Aus der Amazon.de-Redaktion
All jene, die bislang nicht viel über Willy Astor wissen, könnten sich in Anbetracht des Covers seiner CD Reimgold leicht fragen: Etwa schon wieder einer jener Blödelbarden mit Wikingerhelm (fehlt nur noch die Asterix-Perücke), die sich bemühen, mit Promi- und Mundartparodien Lacher auf ihre Seite zu ziehen? Weit gefehlt! Hier handelt es sich um einen Könner virtuosen Wortwitzes vom Feinsten. Woher der wohl rührt? Willy Astor ist ein Kind vom Münchener Hasenbergl. Das ist jener Stadtteil, der neben sozialen Härten auch den Schauspieler Günther Kaufmann (Titel seiner Autobiografie: “Der weiße Neger vom Hasenbergl“) hervorbrachte und Regisseur Rainer Werner Fassbinder zu seinem Stück “Katzelmacher“ inspirierte. Alle Erwähnten zeichnet ein hohes Maß an Willenskraft und Durchhaltevermögen aus. Wer anders sein wollte, musste hart dafür arbeiten, um vielleicht am Ende herauszukommen. Auch im Falle von Willy Astor hat das geklappt. Zunächst Grund- und Hauptschule, dann Lehre als Werkzeugmacher bei BMW und irgendwann ein Studium zum Maschinenbautechniker, dabei stets präsent die Liebe zu Musik und Bühne, sowie der Wunsch, sich Gehör zu verschaffen. Seit mehr als 20 Jahren ist er im Geschäft. Willy Astors Markenzeichen ist das Verdrehen und Abwandeln von Worten. Erst durch ihn zeigt die Sprache ihre absurd-komischen Fratzen, zum Beispiel wenn er Sätze sagt wie “Der Papst ist ja auch deshalb hauptsächlich Papst geworden, weil er mag ja genau so gern wie die Agatha Christi!“ Dass nicht alle Zuhörer diese Pointe unmittelbar verstehen, quittiert Astor mit dem lässigen Spruch “Laßt’s Euch ruhig Zeit“. Wenn auch der Leser hier nicht gleich ins Lachen einstimmt, dann deshalb, weil der Erfolg eines Witzes immer damit steht und fällt, wie er erzählt wird. Und das muss man auf Reimgold mit eigenen Ohren anhören, um die komischen Seiten Willy Astors zu entdecken. Von denen gibt es hier gleich so viele, dass man auch nach dem fünften Anhören noch etwas zum Lachen übrig behält.Sein aktuelles Programm auf Reimgold gestaltet sich abwechslungsreich. Studioaufnahmen und Live-Repertoire wechseln sich ab und lassen die 70 Minuten wie im Flug vergehen. Als Nebenbeschäftigung ist allenfalls Abwaschen oder Bügeln gestattet, ansonsten ist andächtiges Zuhören angesagt. Souverän schlägt Willy Astor den großen thematischen Bogen von Mozart (“Ein Kleiner macht Musik“), vorgetragen im Stile einer Rap-Band mit Migrationshintergrund -Hasenbergl lässt grüßen-, über persönliche Identitätskrisen (“Nobody hinders You“) bis hin zu den Schönheiten Münchens (“München ist M“), womit Astor “emsationell“ (Nein, Sie haben sich nicht verlesen!) und “emotionell“ meint und sogar die Magnetschwebebahn in seinen Refrain einbaut. Willy Astors Motto lautet unverkennbar “Reim Dich oder stirb“. Vor diese Wahl gestellt, sollte der Zuhörer stets unbedingt das Leben wählen und zusätzlich zur CD Reimgold Eintrittskarten für eine Vorstellung des gleichnamigen Programms erstehen! -- Andreas Schultz
Kurzbeschreibung
Seit über 20 Jahren steht der Münchner Wortpoet und Multikünstler Willy Astor nun schon auf den deutschsprachigen Kabarettbühnen und Theaterhäusern von Wien, Basel ,Berlin bis hoch zum Deich.Nach seinem erfolgreichen Wortstudio - Programm macht er sich auf seinem neuen Album nun auf die Suche nach dem Reimgold .
