Third

Verkaufsrang: 9 (Musik)
Artist: Portishead
Audio CD
EAN: 0602517664012
Anzahl Medien: 1
Verlag: Island (Universal)
UPC: 602517664012
von: Portishead (Künstler)
Preis: EUR 11,82

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Als Portishead aus dem gleichnamigen Vorort von Bristol 1991 an den Start gingen, existierte der Begriff TripHop noch gar nicht. Bis auf Massive Attack oder Kruder & Dorfmeister sorgte keine Band für eine derartige Euphorie wie Portishead. Viele, viele Jahre später liegt das Genre im Hospiz, ihre einstigen Protagonisten aber zeigen sich auf Third nach 10-jähriger Abstinenz quicklebendig. Was soll man zu Third sagen? Sensationelles Comeback, famoses drittes Studioalbum, Befreiungsschlag? Trifft alles zu, vor allem aber begeht das englische Trio nicht den Fehler, überambitioniert zu klingen oder den Meilenstein Dummy zu kopieren, woran sie ja schon einmal scheiterten. Das Wundersame und Faszinierende an diesem immer aufregenden, düsteren Album ist, wie Sängerin Beth Gibbons sich mit herzzerreißendem, bedrückenden Gesang Platz macht in den fertig vorgelegten, mal vertrackten, mal grimmigen, mal pulsierenden Kompositionen von Soundtüftler Geoff Barrow. Inspiriert und beeinflusst wurde er wieder von Krautrock oder Filmmusik, aber neu sind die Querverweise an Pioniere wie die Silver Apples oder Pierre Henry, und neu ist auch dieses auf Können basierte Selbstbewusstsein musikalische Wagnisse einzugehen, keine Kontraste zu scheuen. „Silence“ ist alles andere als Ruhe, ist Rhythmik pur und endet einfach abrupt. In „Hunter“ kollidieren Störgeräusche mit zartem Folk, „Nylon Smile“ ist hypnotisch wie ein Can-Stück, und wie Beth Gibbons sich in dem absoluten Killer-Track „We Carry On“ mit geisterhafte Stimme Gehör verschafft, packend! Dann ist da noch die Singleauskopplung Machine Gun, angetrieben von geschredderten, unwiderstehlichen Beats. Die Pop-Saison 2008 kann mit Third ein Werk ohne Radio-Ohrwurm aber elf großen Hits bestauen. -- Sven Niechziol

dkb.de

Kundenrezensionen zu 'Third'

grandios! (14. Mai 2008)

die elende Warterei hat dann also doch gelohnt...

Mein absoluter Favorit ist "the rip", das Album an sich sphärisch, dicht und sperrig, dennoch melodiös und sanft, ein Meisterwerk, welches sich sicher nicht sofort erschliesst.

TripHop ist tot, Portishead leben (12. Mai 2008)

1994 legten Portishead mit ihrem grandiosen Debüt "Dummy" die Blaupause eines neuartigen Stils vor. Ein bislang nie gehörter Mix aus alten Platten-Samples, schweren Beats und -dank Beth Gibbons' todtraurigem Gesang- durchzogen von einer tiefen Melancholie, wie sie der elektronische Bereich noch nie vorgebracht hat. Die Journalisten kreierten rasch die Schublade "Bristol-Sound" oder bekannter: "Trip Hop", wegen der Mischung aus HipHop-Beats und schwer hypnotischen Sounds.
Das Rezept wurde 1998 mit dem selbstbetitelten Nachfolger weiterbedient - mehr aber nicht. Das sollte nicht mehr passieren, befanden Gibbons, ihr Partner Geoff Barrow und der mittlerweile zum vollwertigen Bandmitglied gemachte Gitarrist Adrian Utley.

