Aus der Amazon.de-Redaktion
Es wabert, jaja, und dann? Paar Takte Trompete. Irgendwie nicht so prickelnd wie sonst. Der Blick ins booklet – ah ja: Re-Vision enthält Filmmusiken. Es handelt sich um athmosphärische Tonmalerei, die Nils Petter Molvaer für drei verschiedene Projekte komponiert und hier noch mal auf einem Album zusammengefasst hat. Da muss man sagen: super! Wovon soll ein Filmemacher nachts sonst noch träumen? Molvaers elektroakustische Abstraktionen gehören zum besten, und das nicht erst seit gestern. Im Grunde ist Molvaer Pionier und stilbildend für diese Art von Jazz: für nordisch inspirierte, weite Flächen, Atmung, unorthodoxe, urbane Grooves, wiederkehrende Melodiefragmente, die er auf der Trompete intoniert, vor allem aber die minutiös erstellten, fantastischen Klangsynthesen, die Molvaer, so scheint es, sekundengenau platziert – alles an dieser Musik ist bis ins kleinste Detail durchdacht. Wenn der hochtalentierte Norweger für das bewegte Bild komponiert, hält er sich, selbstredend, mit dem reinen musikalischen Ausdruck dezent zurück – er wird Begleiter, nicht Solist. Daher ist Re-Vision auch keine Konzertmusik: die Dinge evolvieren langsamer als gewohnt, ein Thema, eine Idee entblättert sich in angemessenem Crescendo, würdevoll, ohne Hast. Brillante musikalische Höhepunkte reihen sich nicht, wie sonst, recht stetig aneinander, sondern blitzen hier und da signalartig auf – um neuen, stimmungsschwangeren Ahnungen Platz zu machen.Es gibt erstaunlich viele Momente im Leben, zu denen diese Musik passen kann; man sollte nur nicht darauf bestehen, sie Takt für Takt um ihrer selbst willen zu erörtern, denn diese Klanggebilde sind vielmehr geeignet, um Eindrücke, Erlebnisse, Gemütszustände im „richtigen Leben“ zu begleiten. --Katharina Lohmann
Kundenrezensionen zu 'Re-Vision'
Hypnotisch (12. September 2008)
Da ist er wieder, der Molvaer, der Nils Petter. Relativ kurze Zeit nach dem vierten Album "ER" legt der norwegische Soundmaler erneut eine Veröffentlichung vor. Dabei handelt es sich um eine Kompilation von Soundtrackbeiträgen zu den Filmen "Frozen Heart", "Edy" und "Hoppet".Während viele Soundtracks allenfalls im Kontext zum Film funktionieren, wirkt re-vision erstaunlich geschlossen und würde auch locker als fünftes Studioalbum durchgehen.
NPM verbindet einmal mehr die bewährten Zutaten aus Electro, Ambient und Jazz und streut auch hier und da eine Prise Ethno, vornehmlich Klänge aus Nahost, ein.
Während die Amazon Rezensentin dem Werk nur geringe Magie zubilligt, empfinde ich die athmosphärische Dichte so undurchdringlich wie schon lange nicht mehr. Wabernde, sich entwickelnde Soundlandschaften, pointiert durchdrungen von Molvaers klarem, kalten Ton. Dazu gesellt sich die verfremdete Gitarre von Eivind Aarset, hier ein paar Samples, dort ein Dukuk (armenisches Holzblasinstrument).
Auch wenn die Musik überwiegend sehr ruhig, gar esoterisch daherkommt, wird die Spannung über die volle Distanz von über 50 Minuten gehalten. So klar und reduziert und dabei so fesselnd war NPM schon lange nicht mehr.






