Verkaufsrang: 1971 (DVD)
Actor: Sasson Gabai
Actor: Ronit Elkabetz
Actor: Khalifa Natour
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Binding: DVD
Director: Eran Kolirin
EAN: 4010324026620
Format: Dolby
Format: PAL
Format: Surround Sound
Languages:
ListPrice:
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 2. Juli 2008
Spielzeit: 84
TheatricalReleaseDate: 2007
von: Sasson Gabai (Hauptdarsteller), Ronit Elkabetz (Hauptdarsteller), Habib Shadah (Komponist)
Preis: EUR 8,54
Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein kleines Polizeiorchester aus Alexandria strandet in der israelischen Provinz. Unter der Leitung von Oberst Tewfik Zacharya soll das Orchester bei der Einweihung eines arabischen Kulturzentrums spielen. Aber durch ein sprachliches Missverständnis landen sie im falschen Ort – einem kleinen verlorenen Nest mitten in der Wüste, in dem es laut Auskunft der Restaurant-Besitzerin Dina gar keine Kultur gibt: weder israelische, noch arabische. Der richtige Bus wird erst am nächsten Tag fahren und ohne israelisches Geld sind die Musiker vollständig auf die Hilfe und das Verständnis der örtlichen Bevölkerung angewiesen. Allmählich und sehr behutsam kommen sich die beiden Gruppen näher.Völkerverständigung der ganzen anderen Art zeigt der Israeli Eran Kolirin in seinem mehrfach preisgekrönten Kinodebüt. Die Oscar-Nominierung für den besten fremdsprachigen Film wurde der Band von nebenan leider mit der Begründung vorenthalten, dass über 50 Prozent des Dialogs auf Englisch und nicht auf Hebräisch bzw. Arabisch seien. Gerade dies zeigt aber, wie groß die Kluft – trotz der geografischen Nähe – noch immer zwischen den beiden Ländern ist. Nur in gebrochenem Englisch können sich die ägyptischen Musiker und die Israelis miteinander verständigen. Zunächst mutet es etwas surreal an, wenn die Musiker in ihren blauen Polizeiuniformen verlassen in der Wüste stehen. Doch nach und nach entfaltet sich eine Geschichte voller leiser, anrührender Melancholie und mit viel Gespür für die einzelnen Charaktere und deren Lebenswege und Schicksale. In einfühlsame, ruhige Bilder gefasst zeigt Kolirins Tragikomödie viel von der Mentalität der arabischen Welt und des Nahen Ostens. Die große Politik scheint auf einmal ganz weit zu sein, vom Hass der beiden Völker ist nichts zu spüren. So macht Die Band von nebenan zumindest Hoffnung auf Verständigung, wenn nicht gar Frieden. Denn ob arabische oder israelische Kultur – die Sorgen und Nöte der Menschen sind überall gleich. Es empfiehlt sich, den Film im Original mit Untertiteln anzuschauen, denn in der deutschen Synchronfasssung bleibt nichts von den Verständigungsschwierigkeiten übrig und auch das Gefühl für die Welt des Nahen Ostens geht größtenteils verloren. -- Birgit Schwenger
Kundenrezensionen zu 'Die Band von nebenan'
Vor nicht all zu langer Zeit, traf ein kleines ägyptisches Polizeiorchester in Israel ein... (8. Juli 2008)
...kaum jemand erinnert sich daran. Es war nicht weiter wichtig. So beginnt der israelisch, französische Film Die Band von Nebenan. Regiseur Eran Kolirin weiß vermutlich genau, wie falsch dieser Satz ist. Sein Film wird von vielen Zuschauern als überaus wichtig empfunden werden. Nicht umsonst hat er etliche Preise eingeheimst. Und das nicht, weil er ein verqueres, avantgardistisches Kleinkunstwerk ist, sondern ganz im Gegenteil: Die Band von Nebenan menschelt an allen Ecken und Kanten, bietet uns Situationskomik, wunderbar fotografierte Bilder und eine Wagenladung voller Poesie, hinter der sich Machwerke bekannter und großer Filmemacher locker verstecken können. Dabei muss Globalisierung einfach als positiv empfunden werden, denn wie soll man es sich sonst erklären, dass ein kleiner israelischer Erstlingsfilm den Sprung auf den europäischen Markt geschafft hat.Ein achtköpfiges ägyptisches Polizeiorchester soll bei der Eröffnungsfeier eines Kulturzentrums in Israel spielen. Leider erwischen die blaugewandeten Militärmusiker unter Führung ihres konservativen Dirigenten Tefik(Sasson Gabai) den falschen Bus und landen in einem fast ausgestorbenen israelischen Nest. Dort sind sie auf die Hilfe der Imbissbesitzerin Dina(Ronit Elkabetz) angwiesen, die ihnen Essen und Unterkunft bietet. So werden die Musiker auf verschiedene Familien aufgeteilt und verbringen eine Nacht in der Fremde. Eine magische Nacht. Tefik und sein Musiker Khaled landen in Dinas Wohnung. Dina führt den steifen, disziplinierten Tefik aus und zeigt ihm die Stadt. Währenddessen lässt sich der lockere Khaled von einem Bekannten Dinas ins Nachtleben des kleinen Ortes einweihen. Die anderen Musiker kommen bei einer Familie unter, bei der Streit an der Tagesordnung ist. Aber auch hier spinnen sich langsam emotionale Bande. Tefik und Dina kommen sich näher und die kleine blaue Armee erlebt die Wunder einer israelischen Nacht. Am Ende dieser Nacht sind die Ägypter und Israelis enger zusammengerückt. Die Band von Nebenan macht sich auf den Weg und wird ihren Besuch mit Sicherheit nie mehr vergessen.
