ARD.de, 20.02.2008
Selten klang Pop so klug, Alltag so ungewöhnlich und Wehmut so angenehm. Der Singer-Songwriter Niels Frevert erzählt auf seiner Platte "Du kannst mich an der Ecke rauslassen" vom Glanz kleiner Momente. Wenn akustische Gitarren, Piano und Streicherarrangements zum romantischen Tanz aufspielen, ist sonst eher Schweres, Süßliches oder Oftgehörtes angesagt. Doch Niels Frevert stemmt seine kluge Poesie sogleich wie ein Kitsch-Brecher gegen die wogenden Violinen und verwandelt sie in angenehm leicht klingende Begleitung. Von Alltagsdingen, undefinierbaren Empfindungen, flüchtigen Momenten und einfachen Gegenständen singt er: Waschmaschinen, Wellen, Zweifeln und Freundschaft. Dass dieser Wahrnehmungsreigen nicht banal anmutet, liegt an der Schönheit und Intelligenz von Freverts Reimen, die wie Stimmungsbilder funktionieren.Der Singer-Songwriter aus Hamburg ist schon länger auf der Musikbühne unterwegs: Von 1991 bis 1996 war er Sänger und Texter der Band Nationalgalerie, mit der er vier deutschsprachige Platten veröffentlichte. Sein Debüt-Soloalbum ("Niels Frevert", 1997) liegt bereits elf, sein letzte Platte "Seltsam öffne dich" (2003) fast fünf Jahre zurück. Album Nummer drei "Du kannst mich an der Ecke rauslassen" scheint nun auf den ersten Blick mit nur neun Stücken überraschend kurz. Doch ist das Resultat eine wohl gefilterte Zusammenstellung, auf der sich Frevert trotz allem Zeit lässt für Vorspiele und ausschweifende Instrumentalstrecken. Sie geben den Texten Raum zum Atmen und dem Hörer Platz zum spielerischen Weiterdenken, auf seiner Suche nach Antworten, die in den Liedern immer neu angestoßen wird. So im selbstreferentiellen Song "Der Typ, der nie übt", dessen heitere Selbstanalyse ungemein beschwingt ("Sprang für Geld aus Telegramm-Torten/hatte früher Autogrammkarten/unterschrieben mit der Typ, der nie übt/wie ein Hellseher, der schief im Dunkeln liegt/[...] Mit einem blassen Schimmer/die Frage ist wie immer/wie es weiter geht/mit dem gewagten Plan/und der leisen Ahnung/worum es eigentlich geht"). Suche, Flucht und Ankommen liegen auf diesem Album eng beieinander, getragen vom positiven Sound der Instrumentierung. Zu jazzig lockerem Beat singt Frevert in "Ich möchte mich gern von mir trennen" - das im Original von Hildegard Knef stammt - über ewige Selbstzweifel, den Wunsch, sich zu entfliehen und die schwierige Aufgabe, sich zu lieben. Der nonchalante Ton dieses "inneren Monologs" macht die Klage fast beiläufig, als kehre sie ab und an selbstverständlich wieder ("Ich nahm auf mich leider nie Rücksicht/von mir tief gekränkt steh ich hier/deshalb nehm ich lieber zur Vorsicht/auf längre Zeit Abstand von mir"). Niels Frevert Foto: Tapete, Tobias Stachelhaus Melancholie ohne Tristesse: Niels Frevert bewahrt die Leichtigkeit in seinen Liedern.
Wie ein bewegender Kurzbesuch in der Heimat klingt dagegen der zärtliche Song "Niendorfer Gehege", Freverts Geschichte von der Begegnung zweier alter Freunde. Er beschreibt den Moment, in dem die alte Vertrautheit schön und warm zurückkehrt und sogleich in Zwist tritt mit dem seltsamen Gefühl der Veränderung ("Es tut so gut dich wiederzusehen/'n bisschen komisch, in den Arm zu nehmen/mein Freund, ich geb ein' aus/was willst du trinken./Stell dich zu mir/erzähl breit und lang/wie es dir in der Zwischenzeit ergang/hier ist genug Platz für krumme Gedanken.")
