Gefahr und Begierde

Verkaufsrang: 1251 (DVD)
Actor: Tony Leung Chiu-wai
Actor: Wei Tang
Actor: Joan Chen
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 16 Jahren
Autor: Eileen Chang
Binding: DVD
Director: Ang Lee
EAN: 0886971892499
Format: Dolby
Format: PAL
Format: Surround Sound
Label: Ufa/DVD
Languages:
Manufacturer: Ufa/DVD
Verlag: Ufa/DVD
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 12. Mai 2008
Spielzeit: 153
Studio: Ufa/DVD
TheatricalReleaseDate: 2007
UPC: 886971892499
von: Tony Leung Chiu-wai (Darsteller), Wei Tang (Darsteller), Joan Chen (Darsteller), Eileen Chang (Autor), Alexandre Desplat (Komponist), Ang Lee (Regisseur)
Preis: EUR 17,59

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Product Description

GEFAHR UND BEGIERDE

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Kundenrezensionen zu 'Gefahr und Begierde'

Ananke (20. Juni 2008)

Aus Patriotismus bilden mehrere chinesische Studenten eine Gruppierung, um den Kollaborateur Herrn Lee zu töten. Kurz vor dem Attentat wird Herr Lee versetzt und die Tat bleibt unausgeführt.

Drei Jahre später in einer anderen Stadt soll das Projekt erneut aufgegriffen und zu Ende gebracht werden. Das weibliche Mitglied der Einheit Chi, soll wie einst geplant, eine Beziehung zu Herrn Lee herstellen und damit Gelegenheiten ermöglichen, ihn zu töten. Chi und Herr Lee begegnen einander erneut und eine Beziehung nimmt ihren Anfang. Die Taten seines Berufes haben Herrn grausam werden lassen und dies zeigt sich auch in der Liebesbeziehung, die heftig und gewalttätig ist. Dennoch scheint dies der Zuneigung der beiden keinen Abbruch zu tun und eine seltsame Liebe gedeiht. Die Planungen schreiten voran und der Tag der Tat rückt näher.

Der Film lebt durch seine pittoresken Bilder und durch eine leise filigrane Sprache. Die Hauptgeschichte mit ihrem fatalen Ausgang scheint nur Beiwerk für eine wunderschöne, traurig endende Amor fou. Gute schauspielerische Leistungen, eine spannende Kameraführung und viele kleine Details, machen diesen Film sehenswert.

Eine Geschichte für Feinschmecker, die tief unter die Haut geht. (14. Juni 2008)

Es geht um die japanische Besetzung des Shanghai 1941. Eine Gruppe der jungen Studenten, die patriotische Theaterstücke aufführen, haben geschworen, einen hohen Beamten, den Herren Yi zu beseitigen, der sich auf der Seite der Japaner befindet und den chinesischen Widerstand bändigen will. Die junge Studentin Wang Jiazhi schließt sich dieser rebellischen Gruppe nur an, weil sie deren Anführer sympathisch findet, und scheint aber den wahren Sinn des ganzen Vorhaben nicht zu begreifen, wie auch die meisten Beteiligten. Das ganze wird als ein romantisches Abenteuer und eine patriotische Verschwörung empfunden. Es wird aber ernst, als das Vorhaben nicht gelingt und sie den Cousin des Anführers töten müssen, weil er den Plan der Gruppe durchschaut hat. Jetzt wird allen klar, wie entsetzlich, grausam und sinnlos der Mord eines unschuldigen Menschen ist.

Der Beamte, Herr Yi wird versetzt und reist ab, die Gruppe zerfällt, und die jungen Menschen verlieren einander aus den Augen. Die Studentin Wang Jiazhi scheint ihre Lektion gelernt zu haben, und will von den Beteiligten nichts mehr wissen. Erst nach 3 Jahren findet sie der rebellische Anführer an der Uni in Shanghai wieder und bittet den Mordplan zu Ende zu bringen. Diesmal steht hinter ihm eine gut organisierte Verschwörungspartei, die in laufe der Jahren gewachsen ist und auf den Richtigen Moment wartete. Wang Jiazhi sagt zu.

