Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Drang eines jeden Künstlers sich zu verändern und weiterzuentwickeln führt nicht immer zu rundum befriedigenden Ergebnissen, wie das neue Studioalbum von Alanis Morissette zeigt. Die Sängerin und Songwriterin aus Ottawa zählt ohne Frage zu den erfolgreichsten Musikerinnen der letzten 15 Jahre. Mit Flavors Of Entanglement wagt Morissette einen mutigen Neuanfang, der nicht immer restlos überzeugt. Drei Jahre nach der Akustikversion ihres Durchbruchalbums Jagged Little Pills spielte sie unter der Regie von Guy Sigsworth, der u.a. bereits mit Björk zusammenarbeitete, elf Songs ein, denen anzuhören ist, das Alanis Morissette nach der Trennung von ihrem Freund Ryan Reynolds schwierige Zeiten durchgemacht hat. Der fehlende Abstand wirkt sich nicht unbedingt positiv auf das Gesamtwerk aus, denn zu oft klingt das Ganze reichlich bemüht und zerfahren. Bei vielen Stücken, u.a. "Torch" oder "Versions Of Violence", stört zudem die glattpolierten Sounds. Die früher oft so bissige und wortgewaltige Kanadierin wirkt über weite Strecken reichlich zahnlos. Die persönlichen Probleme haben sie offenbar viel Kraft gekostet. Davon ist bei der Auftaktnummer, "Citizens Of The Planet", allerdings noch nichts zu spüren, denn hier wird noch ordentlich gerockt. Doch Song für Song scheint Alanis Morissette danach die Energie abhanden gekommen zu sein. Dazu trägt leider auch die zum Teil reichlich gewöhnungsbedürftige Instrumentierung bei, die bei Stücken wie "Straitjacket" besonders negativ ins Gewicht fällt. Nichts gegen soundtechnische Neuerungen, aber wenn sie nicht passen oder zu stromlinienförmig klingen, dann verkehrt sich die vermeintliche Innovation ins genaue Gegenteil. Alanis Morissette befindet sich mit Flavors Of Entanglement an einem musikalischen Wendepunkt, wohin das Pendel genau ausschlägt, werden erst die nächsten Platten wirklich zeigen. --Norbert SchieglKundenrezensionen zu 'Flavors of Entanglement'
Auch nach mehrmaligem Anhören (21. Juli 2008)
finden sich immer wieder neue Ideen, die Alanis in ihre Stücke eingebaut hat - oder der Producer wenn man so will. Meine Rezension wird nicht so wortgewaltig, wie die des Vorgängers, aber vielleicht bin ich auch nicht so begeistert. Der vierte Stern ist mein "Alanis-Bonus", weil sie eine wunderbare Sängerin ist. Aber so ganz vom Tisch haut mich ihre neue CD nicht. Sie ist gut, sie hat viele schöne Stücke drin und das kann man von vielen anderen MusikerInnen nicht erwarten, aber sie ist eben Alanis. Und von ihr erwarte ich mir einfach Großartiges, weil ich weiß, dass sie es kann.Ein Fehlkauf? Keineswegs. Ich denke, wem A.M. gefallen hat, der wird auch mit dieser Platte sehr zufrieden sein. Aber sie wird vielleicht nicht ganz so oft im Player rotieren, wie Jagged Little Pill.
Ist sie also erwachsen geworden ... (29. Juni 2008)
Ich habe gehört, es soll ihr bisher "reifestes" Album sein - und ich muss sagen, es gefällt mir deutlich besser, als ihr Vorgänger "SFIJ". Da sind Songs drauf, die man sich richtig gut anhören kann, die ins Ohr gehen und die mich nicht so schmerzen, wie auf "SFIJ" (von einigen Ausnahmen abgesehen - "Citizen of the planet" und "Straitjacket", wo ich ihre Stimme schrill und schreiend finde und mir die Songs einfach zu aggressiv sind.Am schönsten auf dem Album finde ich ihre eher ruhigeren Stücke, wie "Torch", "Not as We" oder "In praise of the vulnerable man" aber auch die rockigen "Versions of violence" oder "Giggling again for no reason" finde ich stark. Das Album ist eine ausgewogene Sache, kann man sich gut anhören und Alanis scheint wirklich gereift zu sein. Das freut mich!
Was rockt denn da nicht? (27. Juni 2008)
Wenigstens mein musikalischer Horizont ist breit gefächert. Ich steh ebenso auf P. Gabriel, wie auf NIN und Foo Fighters. Und eben auch auf Alanis Morissette. Kaum eine andere CD konnte mich über die Computermonitore auf Anhieb so überzeugen wie diese. Zum Rocken braucht man nicht immer zwingend Gitarren (obwohl...). Da kommt genügend Energie rüber. Das klingt sehr modern. Ich weiß nicht, was der Amazon-Redakteur empfiehlt, ich empfehle FLAVORS OF ENTANGLEMENT....die andere Alanis Morissette...? (24. Juni 2008)
Nun, ich bin (und war) zwar kein wirklicher Fan von Alanis M., da es Ihr m.E. oft an einer gewissen Konsistenz fehlte, die man auch als Richtungslosigkeit bezeichnen könnte. So ähnlich geht es mir auch mit dem neuen Album, das aber insgesamt auf einem höheren Niveau spielt, auch wenn der ein oder andere Song etwas flach wirkt. Dies gleicht Alanis durch Ihren kraftvollen Gesang mehr als aus, obwohl Ihre Stimme auch besonders gefühlvoll klingen kann, was Sie in früheren Alben unter Beweis gestellt hat. Diese Facette wird aber aktuell weniger bedient.Typisch Alanis Morissette! (20. Juni 2008)
Ich wundere mich doch sehr, daß hier so viele schreiben, es sei ein "ganz anderes" Album von Alanis Morissette. Sicher, es ist anders als Jagged Little Pill, aber das dürfte wohl selbstverständlich sein. Selbst wer die Platte nur oberflächlich anhört, muß meiner Meinung nach sofort zu dem Ergebnis kommen, daß es die ganz "logische" und konsequente Fortentwicklung ist - und geradezu zwingend und sehr typisch für Alanis Morissette ist.Ansonsten wurde die Platte hier schon genug besprochen, und darum nur ganz kurz: Tolles Werk - abwechslungsreich, spannend, großartig! Meine Anspieltipps:
Nr. 4: Versions of Violence: unglaublich dynamisch, voller Drive, gelungen düster
Nr. 5: Not as we: erstaunlich, wie so ein ruhiges, fast schon minimalistisches Lied eine solche Kraft entfalten kann
Nr. 9: Giggling again for no reason: macht unheimlich Spaß!
Aus meiner Sicht das schlechteste Lied ist Nr. 3 = Straitjacket: Sehr nervig. Umso mehr, als es einem dennoch im Ohr hängen bleibt...