Die Ballade "Aufgewacht auf Sand" als letzter Song der Platte führt schließlich mit sanften Gitarrenmelodien ins Atmosphärische - dorthin, wo Alltagssuche und Traumheimat sich begegnen ("Eingeschlafen und/aufgewacht auf Sand/den Wellen in der Nacht/hinterher gerannt"). Die unaufgeregte, ein wenig rauchige Stimme Freverts streut hier leichte Wehmut, bleibt aber fern von depressiven Jammerarien. Was auf diesem gelungenen Pop-Album an Sehnsucht und Melancholie erklingt, ist relaxt, wohlig und schmeichelnd, vertrautes Gedankengut vieler (Tag-)Träumer und Viel-Denker - diese Songs könnten zu ihren treuen Begleitern werden. Isabell Gössele
Spex, März/April 2008
Es gibt Platten, die beschreiben im Grund nichts als die Ruhe, die es braucht. Niels Frevert veröffentlicht nun mit »Du kannst mich an der Ecke rauslassen« seine dritte in elf Jahren. Beim Tapete-Label geht man entsprechend auf das Thema Arbeitsgeschwindigkeit ein. Es seien »die Worte, mit denen Herr Frevert immer so kämpft«.Unter anderem ist dem früheren Sänger der Gruppe Nationalgalerie während des Prozesses das bezaubernde Wort »Gedankenbegleitservice« zugeflogen, auf das er »Kakerlaken in deinen Cornflakes« reimt. Wie er es singt, reimt es sich nämlich. Im Hildegard-Knef-Cover »Ich möchte mich gern von mir trennen« ersetzt er zeitgemäß den »belgischen« durch den »schwedischen Schrank«, mit der »Telecaster« das »Nussbaumklavier« und übermittelt die wichtigste, manchmal betrüblichste Aussicht beschwingt: Wir verbringen unser ganzes Leben mit uns selbst.
Auch die Instrumentierung ist à la chanson: Bass, Piano, Gitarre, Handclaps, Xylophon, Schlagzeug mit Besen. Im abschließenden und den Druck auf die Repeat-Taste provozierenden »Aufgewacht auf Sand« übt sich Niels Frevert in der Kunst der Meister: dem Vexierbild. Es geht los mit »Auf einmal ist es Frühling, die Tage werden länger, meine Fenster stehn auf Kipp / die Tassen nicht im Schrank – und du träumst, dass, woran du dich festhältst, nur ne lauwarme Heizung ist«; und auch am Ende des Lieds kann und muss man nicht sicher sein, ob hier einer seine Beziehung aufgeben will, den One-Night-Stand bereut oder schlicht vom Meer träumt – der ewigen Metapher für Sehnsucht, letztlich Leben.
So singt Frevert phrasiert und unphrasiert, mit Luft zwischen den Sätzen von Vergleichen mit Birken, von jemandem, der sich fühlt wie ein Baukran (»mit Füßen aus Beton«), von den anscheinend niemals zur Genüge besungenen Umständen eines Musikers. Es sind aber die Umstände aller fühlenden Menschen, deren Beschreibungen Frevert in ein locker aufgeschütteltes Bett aus Streicherarrangements (vom Easy-Listening-Veteranen Werner Becker), Akustikgitarren und Piano bzw. Orgel legt. Wie offensiv und zutiefst unpeinlich Niels Frevert den Ausdruck von Gefühlen zulässt, zeigt vielleicht am besten die kleine Stelle in »Niendorfer Gehege«, als er die Hookline von »I Was Made For Lovin´ You« nach-duht. Nah und schön.