Sie hat wieder, wie vor 3 Jahren; die falsche Identität der Frau Mak Tai Tai angenommen und ins Haus des Herren Yi als alte Freundin seiner Frau eingegangen. Herr Yi erinnert sich sehr gut an sie, und zwischen den beiden beginnt eine heiße und leidenschaftliche Affäre. Der jungen hübschen Frau Mak gelingt, das Vertrauen des Herren Yi zu gewinnen, einen Menschen, der nicht mal seinem Schatten vertraut. Er ist ein grausamer Mensch, der die anderen durch seine Befehle foltern und töten lässt. Der Frau Mak ist von Anfang an klar, wie schrecklich ihr Tod sein wird, falls ihr Plan aufgeht. Aber Herr Yi verliebt sich in sie so sehr, dass er ihr vertraut. Sein Vertrauen ist die höchste Anerkennung seiner Liebe. Die junge Studentin verliebt sich auch in den Beamten, und das bedeutet ihr Ende.

Der Film ist spannend bis zu der letzten Sekunde. Die Chinesen verhalten sich sehr zurückhaltend, aber hinter dieser Zurückhaltung und Intelligenz verbirgt sich feurige Leidenschaft. Und man kann sehr schwer verstehen, was eigentlich die Frau selbst empfindet und warum sie ihr junges Leben riskiert, wofür und für wen. Also, sehr empfehlenswert.

Ein historisch erotischer Spionagethriller (17. Mai 2008)

Siebenunddreißig Seiten lang ist die Kurzgeschichte der chinesischen Schriftstellerin Eileen Chang, die Ang Lee (Brokeback Mountain)zur Vorlage für seinen Film nimmt. Daraus machen er und sein langjähriger Drehbuchautor und Produzent James Schamus ein Zweieinhalbstundenepos. Das verlangt Geduld vom Zuschauer. Ein gewisses Missverhältnis sind diese 159 Minuten, gerade auch deswegen, weil Lee bei der Verfilmung von Jane Austens mehr als vierhundert Seiten dicken Roman "Verstand und Gefühl", mit dem Titel "Sinn und Sinnlichkeit" (2002), schon nach 131 Minuten zum Ende gekommen ist. Jetzt kehrt der zweifache Oscar-Preisträger mit einem neuen berauschend-sinnlichen Meisterwerk zurück.

Zum Plot: Drehort des Films ist das pulsierende Shanghai der 40 er Jahre während der japanischen Besetzung und des chinesischen Widerstandes. Wie große Teile Chinas leidet auch die pulsierende Metropole unter der Besatzung der Japaner. Die Protagonistin Wang Jiazhi (die Debütantin Tang Wei) ist ein gutes Mädchen das den Job eines bösen Mädchens verrichtet. Sie, die ihr doppeltes Spiel hinter zwei Identitäten verbirgt, wird zu Anfang unter dem Namen Mak Tai Tai eingeführt und nimmt mit drei anderen Frauen 1942 in Shanghai, im Hause eines hohen Beamten, an einer Partie Mahjong teil. Als Herr Yi (Tony Leung), der mit der japanischen Besatzungsmacht kollaboriert, nach Hause kommt, verraten zunächst nur verstohlene Blicke, das zwischen ihm und Mak ein wohl gehütetes Geheimnis besteht. Kurze Zeit später tätigt Mak in einem in der unmittelbaren Nachbarschaft liegenden Cafe einen Telefonanruf, der nur aus einem Satz besteht: "Die Operation kann starten."

