Am Ende kommen Touristen

Verkaufsrang: 2398 (DVD)
Actor: Alexander Fehling
Actor: Ryszard Ronczewski
Actor: Barbara Wysocka
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Binding: DVD
Brand: Warner Home
Director: Robert Thalheim
EAN: 7321925008654
Technische Details: FSK 0
Format: Dolby
Format: PAL
Format: Surround Sound
Label: Warner Home Video - DVD
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Warner Home Video - DVD
Verlag: Warner Home Video - DVD
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 22. Februar 2008
Spielzeit: 81
Studio: Warner Home Video - DVD
TheatricalReleaseDate: 2007
von: Alexander Fehling (Hauptdarsteller), Ryszard Ronczewski (Hauptdarsteller), Anton Feist (Komponist)
Preis: EUR 4,95

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Product Description

Warner Home Am Ende kommen Touristen, USK/FSK: oA VÃ-Datum: 22.02.08

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Kundenrezensionen zu 'Am Ende kommen Touristen'

Vor den Touristen kommt der Alltag (31. Oktober 2008)

Auch an Orten, an denen schreckliches passiert ist, kehrt über kurz oder lang wieder der stinkgewöhnliche Alltag ein. Der Ort Auschwitz, an dem die schlimmsten Verbrechen an der Menschheit begangen wurden, hat einen anderen polnischen Namen und ist heute eine Kleinstadt mit ca. 40.000 Einwohnern. Es gibt Wohnblocks, Geschäfte, Kneipen, einen Bahnhof und aber auch eine Gedenkstätte. Doch wie viel Bedeutung hat diese Stätte der Begegnung für die Menschen, die heute in Auschwitz leben? Es sind vor allem deutsche Touristen, die dorthin reisen, um einen Blick in die schwärzeste deutsche Vergangenheit zu werfen. Die Menschen vor Ort arbeiten, lachen, leben, gehen aus, lieben und werden geliebt und schlagen sich mit den alltäglichen Problemen des polnischen Alltags herum.
Sven kommt aus der Weltstadt Berlin und möchte (notgedrungen) seinen Zivildienst in der Begegnungsstätte Auschwitz ableisten. Der übliche Kulturschock hätte ihn wohl auch ereilt, wenn er zum Zivildienst nach Buxtehude gekommen wäre. Doch hinzu kommt nun auch noch die Sprachbarriere und die Konfrontation mit der Vergangenheit, einer lange zurückliegenden Vergangenheit mit der höchstens sein Großvater noch direkt involviert hätte sein können.
Doch in der Person des KZ-Überlebenden Krzeminski, der direkt auf dem Begegnungsstättenareal lebt, bekommt diese Vergangenheit ein Gesicht. Und so steckt auch mehr in der persönlichen Konfrontation als der übliche Generationenkonflikt. Die Annäherung ist ruppig und mit Misstrauen verbunden, als ob der 19-jährige Sven immer noch unmittelbar mit der Täternation gleichgesetzt wird. Doch es sind andere, die Krzeminski für ihre Zwecke funktionalisieren. Sven durchschaut diese Vorgänge, steht ihnen aber insgesamt recht hilflos gegenüber.

Ganz nebenbei darf in diesem Film aber auch die Liebesgeschichte nicht fehlen. Für mich eine kleine Schwäche des Filmes. Okay, durch Ania lernt Sven den polnischen Alltag in Auschwitz kennen. Dafür hätten sie sich nicht ineinander verlieben müssen, doch das scheint wohl irgendwie auch zu diesem Film dazu gehören zu müssen.

Insgesamt jedoch ein sehenswerter Film, da er sich nochmals von ungewöhnlicher Richtung aus an die Thematik heranwagt, eine klare Handlungslinie verfolgt und mit gut agierenden, unverbrauchten Gesichtern aufwartet. 4 Sterne mit Tendenz zum 5.

Es ist noch nicht alles gesagt über den Holocaust (27. Mai 2008)

Für alle, die glauben, es sei schon alles gesagt über den Holocaust, ist dieser Film eine Überraschung.

Den Holocaust-Tourismus gibt es ja nicht nur in Ausschwitz (wie hier im Film), sondern auch in Berlin, wo eine ganze Branche vom Geschäft mit dem "Grusel-Tourismus" lebt. Die Stelle, an der der Führer-Bunker war, ist eines der beliebtesten Ausflugsziele (!).

Die Menschen, die diese Zeit selbst erlebt haben, finden das Ganze allerdings nicht spannend oder sensationell, sondern es war oft die schlimmste Zeit ihres Lebens.

Ich denke, dass die Zeitzeugen im Vordergrund stehen müssen, solange es sie noch gibt. Und dass man sich in sie hineindenken und -fühlen muss, um zu begreifen, was da passiert ist.

So ein Konzentrationslager allein, z.B. Dachau, kann an einem sonnigen Tag, völlig harmlos wirken. Die Geschichten sind es, die erzählt werden müssen.