INTRO, März 2008
"Ich werde mich bemühen, sollten wir uns treffen aus Versehen, den Schwachmaaaaten an deiner Seite bei seinem Vornamen zu nennen", rief Niels Frevert im Song "Alles" vom letzten Album "Meskalin" seiner Band Nationalgalerie der verflossenen Liebe hinterher. Damals waren Musik und Text auf den Punkt getroffen, und sie sind es bei seinem dritten Soloalbum wieder. "Mit geschlossenen Augen und Flattern in den Armen steh ich in der Gegend, alle Lichter an, mit Füßen aus Beton, wie ein Baukran", singt der Hamburger im ersten Song, begleitet von Akustikgitarre, Klavier, Streichern und gestreicheltem Bass. So kammermusikalisch entspannt, ganz dicht an den Mikrofonen aufgenommen und in seiner Wärme einnehmend bleibt es bis zum letzten Ton. Reifer ist Frevert mit den Jahren geworden, ohne die Träume aus der Jugend darüber zu opfern, und steht damit Tilman Rossmy näher als dem altersweisen, aber leicht resignierten Tom Liwa. Bis zur letzten Zeile findet Frevert originelle Bilder, die berühren.Financial Times, 29.02.08
In Hamburg reden sie von Tomte und Kettcar und von Dreitagebärten, die mit der Gitarre durch das Schanzenviertel ziehen. Die Ausrufezeichen am Elbufer setzen aber zwei Herren, die sich der Szene längst entsagt haben beziehungsweise weit über ihr stehen. Neben Tilman Rossmy ist auch Ex-Nationalgalerie-Sänger Niels Frevert gelungen, was man fast schon Alterswerk nennen kann. "Du kannst mich an der Ecke rauslassen" ist abgeklärt, souverän, groß. Seine elektrische Gitarre hat der Eimsbüttler für die neun neuen Songs bis auf eine Ausnahme in der Ecke stehen gelassen. Dafür engagierte er für die Streicherarrangements Werner Becker, der unter dem Namen Anthony Ventura in den späten 1970-ern als Easy-Listening-König galt. Und auch der Hildegard-Knef-Titel "Ich möchte mich gern von mir trennen" passt perfekt in Freverts Songreigen über die Suche nach dem Sinn. von Frank LähnemannSpiegel.de, 19.02.2008
"Außenseiter, Wegbereiter, neuer ständiger Begleiter/ Sprang für Geld aus Telegrammtorten, hatte früher mal Autogrammkarten", singt Niels Frevert in "Der Typ, der nie übt (Worum es eigentlich geht)", einem seiner neuen Lieder. Frevert ist eine Art Veteran, auch wenn er sich immer wieder anhört, als hätte er gerade sein erstes Album aufgenommen, so verletzlich, so tiefschürfend klingt das.Damals, 1993, war Freverts Band Nationalgalerie eine der wenigen deutschen Bands, die auf MTV gespielt wurden. Mit "Indiana" und der Single "Evelin" gab es einen kleinen Hit. "Meskalin" mit dem beängstigend traurigen "Tränen in mein Herz" war das bessere Album, aber danach war Schluss mit Band und Karriere. Seitdem ist Niels Frevert alleine unterwegs und sucht noch immer nach dem Sinn des Alltags, der Liebe und des Lebens im Allgemeinen.
"Ich will gehen, vergehen, die letzte Bahn verpassen. Du kannst mich an der Ecke rauslassen", heißt es im Titelstück. Wer das sagt, will verschwinden, vom "Fog, Nebel des Grauens" verschluckt werden, anonym bleiben im grellen Großstadt-Gelichter, weil Melancholie als Lebensstil nach Einsamkeit verlangt. Das passt zu diesem Sänger, in den sich sofort alle Fans von Stefan Raabs Casting-Entdeckung Gregor Meyle verliebten, wenn sie ihn bloß kennen würden. Aber vielleicht würde Niels Frevert nicht mehr diese verträumten und vertrackten Lieder schreiben, wäre er berühmt. Und so wünscht man sich ihn erneut als ständigen Begleiter. Wer braucht schon Autogrammkarten. (8) Andreas Borcholte
Kurzbeschreibung
Bernsteinfarbene Poesie: Der Hamburger Songwriter gibt sich kammermusikalischEr hat sich viel Zeit genommen: Vier Jahre nach seinem letzten Album "Seltsam öffne mich" veröffentlicht Niels Frevert neun neue Lieder. Es sind ruhige Lieder, die E-Gitarre erklingt auf "Du kannst mich an der Ecke rauslassen" nur einmal und das unverzerrt und leise. Ansonsten: alles akustisch, Streicher, Piano, Bass, Schlagzeug, Akustikgitarre - der Hamburger gibt sich kammermusikalisch. Jeder Ton sitzt an der richtigen Stelle, kein Klang erklingt zu viel, und kaum jemand kann so unverkrampft, unbemüht und elegant wie er Worte zu bernsteinfarbener Poesie formen.