Was Eran Kolirin hier geschaffen hat, verdient echten Respekt. Diese ruhige, sanfte, aber durchaus komische Geschichte, mit soviel Liebe, Herzblut und Kraft in wunderbaren Bildern zu erzählen, dass ist ein ganz großer Treffer. Unvergesslich, wie die acht blauen Männer hilflos und verloren durch die israelische Einöde stapfen. Mit ein paar Szenen gespickt, die in die Filmgeschichte eingehen könnten. Sehen sie sich unbedingt die Sequenz in der Rollschuhdisco an! Sicher nichts für Freunde des Actionkinos, aber wer gern intelligent, stilsicher, etwas schräg und überaus tiefsinnig unterhalten werden will, der ist mit der Band von Nebenan richtig bedient. Hauptdarsteller Gabai erinnert äußerlich ungemein an Mel Brooks in seinen besten Jahren und seine deutsche Synchronstimme Rolf Schult bringt diesen außerordentlichen Charkater akustisch als Delikatesse herüber. Es passiert einem ja oft genug, dass man von sogenannten Kultfilmen auch einmal enttäuscht wird, aber Streifen wie die Band von Nebenan wiegen einige dieser Enttäuschungen auf. Ein kleiner Film mit ganz großer Wirkung. Für den Kopf, das Herz, die Seele und vor allem: Für ihren DVD Player.
Leise, unspektakulär und mit hinreißendem Sinn für Humor (6. Juli 2008)
Es ist eigentlich selten, dass ein Film nicht für sich in Anspruch nimmt, etwas Besonderes zu erzählen, und sei diese Geschichte auch nur etwas Besonderes für die Charaktere, die sie erleben. Die Band von Nebenan leitet bereits mit der Aussage ein, dass an dem Besuch der Ägypter in der kleinen israelischen Stadt nichts ist, woran sich irgend jemand erinnert hätte. Und doch erzählt der Film eine Geschichte darüber, die es verdient, erzählt zu werden. Das Gelingen dieses Vorhabens ist in großen Teilen den vier Hauptdarstellern Sasson Gabai, Ronit Elkabetz, Saleh Bakri und Khalifa Natour geschuldet, die ihren Charakteren, die man gerade mal ein wenig über 24 Stunden begleitet, eine hohe Dreidimensionalität verleihen. Hinter diesen Gesichtern, diesen Gesten und vorsichtig vorgetragenen Dialogen kann man ganze Geschichten spüren. An einigen von ihnen wird man im Laufe des Abends auch teilhaben.Herausragend ist dabei natürlich die Figur von Tewfiq, dem korrekten, stets höflichen und doch merkwürdig distanzierten Anführer des Orchesters, der eine besonders seltsame Beziehung zu dem ungestümen Khaled pflegt. In seinen Dialogen mit der jüngeren, aufgeschlossenen Dina spricht seine Zurückhaltung, seine Unfähigkeit, aus sich herauszugehen, Bände. Die Israelin bildet dazu einen natürlichen Gegenpol, doch auch ihr merkt man eine innere Sehnsucht an, eine Hingezogenheit zu diesem älteren Herrn, die angesichts der Einöde Bet Hatikvas in bloßer Langeweile begründet sein mag oder vielleicht in noch mehr. Und dann sind da noch Khaled und Simon, die ihre eigenen Erlebnisse in dem kleinen Kaff haben.
Interessanterweise wird dabei kaum einmal der Konflikt zwischen Arabern und Israelis angesprochen. Die Band in ihren Uniformen ist zwar ein eindeutiger Fremdkörper in der Stadt, aber in dieser Abgeschiedenheit macht die Trennung zwischen Rassen oder Religionen sowohl für die einen wie für die anderen wahrscheinlich keinen Sinn mehr.
Die Band von Nebenan ist ein äußerst ruhiger, langsamer und unspektakulärer Film, der nichtsdestotrotz immer wieder einen hinreißenden Sinn für Humor zeigt und seine Charaktere ganz genau zu beobachten weiß. Am Ende hat man vielleicht nicht das Gefühl, soeben ein Meisterwerk gesehen zu haben. Doch dafür hat man ein paar Menschen kennengelernt, die man so schnell wahrscheinlich nicht wieder vergisst.
