!
John Dashwood und den kleinen dicken Henry hingegen finde ich göttlich :-). Gleiches gilt für die Steele-Schwestern.
Zu den Herren zum Schluss:
Willoughby wirkt um einiges unsympathischer und scheint seine Lektion bis zum Schluss nicht gelernt zu haben.
Toll aber ist Colonel Brandon (auch wenn man Snape wirklich vermisst!!!), ein Mann, den sich wohl jede Frau gern wünschen würde; der hier weniger distanziert, dafür besorgter und menschlicher rüberkommt.
Edward Ferrars - wow. Fast so schön wie Hugh Grant... und, das halte man ihm zu gute!, weniger schüchtern! Damit wird auch verständlicher, warum sich Elinor in ihn verlieben konnte.

Buch-Film-Vergleich:
Der Film arbeitet sich relativ genau am Roman entlang, nur wenige Szenen fehlen, einige wurden als Interpretationsangebot ergänzt.
Die Liebesgeschichten der Paare werden hier stärker ausgebaut. Es gibt zusätzliche Szenen, die dem Zuschauer näher bringen, wie sich die Liebe der Paare entwickelt und welche Entwicklung die Charaktere durchmachen. Besonders schön ist dies für Marianne und Brandon gelungen - es sieht hier nicht mehr so aus als würde sie ihn nur nehmen, weil Willoughby sie nicht wollte und sie total abgestumpft wirkt. Nein, sie liebt ihn - und man nimmt es ihr ab!
Auch die Geschichte um Elinor und Edward bekommt einige Add-ons, vor allem - und das gilt für Elinor/ Edward, Marianne/ Willoughby, Marianne/ Brandon gleichermaßen - gibt es eine langsame Kameraführung mit langen, sehnsüchtigen Blicken, mit Musik und ...viel Emotion.

Der Film:
... besticht durch viel Poesie (Musik, Landschaft, Bilder), durch Langsamkeit und viel Liebe zum Detail.
Ein überlanges Meisterwerk!

Einfach glaubhafter als Ang Lee's Version (17. Juli 2008)

Diese Miniserie hat mich überrascht und begeistert zugleich. Ich war wahnsinnig erleichtert und froh, dass sich der Kauf gelohnt hat. Vor allem, weil ich Ang Lee's Film mit Emma Thompson und Kate Winslet nicht 100%-ig überzeugend fand.

Diesmal empfinde ich Edward Ferrars Charakter nicht als so tollpatschig und daher unattraktiv wie ihn Hugh Grant meiner Meinung nach dargestellt hat. Elinors Freude am Ende ist daher auch viel besser nachvollziehbar.

Auch die Entwicklung der Beziehungen zwischen den Charakteren - v.a. zw. Elinor und Marianne, zw. Marianne und Colonel Brandon - ist so gestaltet, dass man mitfühlen, mitleiden und sich mit freuen kann. Genau so sollte es auch sein. Für mich eine vollends glaubhafte Version, wunderbar gecastet und liebevoll im Detail umgesetzt.

Empfehlenswert!

Begeisternd!!! (12. Juli 2008)

Nie hätte ich gedacht, daß es nach P&P `95 nochmals eine Austen Verfilmung geben kann, die mich derart begeistert!

Eine wunderbar adaptierte Handlung, nah am Buch und doch mit einigen bestens passenden Leckerbissen extra, eben Andrew Davies in Hochform!

Beeindruckt haben mich besonders die schauspielerischen Leistungen! Eigentlich keine Fehlbesetzung, bis in die Nebenrollen wunderbar ausgesuchte Akteure. Dabei wurde besonders auf eine junge, frische Verfilmung geachtet, die sich nicht zuletzt im jugendlicheren Alter der Schauspieler zeigt....und dies ist schließlich auch so im Buch beschrieben!

Nach Sinn und Sinnlichkeit mit der damals doch älteren Emma Thompson, die ich als Schauspielerin besonders schätze, begeistert in dieser Verfilmung eine junge Elinor...genügend hübsch um Edward zu fangen, dabei mit ganz sensiblem Ausdruck. Für mich ist sie die Elinor, die ich mir immer vorstellte!

