Aus der Amazon.de-Redaktion
Es ist unverkennbar: Jetzt zeigt die Energiekrise in den USA auch in musikalischer Hinsicht ihre Auswirkungen. Nachdem Jack Johnson auf seinem jüngsten Album Sleep Through The Static stolz verkündete Recorded with 100% solar energy, ist nun auch Jakob Dylan weitgehend auf seine Akustische umgestiegen. Mit seinem Solo-Debut Seeing things ist ihm ein intimes `Kammerspiel` geglückt, das den Hörer gänzlich ohne Starkstrom in den Bann zu ziehen vermag. Der Gedanke hinter dieser CD geht freilich weit über diesen Aspekt hinaus. Vielleicht folgt er einer intuitiven Sehnsucht nach Einfachheit und Ursprünglichkeit und damit den wesentlichen Elementen einer Musik, die gänzlich ohne aufwändige Studiotechnik funktioniert. Ein Anspruch geradezu kammermusikalischen Ausmaßes, der sich auf den Moment der Aufführung konzentriert und zusätzliche Technik allenfalls als Aufnahmemöglichkeit akzeptiert. Ich wollte, dass das Studio unsichtbar bleibt, und dieser Mangel an Sound die Charakteristik dieses Albums prägt sagte Jakob Dylan und zog mit David Ferguson, Jason Boesel und Z Berg in die Akademie Mathematique of Philosophical Sound Research in Los Angeles. Dort nämlich entstand dieses höchst bemerkenswerte Album. So konsequent, wie einst Levi Strauss seine Vorstellung von einer Hose als Jeans definierte, entspricht Dylans Album in seiner Klarheit der Verpflichtung an die amerikanische Tradition von Folk- und Countrymusic: Schlichte Songs mit eingängigen aber dennoch charakteristischen Melodien in überschaubarer Länge, vorgetragen von einem Mann und seiner Gitarre, zuweilen mit dezenter Unterstützung von Bass und Schlagzeug. In diesem Zusammenhang fallen einem Namen ein wie Hank Williams und Woody Guthrie, sowie natürlich der von Übervater Bob Dylan. Mit seinem Album Seeing things knüpft Jakob Dylan nahtlos an diese musikalischen Wurzeln an und führt ihre Geschichte souverän fort, mit zehn Songs, die auch bei einem totalen Stromausfall noch perfekt funktionieren, vorausgesetzt, dass sich eine Gitarre und einige Kerzen in greifbarer Nähe befinden. -- Andreas SchultzKundenrezensionen zu 'Seeing Things'
Gelungener Soloerstling... (18. August 2008)
Die Stimme der Wallflowers auf Solopfaden. Gesanglich angesiedelt zwischen seinem berühmten Vater Bob und Bruce Springsteen, kommt 'Seeing things' musikalisch sehr spartanisch daher. Das passt aber, die unbestrittenen Songwriter-Qualitäten Jakob Dylans kommen so gut zur Geltung. Schöne, eingängige Folksongs, aber nicht so eingängig, dass man es schnell leid wird. Wenn das der neue Weg von Dylan Junior ist - dabei aber nichts gegen die Wallflowers, den kann er gerne weiter verfolgen. Vielleicht mit ein bisschen mehr Drive beim nächsten Mal...ein gutes Singer/Songwriteralbum (13. August 2008)
Nach Jahren hinter den Wallflowers im gereiften Alter von Ende 30 veröffentlicht er auf dem gleichen Label wie sein Vater sein erstes Album, das seinen Familiennamen trägt. Eine Bürde - gewiss, doch mit einem Produzenten wie Rick Rubin im Rücken kann eigentlich fast nichts mehr schiefgehen. Dessen Spezialität ist es, die Songs ohne unnötigen Ballast für sich selbst stehen zu lassen.Das klingt dann meist sehr spartanisch und so dominiert auf diesem Album auch die akustische Gitarre bzw. die sonore und rauhe Stimme Dylans. Die Songs sprühen nicht gerade vor aufdringlicher Melodie oder Lebensfreude, doch das ist auch nicht Sinn dieses Albums. Vielmehr kommen die Titel durch die Hintertüre ins Bewußtsein und offenbaren ihre Stärken erst nach mehrmaligem Hören. Kaum ein Track drängt sich in den Vordergrund und am Ende steht ein gutes Singer/Songwriteralbum, das am Ende mit "On Up The Mountain" noch ein Highlight besitzt.
Zusatzinfos (8. Juli 2008)
Zu der Musik auf dieser LP möchte mich nur meinen 3 Vorrednern anschließen.Der LP liegt ein Downloadgutschein für die mp3 Version des Albums bei. Das ist zur Zeit mein favorisiertes Format. So kann ich zu Hause die LP geniessen und habe die mp3's für unterwegs.
Leider, und das ist hier meine Zusatzinfo, fubktioniert dieser Downloadgutschein in Deutschland (Europa?) nicht was laut Homepage des Künstlers so gewollt ist.
Bildreiche Poesie und subtile Melodien (4. Juli 2008)
Als Fan seiner Band, The Wallflowers, war ich natürlich unglaublich gespannt auf Jakob Dylans erste Solo-CD, hatte aber gleichzeitig auch Angst, dass sein Debüt mich enttäuschen könnte. Zum Glück war diese Angst völlig unbegründet, denn diese 10 Tracks sind ein Meisterstück in der Verbindung von bildreicher Poesie und subtilen Melodien, die -meist nur von einer Akustikgitarre begleitet- noch völlig "unverfälscht" von mehreren Instrumenten einer Band sind. Dadurch liegt der Focus mehr auf Jakobs Stimme, die insbesondere bei meinen Lieblingstracks "Will It Grow" und "This End of the Telescope" den Hörer berührt, ohne dass er unbedingt die Texte verstehen muss. Diese handeln vom Gut und Böse in der Welt, meist mit ländlichen Bildern aus der Sicht eines einfachen Arbeiters beschrieben.Man sollte sich Seeing Things definitiv auch mal anhören und gleichzeitig die Lyrics lesen, da diese ganze Geschichten enthalten aus Zeiten und Orten, die so weit weg und gleichzeitig doch so nah erscheinen.
Kurzum, das Album ist unbedingt zu empfehlen und ich hoffe, dass in Zukunft -neben Alben der Wallflowers als Ganzes- noch mehr solcher schönen Werke entstehen.