Thematisch geht es um Dinge, über die man eigentlich nichts hören möchte: das Sinnsuchen, das Trennen, das Aussteigen und Weitermachen. Aber wenn Frevert darüber singt, funktioniert's. Das liegt auch am entspannten Spiel seiner Band, mit der der ehemalige Frontmann der Nationalgalerie seit zehn Jahren musiziert. Und es liegt an den Streicherarrangements von Werner Becker. Der war in den 70er-Jahren als Easy-Listening-Komponist Antony Ventura weltweit erfolgreich.
Kundenrezensionen zu 'Du Kannst Mich An der Ecke Rauslassen'
Wo bist Du die ganze Zeit gewesen, Niels? (29. März 2008)
>> GLÜCK entsteht oft durch die Aufmerksamkeit in kleinen Dingen,Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge << .
Und geanu darin liegt wohl auch das Geheimnis von "Du kannst mich an der Ecke rauslassen"!
Niels Frevert hat für seine neue Platte scheinbare Zufälle und Beiläufigkeiten gesammelt. Und weil er sensibel genug ist, in ihnen das Unverwechselbare zu entdecken, hat er all diesen Fundstücken eine Platform auf seinem neuen Album geschenkt, um dort den Zauber des Alltäglichen für jedermann sichtbar bzw. hörbar zu machen.
Jedes Detail sitzt nun an seinem Platz - jeder Akkord, jeder Streicher, jede Gitarre und vor allem:
Jedes Wort! - Was für ein GLÜCK!
Niels Frevert-Texte waren immer schon ein wesentlicher Aspekt seiner Musik. Allerdings so unverschlüsselt und direkt, hat er seine Poesie zuvor nur selten zu Gehör gebracht.
(Ganz im Gegensatz zum Vorgängeralbum "Seltsam öffne mich", welches rückblickend doch ziemlich "verkopft" und nach "schwergetaner Arbeit" klingt. "Seltsam öffne mich" war ein Album, dem irgendwie die großen Melodien ausgegangen waren und mit ihnen auch die Poesie...)
Jetzt, fünf Jahre später, hat Frevert sich wieder "locker gemacht" und besingt poetisch und nachhaltig Situationen, in denen sich jeder irgendwie "zuhause" fühlt.
Das Ergebnis klingt nach Befreiungsschlag, nach Lebenslust und nach ... Frühling!
Im Grunde müßte es für diese CD soetwas wie eine "Verschreibungspflicht für Jedermann" geben, da sie die Kraft eines "Antidepressivums" besitzt!
Abwechslungsreich, sensibel und charmant, präsentieren sich dann auch die neun Lieder, verpackt mit einer Leichtigkeit, die immernoch soviel Gewicht hat, daß sie nie oberflächlich daherkommt.
Wo hat sich dieser tolle Musiker in den letzen Jahren bloß versteckt, daß man ihn fast schon nicht mehr auf der Rechnung hatte?
"Ich bin anders als früher, nicht ganz so wie erwartet und da kann ich was dafür..." singt Frevert in dem leicht wehmütig zurückblickenden "Niendorfer Gehege".
Das hätte verbittert klingen können, tut es jedoch nicht,
weil man den Eindruck hat, Frevert ist, trotz aller melancholischen Untertöne, mit sich selbst ziemlich im Reinen...
Bei einem Stück wie "Waschmaschine", wird man von Zeilen wie "Welt drinnen, ich draußen / Und dazwischen ein Fahrrad / Welt innen ich außen / So fahre ich durch die Stadt" und "Tage vergehen, irgendwohin / In der Waschmaschine wär noch Platz gewesen..." nicht mehr losgelassen, fühlt sich im Geist verbunden und im Innern tief berührt.