Auch Marianne spielt wunderbar frisch und jugendlich, ihr Blick ist etwas ganz Besonderes!

Ich fand alle drei Herren sehr gut besetzt. Willoughby glänzt mit sinnlich wildem Blick, Edward ist trotz anderer Beschreibung im Buch ungewöhnlich attraktiv , aber schließlich war auch in S&S 95 Hugh Grant durchaus ein Blickfang...Mein Favorit ist unbedingt Colonel Brandon. Wunderbar seine Darstellung, der Ausdruck im Gesicht und letztlich war er dann nach Marianne auch für mich "the true romantic".

Natürlich kommt auch der Humor nicht zu kurz. Anders als in den anderen Verfilmungen ist Margaret als kindlich freche Schwester dabei, immer ein vorlautes Wort auf den Lippen darf sie Dinge sagen, die andere nur denken dürfen.
Herrlich der kleine mollige Henry Dashwood, unaufhörlich mit Essen beschäftigt!
Mark Williams als Sir John Middleton bringt als despotisch freundlicher Adeliger genauso zum Schmunzeln wie auch die unendlich plappernde Anne Steele.
Besonders süß-giftig schlängelt Claire Skinner als Fanny Dashwood, gefährlich, brutal und fast komisch... jede Ihrer Szenen waren für mich ein Highlight!

Zu jedem Film gehören schließlich die passenden Drehorte, der in diesem Fall insbesondere mit dem wildromantischen Barton Cottage gelungen ist, stimmige Details wie Austattung und Kostüme, die hier zum stimmigen Gesamteindruck beitragen und letztlich die Musik, die zwar nicht aus der Zeit von Austen stammt aber wirklich passend und gelungen die leidenschaftliche Stimmung verstärkt.

Ich habe den Film gleich zwei Mal sehen müssen und sicher nicht zum letzten Mal!

Unbedingt 5 Sterne!

Werkgetreue Umsetzung... (14. März 2008)


...mit einigen wenigen Schwächen.
Zuerst sei gesagt: Originaler geht es kaum! In einem Zeitraum von 3 Stunden wird hier fast haargenau die Handlung des Buches nachgespielt, mit einigen Interpretationsfreiheiten und Änderungen, auf die ich jetzt näher eingehen und deren Pro und Kontra ich abwägen möchte.


Es wurden in diesen Dreiteiler so viele Szenen bzw. angesprochene Vorfälle aus dem Buch, wie möglich, eingebaut, einige weniger wichtig, andere, die man in den vorigen Verfilmungen vielleicht vermisst hat.
Da ist zum Beispiel gleich zu Anfang die Verführung der 15-jährigen Miss Williams, Colonel Brandons Schützlings, durch den später noch maßgeblich an der Handlung beteiligten Willoughby. Diese Szene, über die ja im Buch nur gesprochen wird und von der wir als Leser nur wissen, dass sie stattgefunden hat, wurde hier, meiner Meinung nach unnützlicherweise und überflüssigerweise, bildlich umgesetzt. Meine Meinng begründet sich sowohl auf die anfängliche Unbekanntheit der Personen als auch auf die Tatsache, dass man die Gesichter derselben kaum erkennen und somit später keine oder kaum Assoziationen mehr ziehen kann. Ich sehe diese Eröffnungsszene eher als Zuschauerhasche und weniger als wirklich wichtigen und maßgeblichen Teil des Filmes, obgleich der Vorfall im Buch natürlich eines der Herzstücken ist.
Eine weitere, eher unscheinbare, Sequenz, diesmal aus dem zweiten Teil der Verfilmung, ist das Geschenk Willoughbys an Marianne, einem Pferd, welche hier eine relativ bedeutende Stellung einnimmt. Die Szene zeigt zum Einen auf, wie arm die Dashwood-Frauen eigentlich sind und zum anderen macht sie Willoughbys Zuneigung zu Marianne um einiges deutlicher, nämlich auf Grund seines Angebotes, nachdem Marianne das Geschenk auf Grund der zu hohen Haltungskosten ablehnen muss, das Pferd bei sich zu behalten, bis die beiden heiraten und sie in sein Haus zieht. Auch die im Buch nur angeschnittene Besichtigung des Hauses seiner Tante wird hier dramatisiert. Hier hat man in Form eines Kusses von der Interpretationsfreiheit Gebrauch gemacht, was die Beziehung der beiden zueinander weiter verdeutlicht und keineswegs unpassend ist.
Auch die rührende Szene im Hause Ferrars wird hier sehr schön umgesetzt, in der ein von Elinor selbstgezeichnetes Bild von Mrs. Ferrars, Edwards Mutter, nur halbherzig gewürdigt wird und in der dieselbe sogleich die malerischen Fähigkeiten von Miss Morton, der für Edward vorgesehenen zukünftigen Braut, preist, woraufhin Marianne ihre Schwester in Schutz nimmt.
Außerdem wäre die Verbannung Edwards durch seine Mutter, nachdem dieser seine langjährige Verlobung mit Lucy Steele bekannt gibt, positiv anzuführen, ebenfalls im Buch nur genannt, jedoch nicht dramatisiert.
Auch die eigentlich so wichtige Szene der Rede Willoughbys gegenüber Elinor bei den Middletons, als Marianne krank im Bett liegt, die in anderen Verfilmungen nicht verwendet wurde, wurde hier passenderweise eingebaut, zwar nicht genau wie im Buch, was ohnehin viel zu lang geworden wäre, aber in den wichtigsten Punkten übereinstimmend.