Das zeigt der Film auf eine sehr ruhige, moderne Art, die einem Dokumentarfilm ähnelt.





ein ungewöhnlicher Film über das gewöhnliche Dilemma der Menschen im Umgang mit dem Nationalsozialismus (18. April 2008)

Dieser Film setzt sich gezielt mit der Realität des "Holocausttourismus" auseinander. Er will keine Kritik an den Gedenkstätten sein, sondern möchte die Motive und Erwartungen der BesucherInnen hinterfragen und thematisiert Widersprüchlichkeit und klassische Plattitüden. Auf den Punkt bringt dies besonders eine Szene, in der Krzeminski (ein Holocaustüberlebender) sagt, man solle den Leuten "Schindlers Liste" zeigen, denn der Film würde mehr Eindruck machen als sein Vortrag. Prädikat: pädagogischer als manche Geschichtsstunde und enorm tiefgründig.

In seiner Belanglosigkeit gefährlich (1. April 2008)

Ein vollkommen belangloser, beinahe gefährlicher Film, der den "schwarzen Peter" den Polen zuschieben will. In seiner Figurenzeichnung am Rande von Karikaturen entlangstreifend zeigt er einen "edlen Deutschen", der sich seiner Vergangenheit stellen will und vor einer Mauer polnischen Ignoranz steht. Wenn ich mich nicht irre ist dass auch der erste Film über Auschwitz, in dem Juden "keine Rolle" spielen.

Ausgezeichnet jedoch das natürliche Spiel der beiden Hauptdarsteller und die wie nebenbei eigestreuten Aufnahmen des ehemaligen deutschen Vernichtungslagers als "Touristenattraktion". Mit einem besseren Drehbuch hätte aus diesem kleinen Fernsehspiel des ZDFs ein großartiger und wichtiger Film hätte werden können.

Anspruchsvoller, bisweilen melancholischer Film (12. März 2008)

Das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz ist ein Ort der Geschichte, an dem der Schrecken der Vergangenheit vielleicht so greifbar ist wie nirgendwo anders. Robert Thalheims Am Ende kommen Touristen" thematisiert deshalb natürlich die deutsche Geschichte. Jedoch liegt das Augenmerk des Films weniger auf der Frage, wie das ungeheure Verbrechen an der Menschheit hier geschehen konnte, sondern vielmehr darauf, wie sich die Gräueltaten der Vergangenheit auf das Leben in der Gegenwart des 21. Jahrhunderts auswirken. Thalheim porträtiert das Leben in der Nähe dieses Ortes ganz nüchtern, unsentimental und unerwartet alltäglich. Die Touristen kommen und gehen, aber manche Menschen bleiben. So wie Sven, der von Alexander Fehling überzeugend gespielt wird, oder Ania, die Barbara Wysocka mit schüchterner Zurückhaltung und Verletzlichkeit verkörpert. Sie sind Beispiele dafür, wie die Menschen in Oaewiêcim damit umgehen, was vor nunmehr fast siebzig Jahren dort geschah. Der Film bezieht seine Spannung aus dem Gegensatz von übermächtiger, allgegenwärtiger Geschichte und dem Versuch, trotzdem ein normales Leben zu führen. Die Annäherung der Kulturen bleibt in der neuen Generation, die die NS-Zeit nicht miterlebt hat, dennoch schwierig. Sie läuft behutsam ab, wie die nicht immer reibungslose Beziehung zwischen Sven und Herrn Krzeminski und wie die aufkeimende Liebe von Sven und Ania, die von einer echten Romanze weit entfernt ist. Am Ende kommen Touristen" ist ein bedächtiger, still beobachteter Film, der gar nicht erst versucht, mehr als eine Momentaufnahme zu sein. Er ist niemals rührselig oder verklärt, immer fesselnd und nur an wenigen Stellen leicht konstruiert. Das Ende kommt abrupt und lässt vieles offen, was dem einen oder anderen Zuschauer nicht sonderlich gefallen wird. Trotzdem passt es zum Gesamtkonzept eines kurzen Einblicks, der nichts lösen, sondern nur Möglichkeiten aufzeigen kann. Insgesamt überzeugt der Film mit einer durchdachten Geschichte, guten Darstellern und einer ruhigen, fast dokumentarisch wirkenden Regie.

Das Bild der X Edition"-DVD von Warner Home Video ist gut, weist jedoch eine leichte Körnung auf, die vermutlich von den verwendeten Kameras herrührt. Der Ton ist klar und gibt Dialoge und Musik deutlich wieder. Die Extras bestehen aus einem Trailer zum Film, zwei Interviews, entfernten Szenen und einem Kurzfilm. Das ist nicht besonders viel, und auch qualitativ hätte man sich etwas mehr Mühe geben dürfen, gerade bei den abgehackt wirkenden Interviews.

Fazit: Ein anspruchsvoller, bisweilen melancholischer Film über ein fast normales Leben an einem ganz und gar widersprüchlichen Ort, der trotz trauriger Momente nie hoffnungslos wirkt.

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