Er nimmt die Zuhörer dabei mit auf eine humoristisch-musikalische Reise von München ist M bis Hamburch über das geliebte und gelobte Ruhrgebiet und als Bonnbonn muss man sich den rheinischen Frohsinn in seiner Hommage an die Kölner Lebensart einfach Jönne könne !
Was unterwegs entdeckt wird sind nicht nur herrlich verspielte Verdrehungen, Pointen, die wirklich hia zynthen, wie bei seiner Ode an den Frühling Die Blumingenieur .
Auch musikalische Goldadern haben´s in sich wie die mit ironischen Zitaten gespickte Russennummer Lass dich über Russian oder einfach schöne Songs wie Nobody Hinders You .
Willy Astor spielt und schürft sich musikalisch durch unterschiedlichstes Gelände von Hiphop über Salsa bis Country und Blues, ohne dabei an Charme zu verlieren.
Wie er dabei Mozart und Rap unter seinen Will-Helm bekommt, ist wirklich hörenswert.
Wunderbar melancholisch hingegen I mog heit no ned hoam , die Abschlussballade in seiner Heimatsprache.
Auf insgesamt 24 Titeln dokumentiert der Münchner - unterstützt von seinem Produzenten Hermann Skibbe und dem fantastischen Multiinstrumentalisten Martin Kälberer - eindrucksvoll, dass er weit mehr ist als ein Kabarettist. Sondern ein Unikat, dessen Humor und Können eine Wohltat darstellt in der derzeit eher öden deutschen Comedy-Landschaft.
Frech und wortverspielt läuft er zu Topform auf, die Prosatexte sind zeitnah im
Münchner Lustspielhaus aufgezeichnet worden.
Ob der Josef ein guter Rat-Singer ist, muss jeder selbst entscheiden, aber spätestens wenn dich der Stabilitäts packt gibt s kein Entrinnen mehr aus den Lyriklabyrinthen und irgendwann entdeckt man schließlich auch noch The Dark Side Of The Huhn .
Reimgold gräbt tiefer und ist deshalb ein echter Mehrfachgenuss, die eine oder andere Humor-Ader ergründet sich erst beim zweiten oder dritten Hören.
Und das ist gut so: 70 Minuten Comedy und Poesie mit Mut zur Nuance vom vielsaitigsten Astor den es bis dato gab.
Ein echter Leckerbissen für alle Humorfeinschmecker der Deutschen Sprache:
Echt witzig, Mann!
Kundenrezensionen zu 'Reimgold'
Willy Astor in Bestform (16. März 2008)
Auch hier; ein höchst subjektives Urteil, hochgradig parteiisch und in keinster Weise unvoreingenommen:Ich hab mir schon beim ersten Anhören "einen Ast gelacht". Die astorschen Wortspiele kommen manchmal überraschend, manchmal folgerichtig. Aber sie zünden immer, die Pointen. Aber "Reimgold" nur auf das Spiel mit Wortklängen und -Bedeutungen zu reduzieren würde diesem Album (wie auch den anderen Programmen von Willy Astor) nicht gerecht. Da steckt mehr drin. "Der Stabilitäts Packt jeden" ist eine hinreisende Parodie (oder Homage?) auf (an) das politische Protestlied. "Nobody hinders you." enthält einen gehörigen Schuss Lebensweisheit und "Wanni wanni" reflektiert in unnachahmlicher Weise den "österreichischer-Liedermacher-Stihl". Das Album macht allein schon wegen der musikalischen Qualität Spaß. Und selbst nach wiederholtem Anhören findet man noch versteckte Pointen. Mein Fazit: Ein Humor-Leckerbissen und ein Musik-Leckerbissen, der nicht nur den Fans Spaß macht.
Exzellent, wie immer (9. März 2008)
Voreingenommenerweise, finde ich ja alles von Willy Astor gut, selbst die "Sau Paolo" aus seinem Buch.Die CD (bzw. die Titel darauf) gefielen mir sehr gut. Abwechslungsreich und immer erstaunlich für mich, wie er nach so vielen CDs immer noch neue Wortspiele findet.
Zwei Kritikpunkte:
- Nach der x-ten CD die ähnlich aufgebaut ist, kommt ein Bisschen Eintönigkeit auf.
- 3 bis 4 Begriffe ("Rat-Singer" z.B.) kannte ich schon von anderen CDs.