Dies waren nur einige Beispiele der detailgetreuen und interpretationsreichen Umsetzung des Romans.

Es gibt jedoch auch im Bezug auf die Aufmachung und Gestaltung des Films Pros und Kontras.
So fällt zum Beispiel gleich zu Anfang die Filmmusik auf, und das, wie ich finde, sehr positiv. Die Stimmung des Romans sowie der Verfilmung wird hier musikalisch perfekt eingefangen. Vor moderneneren Elementen wird hier nicht Halt gemacht, was vielleicht zunächst gewöhnungsbedürftig erscheint, jedoch dem Flair einer modernen Jane-Austen-Verfilmung keinen Abbruch tut. So hört man des Öfteren zum Beispiel E-Gitarren- und Synthesizer-Klänge, welche aber kaum auffallen und nicht zu modern klingen.
Auch im Hinblick auf die Schauspieler hat man hier eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Hattie Morahan als Elinor Dashwood erinnert, weniger äußerlich als schauspielerisch, stark an Emma Thompson, welche in der gleichnamigen 1995er Hollywood-Verfilmung dieselbe Person gespielt hat. Auch die Stimmen der beiden ähneln sich, wie ich finde. Für die erste und gleich so anspruchsvolle Filmrolle, die Hattie Morahan hier erhalten hat, verdient sie großen Respekt.
Die emotionale Marianne Dashwood wird hier von der hübschen Charity Wakefield verkörpert, welche eine großartige Performance abliefert, die sich durchaus nicht vor einem Vergleich mit Kate Winslets Darstellung in der schon angesprochenen 1995er Umsetzung scheuen muss. Tatsächlich erfüllt erstere eher meine Vorstellungen von Marianne im Roman.
Auch Janet McTeer liefert eine großartige Leistung als Mrs. Dashwood ab, die zwar nicht ganz alle Erwartungen des Charakters der Figur erfüllt. Doch dies war meiner Meinung nach in der oben genannten Verfilmung genauso wenig der Fall.
Elinors "Pendant", Mr. Edward Ferrars, wird von Dan Stevens gespielt, welcher trotz seiner eher kurzen Filmografie eine Glanzleistung abliefert und auch für das Zuschauerauge einiges hergibt. Er passt auch sehr gut zu Elinor alias Hattie Morahan.
Als einziges Manko würde ich das Auftreten von Dominic Cooper als hinterhältigen John Willoughby anführen, der einerseits äußerlich nicht zu Charity Wakefield (Marianne) passt, andererseits nicht die schauspielerische Leistung hergibt, die ich mir für diese Figur erwünscht hätte.
Doch alles in allem wurde die Auswahl der Schauspieler hier sehr sorgfältig und treffend vorgenommen.