Nun folgt ein Rückblick auf den Campus der Universität Hongkong im Jahre 1938. Wang schließt sich einer patriotischen Theatergruppe an, die im Untergrund Widerstand gegen die japanischen Besatzer leistet und die es sich zum Ziel gemacht hat, den hohen Beamten und Kollaborateur Yi in eine tödliche Falle zu locken. Die Verschwörer beschließen, dass Frau Mak versuchen soll das Vertrauen von Herrn Yi zu erlangen, um mit ihrer Hilfe einen passenden Moment für ein Attentat auszukundschaften. Doch erst drei Jahre später führt der elegante Herr Yi überraschend einen kleinen Tanz auf, um sich mit Wang Jiazhi unterm Regenschirm begegnen zu können. Diese Szene gehört zu den schönsten im Film und ist der Beginn einer langsamen Annäherung. Zwischen beiden beginnt eine sadomasochistische Affäre, bei der nur schwer auszumachen ist, ob Frau Mak noch ihrem Auftrag folgt oder ihrem Herzen. Dass die beiden sich ineinander verlieben, durchkreuzt anfangs das geplante Vorhaben. Wenn es auch zunächst den Anschein hat, dass sich nicht nur die verführerische Frau Mak immer mehr in einem Netz aus Gefahr, Begierde und Obsessionen verliert, ist doch schwer zu sagen, wer hier der Jäger und wer die Beute ist. Der skrupellose Herr Yi nutzt den Sex, um endgültig herauszufinden, wer die Frau wirklich ist. Endlich allein mit der jungen ultimativen Schauspielerin Wang Jiazhi, die so gar nicht zur Mata Hari zu taugen scheint, vergewaltigt der Verhörspezialist Herr Yi sie in einer brutalen Attacke. In einer Wohnung, die er eigens zu solchen Zwecken zu unterhalten scheint, kettet er sie mit Handschellen ans Bett. Das hatte man einem mit melancholischen Augen daher kommenden Leung nicht zugetraut. Frau Mak spielt die Rolle ihres Lebens, doch aus körperlicher Lust entwickelt sich mehr und mehr ein obsessives Verhältnis, ein gefährliches Roulette der Gefühle und einer grenzenlosen Begierde, in dem sie sich schließlich verliert.

Auch wenn der Film den Goldenen Löwen von Venedig als Bester Film und Beste Kamera bekommen hat, muss Kritik erlaubt sein. Gefahr und Begierde" hätte noch ein wesentlich besserer Film werden können, hätte Ang Lee die ersten fünfzig Minuten auf schlappe zehn gerafft und sich auch später von der einen oder anderen langatmigen Szene beim schwer begreiflichen Mahjong - Spiel, oder in der Wohngemeinschaft der dilettierenden Widerstandskämpfer getrennt. So bleibt über lange Szenen leider nur ein schön fotografiertes, langatmiges Melodram, auch wenn uns Lee dabei Sexszenen von einer Bildschärfe und Deutlichkeit zeigt, wie sie es sie zuvor mit chinesischer Besetzung noch nie gegeben hat. Auch wenn man in China auf Grund dieser Sexszenen nur eine verstümmelte Version zu sehen bekommt, wird der Eindruck von einer Amour fou vermittelt, wie das Kino sie liebt und wie Ang Lee sie zu drehen versteht. Ein sehr vielschichtiger Film, um Liebe und Verrat, Lust und Täuschung, atmosphärisch unheimlich dicht. Ein Film der unter die Haut geht.

Eine erotische Tragödie (21. Januar 2008)

Man sollte sich den Film nicht wegen der Bettszenen ansehen. Man sieht zwar in der zweiten Hälfte des Films durchaus viel, viel nackte Haut, viele verschiedene Stellungen, sogar mehr als in fast allen anderen Kinofilmen. Wer aber hinter die Oberfläche sieht, wird in den Bettszenen weniger Erotik als viel mehr Traurigkeit sehen. Und selbst wenn die Hauptdarstellerin hier sehr schön anzusehen ist, bei einem auch nur einigermaßen sensiblen Beobachter wird das genannte Gefühl die eigentlich schönen Bilder dominieren.