Einen nicht unerheblichen Teil für die atmosphärische Dichte der Platte tragen - neben Freverts eigener Leistung - unter anderem die wunderbaren Streicherarrangements von Werner Becker bei. - Musikalisch ein absoluter Glücksgriff!
Auch wenn das Album selbst eher als "kurz" zu bezeichnen ist, so beschert es doch ein kurzes GLÜCK mit langanhaltender Nachwirkung.
Es gibt da ein sehr passendes Sprichwort:
>> Das GLÜCK muß entlang der Straße gefunden werden,
nicht am Ende des Weges. <<
Entlang dieser Straße (der Lieder), habe ich es gefunden, ich bin dort, wo ich immer schonmal hinwollte,
Du kannst mich an der nächsten Ecke rauslassen, Niels!
- Oder wir drücken nochmal die Repeat-Taste, wiederholen das Ganze und drehen noch `ne neue Runde um den Häuserblock!
Wunderschönes Gesamtwerk (22. März 2008)
Ich kann mich nur anschließen: Das Warten hat sich gelohnt. Die Musik ist natürlich ruhiger als die alten Scheiben der Nationalgalerie, allerdings finde ich die neue Scheibe schneller zugänglicher als Niels anderen Soloprojekte.Seine Musik sollte man nie losgelöst von Text oder Musik betrachten, es passt einfach beides zusammen.
Wunderschöne Texte zu wunderschöner Musik.
Nicht fetentauglich, aber wunderbar um sich hinter das Lenkrad, auf das Sofa oder einfach weg vom Alltag zu begeben.
Das Warten hat sich gelohnt! (6. März 2008)
5 lange Jahre hat es gedauert, bis Herr Frevert eine neue Platte veröffentlicht hat. Gut, zwischendurch ab es seine Songs von anderen Musikern zu hören (wie z.B. HR Kunze), am Besten sind sie jedoch, wenn er sie mit seiner unnachahmlichen Stimme selber singt und spielt.9 Songs die nicht vermissen lassen und mit zu dem Besten gehören, was es an deutschsprachiger Musik seit langer Zeit zu Hören gab. Texte die es in sich haben und erst einmal verstanden werden wollen und eine musikalische Begleitung, die zwar völlig anders als beim letzten Album ausfällt aber deswegen nicht besser oder schlechter, sondern vielmehr anders gut ist.
Wer von DSDS Graupen und Einheitsmist die Nase voll hat, wird mit diesem Album sicherlich einen sehr, sehr guten Ausweg finden.
Bitte nicht wieder 5 Jahre bis zum nächsten Album warten!
Oberklasse .... (5. März 2008)
aus dem deutschsprachigen Bereich, dem momentan niemand ernsthaft Konkurrenz machen kann. Poesie, Wortwitz, feinste Melancholie und trotzdem lebensbejahend.Allerdings mit ca. 31 Minuten etwas kurz geraten, aber lieber so, als das Lückenfüller den Gesamteindruck stören. Ansonsten perfekt.
Unerwartet entspannt - Sehr feine CD! (3. März 2008)
Nach dem tollen, streckenweise Erinnerungen an Nationalgalerie (und Selig) weckenden, "Seltsam öffne mich" und auf einen entsprechenden Nachfolger hoffend, hatte ich eine solche CD nun wahrlich nicht erwartet:"Du kannst mich an der Ecke rauslassen" ist eine fein zusammengetragene Ansammlung von ruhigen Momentaufnahmen aus dem alltäglichen Leben. Ein Füllhorn melancholischer Gedankenfragmente, deren Bilder sich mir zwar nicht immer gänzlich erschließen, aber trotz - oder gerade wegen - ihrer bisweiligen Schlichtheit immer zu berühren vermögen:
"Autos rauschen, Blätter wehen, man weiß nicht von woher. Tage vergehen, irgendwohin, in der Waschmaschine wäre noch Platz gewesen".
Liebevoll (weitgehend akkustisch) instrumentiert und mit großer Leichtigkeit vorgetragen ist das alles unaffektiert, authentisch und einfach nur grundsympathisch. Entspanntere 31 Minuten kann ich unter den heimatlichen Bands in meinem CD-Regal momentan nicht finden...