Und so dauerte es nach der Interims-liveveröffentlichung "Roseland NYC" halt ein paar Jahre, bis Portishead ein neues Album auf die Welt loslassen wollten. "Wir hatten zu Beginn vereinbart, dass wir uns auf die Suche nach einem neuen Vokabular begeben, an deren Ende ein Album stehen soll, das so keiner von uns erwarten würde. Es sollte ganz nach uns klingen, ohne auch nur im Sounddetail an etwas zu erinnern, was es schon von uns gab", so sagt Utley im VISIONS-Interview. Und dass das geglückt ist, davon kann man eigentlich auch schon aufgrund der Tatsache ausgehen, dass "Third" zehn Jahre nach seinem Vorgänger nun wirklich erschienen ist.

Der Erstkontakt war die wirklich kranke Single "Machine Gun": Ein verzerrtes E-Drum, Beths gewohnt klagender Gesang, nur ganz zum Schluss ein paar einzelne Synthie-Töne - mehr nicht. Ein unzugänglicher Brocken. "Third" in voller Länge macht dann dadurch aufgebaute Erwartungen erneut zunichte, indem es überraschend schön geworden ist. Obwohl es -gerade vom Sound her- immer noch denkbar weit draußen ist.
Die Songs hören mitunter abrupt auf, sind durch und durch angereichert mit schrägen Gitarrensounds an der Grenze zum reinen Geräusch, die Drums klingen kaputt und lo-fi, die Beats stolpern asynchron, die Songstrukturen sind reichlich unkonventionell. Die Elektronik-Schublade kann man gleich mal zumachen, das Album klingt dank der verwendeten Instrumente und Samples so zeitlos und analog wie nichts hippes Elektronisches klingen kann. Zudem geistern als Assoziationen bestenfalls noch experimentlastige Bands aus dem Indiesektor wie Sonic Youth (ja!!!!) oder dEUS durch den Kopf.
Und dann die Beats: "Third" knallt nicht und kommt oft sogar ohne Beat aus. Ihr Markenzeichen wurde rücksichtslos getötet. "Wenn einer befand, etwas klänge 'too triphop', wurde es unmittelbar gelöscht", so Utley. Also macht "Third" alles anders, kommt manchmal gar ungewohnt schnell daher.
Und das ist natürlich immer noch keine Sommermusik - dennoch muss man manche Songs als die zugänglichsten und optimistischsten bisher beschreiben. "Deep Water" etwa, nur zu einer Ukulele gesungen.
Und anders als bei den homogenen Vorgängerwerken hat jeder seinen ganz eigenen Charakter. Weil in jedem etwas Neues passiert, was nicht nur nichts mit dem bisherigen Bandschaffen zu tun hat, sondern auch auf dem Album einzigartig ist.
Der extreme Variantenreichtum macht "Third" zum besten Portishead-Album. Punkt.

Die Neuerfindung ist also geglückt. Portishead sind nicht nur wieder da, sie sind besser als je zuvor. Sie sperren sich gegen jede Schublade, sind immer dort, wo niemand anderes ist und berühren und begeistern. Toll, dass es so was gibt.

Polemik (12. Mai 2008)

Auf amazon einen kurzen Verriß eines Albums zu schreiben gehört nicht zu den Dingen, die ich schon immer mal tun wollte. Das Probehören von "Third" im Plattenladen meines Vertrauens hinterließ bei mir allerdings einen dermaßenen Schock, dass ich mich noch Tage danach nicht davon erholt habe und mich genötigt fühle hier einige (Stich-)Worte dazu zu verlieren. Folgende Assoziationen weckt das Album bei mir:
- wie schlecht muss es den Machern dieser Laute (Musik - ja gerne - aber wo?) gegangen sein, als sie dieses Album ausgeheckt haben?
- gibt es Drogen mit deren Hilfe sich die Töne auf dieser CD in das subjektive Empfinden von Musik verwandeln lassen?
- wieso kann man in diese CD, als wahrscheinlich vorletzte im Angebot von amazon nicht reinhören? Hofft man hier auf Blindkäufe? Auf der anderen Seite: 20-Sekunden-Ausschnitte aus den Stücken zu veröffentlichen wäre wirklich extrem dumm, denn als Endlosschleife gespielt ergeben sie in etwa das Album...
- Wieso gibt es schon über 40 leute, die das Album alleine bei amazon wieder loszuwerden versuchen?
Bei den Fans dieser Platte die meine Bewertung sicherlich sogleich als "nicht hilfreich" bewerten werden, möchte ich mich für diese Polemik entschuldigen. Denen, die mit dem Gedanken spielen dieses Album zu kaufen rate ich, es sich vorher in Ruhe anzuhören. Meiner Meinung nach ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass "Third" einem gefällt, wenn man "Out of Season" von Beth Gibbons und Rustin Man gut fand, als wenn man auf einen Nachfolger des wirklich grandiosen "Roseland NYC live" gewartet hat.