Die DVD des Films beinhaltet leider gar keine Extras zum Film und hat ein ziemlich mieses Bild, liefert dafür aber ordentliche Tonspuren. Man sollte sich den Film unbedingt im Originalton mit Untertiteln ansehen, da ansonsten viel von den melodiösen Sprachen und den Verständnisproblemen zwischen den Charakteren verloren geht.
Still und feinsinnig (3. Juli 2008)
Eigentlich ist eher eine tragische Angelegenheit. Ein Polizeiorchester das wegrationalisiert werden soll landet in einem Wüstenkaff wo es überhaupt nichts zum wegrationalisieren gibt. So trifft die eine Verlierertruppe auf die Andere. Gemeinsam verlebt man einen schönen (?)Abend, bis sich die Wege wieder trennen. Das klingt nicht sehr spannend? Ist es auch nicht. Das subtile Spiel der Darsteller macht allerdings aus diesem seltsamen Treffen eine äußerst rührende Angelegenheit. Allein die Sequenz in der fast leeren Rollschuhdiskothek(!)ist einfach nur herzerweichend schön.Die deutsche Synchro ist zwar bemüht, ich rate aber trotzdem zur OV...da funktioniert das stille, feinsinnige Werk hervorragend.
Film der leisen Töne zum Thema Völkerverständigung (22. Juni 2008)
Die kleine Musikkapelle der Polizei von Alexandria/Ägypten strandet durch Nachlässigkeit und Namensverwechslung in einem völlig verschlafenen Nest in der israelischen Wüste. Dort regiert eine Tristesse, wie an den meisten ähnlichen Orten rund um den Globus. Zunächst wie Fremdkörper bewegen sich die Mitglieder in ihren grotesken hellblauen Uniformen durch die Szenerie, bis sie Menschen begegnen, die ihnen ohne Vorbehalte ihre Gastfreundschaft anbieten. Man lernt sich kennen, verhält sich aber immer noch mit einer gewissen Restvorsicht, der fremden Kultur gegenüber.Mit wenigen cineastischen Ausschmückungen und gänzlich unspektakulär kommt dieser Film daher. Mitunter ist er sehr, sehr ruhig und möchte durch lange Einstellungen auf einzelne Gesichter beeindrucken. Ich tue mich schwer, ihn als "Komödie" zu bezeichnen. Eigentlich ist es vielmehr eine gesellschaftskritische Betrachtung eines kleinstädtischen Milieus und dessen Umgang mit Fremden, egal wo auch immer auf der Welt. Die besonders Variante ist im vorliegenden Film selbstverständlich, dass Israelis und Ägypter sich aufgrund ihrer gemeinsamen leidvollen Vergangenheit nochmals mit besonderem Misstrauen betrachten.
Ich empfehle, den Film im Original mit Untertiteln anzuschauen.
Schräge Töne aus Israel (21. Mai 2008)
In "Die Band von Nebenan" erzählt uns Regisseur Eran Kolirin, waspassiert, wenn ein ägyptisches Militär-Polizeiorchester in Gala-Uniform an einem gottverlassenen Ort irgendwo in Israel strandet. Eigentlich sollten die Musiker ein arabisch-palästinensisches Kulturzentrum eröffnen. Durch Aussprachefehler, falschen Stolz und auch ein wenig Inkompetenz landet die Combo in einer israelischen Trabantenstadt. Die laszive Wirtin des einzigen Cafés des Ortes, Dina (Ronit Elkabetz), klärt den "Feind von 1967" über den Irrtum auf. Als sie erkennt, dass die Gestrandeten erst am nächsten Morgen weiterkommen, kümmert sie sich um Essen und Quartier für die Musiker.
Eine wunderbare Geschichte von Annäherung, Würde und Liebe.
Der Film zeigt, wie humorvoll interkulturelle Kompetenz sein kann. Absolut sehenswert nicht nur für Militärmusiker ein echtes Muss. Achtung! Man sollte den Film unbedingt im Original mit Untertiteln anschauen - sonst geht zuviel von dem Sprachwitz verloren.
Nachdem die Komödie 2007 den Prix Coup de Coeur für seine zarten und sorgfältigen Beobachtungen beim Filmfestival von Cannes erhielt, sowie den Publikumspreis beim Filmfest München, zeichnete auch die israelische Filmakademie Eran Kolirins Film aus und das gleich achtmal: Neben der Auszeichnung als bester Film, gingen die "israelischen Oscars" Eran Kolirin für die beste Regie, an Sasson Gabai und Ronit Elkabeth als beste Hauptdarsteller und an Sallah Bakri als bester Nebendarsteller. Preise gab es zudem für das beste Drehbuch, die besten Kostüme und die beste Musik. Der Film wurde nicht für den US-Oscar - bester Ausländischer Film - angenommen - mit der Begründung der Academy - zuviel Englischer Text.





