La Boheme (Ga)

Verkaufsrang: 345 (Musik)
Artist: Anna Netrebko
Artist: Rolando Villazon
Artist: Nicole Cabell
Artist: Stephane Degout
Artist: Boaz Daniel
Audio CD
EAN: 0028947766001
Format: Doppel-CD
Anzahl Medien: 2
Verlag: Deutsche Grammophon (Universal)
UPC: 028947766001
von: Anna Netrebko (Künstler), Rolando Villazon (Künstler), Nicole Cabell (Künstler), Stephane Degout (Künstler), Boaz Daniel (Künstler), Giacomo Puccini (Komponist), Bertrand de Billy (Dirigent), Chor & Orchester Bayerischer Rundfunk (Orchester)
Preis: EUR 20,94

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Im realen Leben ist sie frisch verliebt und schwanger, doch auf der Bühne muss sie ein todkrankes junges Mädchen mimen: Anna Netrebko. Wenn das nicht schon Oper ist! Puccinis Heroinen habe es wirklich nicht leicht. Tragisch verstrickt in ihr Schicksal gibt es für sie oftmals kein Entrinnen wie auch in dieser tränreichen Liebesgeschichte aus dem Pariser Künstlerleben. Doch Anna Netrebko ist ein Profi, zupackend, körperlich, besonders auf der Bühne. Und so schallt es aus ihr heraus, strahlende sonnenhellste Spitzentöne werden ihre Fans zum Schmelzen bringen. Mit der zarten, distinguiert ja fast passiven Resignation einer jungen todkranken Frau wie Mimi, die sich - wie schön altmodisch - ihrem Schicksal ergibt, hat das nur wenig zu tun. Anders Rolando Villazón als Rodolfo. Er kann so richtig schmachten. Wie immer glüht er. Das passt, das berührt. Die Nebenrollen sind mit dem volltönenden Boaz Daniel als Marcello und Tiziano Bracci in einer Dreifachrolle als Hausbesitzer Benoit, als Galan Alcindoro und Zöllner glänzend besetzt. Die reizend aussehende Nicole Cabell als Musetta allerdings vermag ihrer Optik nicht im stimmlichen Ausdruck zu entsprechen.

Dirigent Bertrand de Billy schludert nicht, wie so manche große Dirigentenberühmtheit vor ihm, weiß er doch, dass Puccini größten Wert auf die Einhaltung aller Zeitmaße und allen dynamischen Anweisungen legte. Eine farbige Instrumentation ist das Ergebnis, gekoppelt an eine psychologische wie geschmackvolle Enthüllung der Charaktere. Präzise und feinsinnig erwidert das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks de Billys Zeichen. Fazit: ein phantastisches Orchester, einige gut besetzte Nebenrollen und die beiden Superstars. Teresa Pieschacón Raphael

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Kundenrezensionen zu 'La Boheme (Ga)'

Ich empfehle die DVD mit Cotrubas/Shicoff (16. Juni 2008)

Netrebko als Mimi? Fuer mich waere sie eine optimale Musetta, aber ihr fehlt das Sensible, Zarte einer Mimi. Auch darstellerisch wird sie (wenn Dornhelms Film herauskommt) nicht an Ileana Cotrubas heranreichen. Die Leistung eines Neil Shicoff wird fuer Villazon auch schwer einzuholen sein.

Leichte Enttäuschung (9. Juni 2008)

Es handelt sich hier um eine Live Aufnahme vom April 2007, also zwei Monate bevor Rolando Villazón eine längere Auszeit vom Singen nahm. Und tatsächlich: man hört an vielen Stellen seiner Stimme die Strapazen an. Che gelida manina ist um eine halbe Note tiefer transponiert das (optionale) hohe C am Ende des 1. Aktes geht unter. Trotzdem: Villazón singt jede Stelle durchdacht und überlegt und ist besser als viele andere Rudolfos auf CD. Die Aufnahme kam für ihn leider nur nicht zum idealen Zeitpunkt. Anna Netrebko kommt in dieser Rolle nicht richtig zur Geltung und ist eher ein untypischer Puccini Sopran: vor allem in den ersten beiden Akten kann sie keine Akzente setzen und wirkt seltsam distanziert, also könne sie mit der Mimi der ersten beiden Akte nichts anfangen. In den dramatischeren 3. und 4. Akt wird dies besser. Dazu wählt Dirigent Bertrand de Billy für meinen Geschmack sehr flotte Tempi, die die emotionale Tiefe der Boheme nicht auslotet. Orchester, Chor und die übrigen Sänger geben eine gute bis sehr gute Vorstellung. Also eine recht gute Bohème, aber auch wirklich nicht mehr. An die Referenzaufnahme (Pavarotti, Freni, Karajan) kommt sie nicht ansatzweise heran.