Aber fangen wir mit dem Beginn der Geschichte an. Es geht um eine Gruppe von jungen Studenten, die - so würden wir heute sagen - eine Terrorgruppe gründen. Zwar stehen sie auf der Seite der Guten, nämlich auf Seiten der Nationalchinesen, die unmittelbar vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gegen die in China einmarschierten Japaner und die chinesischen Kollaborateure kämpfen. Aber dennoch, man kann es nicht anders beschreiben, es geht hier um die gefährliche Mischung aus Fanatismus, Naivität, Gruppendynamik und Nichtwissen, die Menschen zu extremen Mitteln greifen lässt. Eine Handlungsweise, die wir heute nun einmal Terrorismus nennen. Und am Ende muss natürlich nicht das eigentliche Ziel, der kommende Mann der japanfreundlichen Marionettenregierung dran glauben, sondern ein ganz anderes, ungeplantes, vielleicht sogar zufälliges Opfer. Es geht dabei nicht mehr um die Frage, ob die Taten gerechtfertigt sind. Entscheidend ist, dass alle Planungen aus dem Ruder laufen. Und so ist es schnell vorbei mit den großen Idealen und den Aufbruchsjahren und der Jugend der Studenten.

Alle Beteiligten sehen sich erst drei Jahre später wieder. Nicht nur die Studenten, sondern auch der Kollaborateur, das geplante Opfer. Doch alle sind mittlerweile zerstörte Menschen. Am stärksten wird das klar in der Person des mittlerweile zum Minister beförderten Volksfeinds. Und am allerklarsten wird das in den eingangs beschriebenen Bettszenen mit der jungen, schönen Studentin, die ihn in eine Falle locken soll. Ist er im ersten Teil noch eleganter Verführer, der gerade nicht den letzten Schritt macht, ist jetzt bereits die erste sexuelle Begegnung zwischen beiden als Vergewaltigung inszeniert - trotz der Bereitschaft der Studentin, sich nicht nur mit ihm einzulassen sondern ihn sogar aktiv zu verführen. Und es geht so weiter. Diesen Mann, der eine zerstörte Seele und eine zerstörte Sexualität hat, kann kaum noch etwas reizen. Er lässt durchblicken, dass er Menschen foltert, dass er deshalb zu keinen Gefühlen mehr fähig ist. Und man sieht ihn leiden. Selbst im Bett mit einer schönen Frau. Aber auch die andere Seite, die Auftraggeber des geplanten Mordes sind nicht besser. Mitgefühl haben alle Seiten in diesem Krieg längst verloren. Und so muss das alles natürlich am Ende in einer Katastrophe enden.

Spannung bezieht dieses Szenario eigentlich nur aus dem Thema Liebe, das sich ebenfalls durch den Film zieht, auch wenn es oft kaum erkennbar ist. Wird sich die schöne Studentin doch noch in den bösen Minister verlieben? Und ihn dann doch am Ende beschützen statt ihn den Attentätern auszuliefern? Wen verrät sie eigentlich am Ende? Ihren bösen, gewalttätigen Liebhaber, dessen Leidenschaften sie zu befriedigen versucht? Der zumindest im Rahmen seiner beschränkten Möglichkeiten versucht, Gefühle zu zeigen? Oder doch den gut aussehenden Studenten, in den sie sich im ersten Teil des Films verliebt hat, der sie aber permanent für die gute Sache verrät? Aber ist im Krieg überhaupt Raum für ein Gefühl wie Liebe? Muss man sich dagegen nicht sogar wehren?

Die Inszenierung ist natürlich herausragend, wie immer von Ang Lee, dem wir auch "Eissturm", "Das Hochzeitsbankett" und "Tiger and Dragon" verdanken. Man fühlt sich zu Hause im China der 30er und 40er Jahre, wenn man den Film sieht. Großartig ist insbesondere ein Besuch der beiden Hauptpersonen im Viertel der Japaner dargestellt. Es gelingt Ang Lee, die japanischen Invasoren und deren ja auch sehr artifizielle und ausgefeilte, jahrtausendalte Kultur im Vergleich zu China als eine Ansammlung von fremdartigen Barbaren und merkwürdigen Riten erscheinen zu lassen. Ein gutes Beispiel, wie suggestiv die eigentlich unauffälligen Bilder des Films wirken können. Die Haupt- und Nebendarsteller leisten großartiges. Selbst die aus "Twin Peaks" bekannte Joan Chen als gelangweilte Hausfrau weiß zu überzeugen. Die sparsam eingesetzte Musik leistet viel. Der Film enthält wenig Action aber viel Psychologie, die aber nie langweilig wird.

Ein Film, der seine Preise verdient hat.

dkb.de

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