Sperrgut (12. Mai 2008)

Wenn eine Band wie Portishead, die Mitte der 90er den TripHop prägte u. mit ihren beiden Alben die Musiklandschaft wesentlich bereichert hat, nach mehr als 10 Jahren ihr Comeback hinlegt, sind die Erwartungen natürlich hoch.

Daß man sich 2008 dem geneigten Hörern nicht mit TripHop entgegenstellt, sollte im Vorfeld klar gewesen sein.
Portishead präsentieren einen zähen Mix aus Altbekanntem u. Neuem, hier etwas TripHop, da etwas Industrial, ein klitzekleines Bißchen Big Beat u. ganz viel Melancholie.

Eingängig ist es nicht, das war aber nicht zu erwarten - wer würde auch die Vorgänger blindlings so bezeichnen?!
Viel mehr bieten sie ein abwechslungsreiches Album, daß zuweilen jedoch so belanglos u. gequält vor sich hinplätschert, daß man anfangs einfach nicht am Stück hören kann, auch nicht will.

"Third" bedarf vieler Durchläufe u. weißt mit "Hunter", "Plastic", "We Carry On" u. "Machine Gun" vier richtige Höhepunkte auf, deren Brillanz allerdings durch das mit einem tollen Beat stark beginnende, dann stetig abfallende monotone "Silence" (zum ersten Mal empfand ich Beth's Stimme als störend, die ständige Wiederholung von "Did You Know What/When I Wanted" bohrt sich dermaßen ins Gehirn, daß ich größeren Schmerz erleide als Mrs. Gibbons) u. das fragwürdige "Deep Water", bei dem ihre Stimme nur von einer Ukulele begleitet wird, das ich bis heute nicht einordnen kann, getrübt wird.
Ein weiterer Ausfall stellt "Small" dar; beginnt anders als "Silence", aber ebenfalls stark, stört dannn nach 2:30 Minuten aber mit psychedelischen Klängen, unglaublich quälenden Orgeln, die höchstens einen Althippie in Trance versetzen. Ich dagegen muß da abbrechen.
"Magic Doors" dagegen ist gefällig, wenn auch keine erwähnenswerte Nummer.
Wesentlich besser ist "The Rip", das mit harmonischen Synthies gefällt.
Entlassen wird man dann mit "Threads", ein Versöhnungsangebot, ein kleines Stück Musik, das an alte Tage erinnert u. einen mit den Gedanken zurücklässt, daß Portishead auch heute einfach in einer eigenen Liga spielen, mit "Third" aber nicht durchgehend meinen Geschmack getroffen haben.

Alte Fans könnten etwas enttäuscht sein, man sollte im Voraus definitiv hineinhören, auch wenn sich das Album erst nach längerem Hören erschließen kann.
Eine Chance hätte es nämlich verdient.

Mehr als drei Sterne kann ich jedoch nicht vergeben, da mir "Dummy" u. "Portishead" einfach mehr gegeben haben u. das bei der Wertung zu berücksichtigen sein sollte.

Gewohnheitsbedürftig. (11. Mai 2008)

Nach anfänglichem Zögern habe ich mir die CD nun doch bestellt. Ich finde sie mittelmässig. Haben muss man die CD nicht unbedingt. Sie ist Geschmacksache und hat nicht den durchweg hörenswerten Stil von Röyksopp. Schade. Im Nachhinein bereue ich den Kauf der CD. Leider!!! Aber wie gesagt; vielen anderen könnte die CD zusagen.

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