Neues aus Paris? (10. Mai 2008)

Unter den Puccini-Opern, die zu seinen Meisterwerken gerechnet werden müssen, erfreut sich wohl keine größerer Beliebtheit als "La Boheme" und wohl keine ist häufiger aufgenommen worden. Das bedeutet aber auch, dass die Konkurrenz entsprechend hart ist. Für diese Aufnahme hat die DG ihr Superduo - Netrebko und Villazon - ins Rennen geschickt und die Leistung beider Sänger rechtfertigt durchaus die Neuaufnahme. Villazon ist ein intensiver, mitleidender Rodolfo. Er hat das Gespür für den Aufbau und das Timing einer Phrase, er beherrscht den für diese Oper wichtigen Wechsel von Parlando- und Ariosopassagen. Gleichwohl ist nicht alles gelungen. Die Töne über dem System klingen nicht immer so strahlend wie sie sollten und werden in der Regel mit viel zu viel Kraft und gefährlich offen gesungen. Eine heikle Phrase in der Arie wie "Talor dal mio forziere" klingt bei ihm so schwierig wie sie ist, weil zu viel Masse in die Höhe gestemmt wird und er den Klang eigentlich nicht so offen halten sollte wie es sich beispielsweise Björling erlauben konnte. Welche Anstrengung ihn eine derartige Exponierung kostet, ist in den folgenden Phrasen zu erleben, die matt und dumpf klingen. Anna Netrebko wird viele enttäuschen, die in der Rolle eine femme fragile und anrührende Zartheit erwarten. Sie ist keine Sängerin der mimischen Verwandlung und bleibt daher immer Netrebko. Bewegend, wie es beispielsweise Albanese, de los Angeles, Callas oder Freni waren, ist sie nie. Aber sie singt mit klangreichem Ton, feiner und fester Linie und kann die Puccinischen Bögen wunderbar entfalten. Die Rolle passt besser zu ihrem vokalen Rüstzeug als Violetta, weil sie hier technisch nicht überfordert ist und auch vom Umfang her kaum an ihre Grenzen gehen muss. In "O soave fanciulla" leuchtet ihr hohes C - auch wenn es kräftig verhallt ist - und Villazon bleibt glücklicherweise auf dem E. Dass ihre Diktion, insbesondere in den Ensemblepassagen, schludrig ist, was einem Porträt die Tiefenschärfe nimmt, oder dass wie immer die Töne unter dem System äußerst schwach klingen, sind Flecken auf der Wiedergabe, die aber meinen Gesamteindruck nicht entscheidend schmälern. Den Rang einer Aufnahme entscheiden manchmal auch die Comprimarii. Den beiden Stars wurden leider nicht die besten Kräfte an die Seite gestellt. Kowaljow als Colline singt mit mal rauhem, mal hohlem Ton und immer zittriger Linie, Cabell als Musetta ist die typische Soubrette, mit der man als Hörer immer in dieser Rolle gequält wird und Daniel als Marcello verfügt über kein charakteristisches Timbre, was besonders in den Duettpassagen mit Villazon den Reiz des Singens sehr beeinträchtigt. Die Zeiten sind offenbar vorbei, in denen diese Rollen mit ersten Sängern besetzt wurden. Es ist eine Binsenweisheit, dass Puccini in die besten Dirigentenhände gehört. Die Aufnahmen unter Berrettoni, Beecham, Karajan haben das bewiesen. De Billy gehört nicht in diesen Kreis. Die Orchesteraktion kommt alles andere als plastisch herüber, das Orchester selbst klingt unidiomatisch, alles wirkt kühl und fade. Einen neuen frischen Blick auf das Werk gewährt uns de Billy also nicht.

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