Ein eindeutiges Pro dieses Films ist die Originalität der Sprache. Man findet hier einige zwar für heutige Verhältnisse veraltete, aber für den Roman unentbehrliche und den Stil Austens auszeichnende, Ausdrücke und Sprachelemente wieder. Diese Tatsache wird wohl den einen oder anderen Fan Jane Austens sehr gefreut haben.

Doch leider gibt es auch einige Mankos bei diesem Film.
So ist mir aufgefallen, dass hier bei der Auswahl der Kostüme im Gegensatz zu vorherigen BBC-Verfilmungen starke Änderungen vorgenommen wurden. Kleider aus durchsichtigen Stoffen sowie teilweise aus Baumwolle gefertigt, hat es in der Zeit, in der der Roman spielt, nicht gegeben und lassen die Originalität dieser Romanverfilmung fragwürdig erscheinen. Dieselbe Fragwürdigkeit wird durch manche Frisuren der Figuren hervorgerufen. So trägt Marianne beispielsweise sehr oft ihre Haare offen und wild gelockt, wozu noch ein extrem breites Haarband kommt, das wohl eher an die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts und absolut nicht an die des 18. oder 19. erinnert. Wie Kenner der zahlreichen Austen-Verfilmungen der BBC und der Epoche wissen, wurden die Haare zu dieser Zeit in Gesellschaft ausschließlich in einer Hochsteckfrisur getragen.
Die Musik, die auf den Bällen gespielt wird, gleicht eher irischer Folklore als englischer Country Dance Music. Des Weiteren lässt die häufig angewendete sog. "handheld camera", also eine in der Hand gehaltene Kamera, das Bild zu wacklig und die Qualität etwas unter seinem Niveau erscheinen.
Ebenso empfinde ich die Manieren einiger Charaktere als für die damalige Zeit recht anstößig. So ist in dem Roman zum Beispiel niemals die Rede davon, dass Colonel Brandon versucht, Marianne auszuziehen, nachdem er sie in strömendem Regen auf einer Wiese liegend gefunden hat und anschließend im Haus der Middletons aufs Bett legt. Auch würde Marianne der Frau ihres Onkels, Mrs. John Dashwood, nicht folgende Meinung direkt ins Gesicht sagen: "And the house belongs to you? Though you neither care for it, nor need it, nor deserve it."

Nun ist es sicher etwas verwunderlich, warum ich dem Film trotz aller angeführten Mankos 4 Sterne gebe. Da ich finde, dass eine werkgetreuere Umsetzung des Originals in so relativ kurzer Zeit wohl nicht möglich, die Wahl der Schauspieler ausgezeichnet, die Qualität selten erreicht und die liebevolle, detailreiche Umsetzung kaum ausreichend zu würdigen möglich ist. Alle größeren Mankos und Fehltritte sind von rein optischer und mode-oder verhaltensgeschichtlich unkorrekter Art, was aber der absolut großartigen schauspielerischen sowie Regie- und Drehbuch-Qualität keine Abbruch tut.

FAZIT: Für Fans Jane Austens, guter Filme und tiefgehender Gefühle wärmstens zu empfehlen.



Ich war enttäuscht (14. März 2008)

Als großer Liebhaber der Emma Thompson/Ang Lee Version mußte mich vielleicht diese BBC-Verfilmung enttäuschen.

Viele Darsteller sind schlichtweg fehlbesetzt. Allein Hattie Morahan als Elinor Dashwood vermochte mich gänzlich zu überzeugen.

Der Film ist unsäglich hektisch geschnitten. Soll das Jane Austen für die Mtv-Video-Clip-Generation sein? Zudem sind viele Szenen einfach nicht stilvoll oder mit großem Können vom Regisseur John Alexander inszeniert.
Der Film weckte zudem bei mir kaum Emotionen.

Hoffentlich läßt es die BBC mit den Jane Austen-Verfilmungen endlich "gut sein". Wie wäre es mit einer endlich einmal gelungenen Verfilmung von Oscar Wildes "Bildnis des Dorian Gray", von Stevensons "Die Ebbe" oder seinem "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" (die wohl beste Verfilmung mit Ingrid Bergman ist schließlich schon über 60 Jahre her!). Es muß wahrhaftig nicht immer Miss Austen sein!

dkb.de

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