Verkaufsrang: 6389 (DVD)
AspectRatio: 16:9
AudienceRating: Freigegeben ab 16 Jahren
Binding: DVD
Brand: rem
EAN: 4260017061647
Technische Details: FSK 16
Format: HiFi Sound
Format: PAL
Label: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
Languages:
ListPrice:
Manufacturer: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
Verlag: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
RegionCode: 2
Erscheinungsdatum: 6. Juni 2008
Spielzeit: 122
Studio: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
TheatricalReleaseDate: 2001
von: Isao Yukisada (Künstler)
Preis: EUR 11,90
Kundenrezensionen zu 'Go (OmU)'
Starke Bilder, starke Darsteller, tolle Regie (24. Juli 2008)
Dieser Film handelt von einem Jugendlichen (nord)-koreanischer Abstammung, namens Lee, der in Japan geboren ist und dort lebt und Diskriminierung durch sein Umfeld erfährt. Auf den ersten Blick scheint er gut in sein Umfeld integriert. Er hat sich einen japanischen Namen zugelegt (Sugihara) um nicht weiter aufzufallen und verschweigt seine koreanische Abstammung. Er ist ein gutaussehender, cooler Typ, der gut Basketball spielen kann. Allerdings besucht er eine koreanische Schule, deren Schüler- und Lehrerschaft stark kommunistisch-stallinistisch geprägt ist. Es fällt desweiteren auf, dass sich in Sugiharas/Lees Bekanntenkreis keine reinen Japaner befinden. Sugihara selbst identifiziert sich selbst eher mit Japan als mit Korea, was ihm natürlich Probleme in seinem antikapitalistischen, jedoch national geprägten Freundeskreis einbringt. Seine Eltern nehmen zwischenzeitlich die südkoreanische Staatsbürgerschaft an um Sugihara ein freieres Leben zu ermöglichen, der hintergründigen Diskriminierung im japanischen Alltag kann dadurch aber auch nicht abgeholfen werden, eine Möglichkeit, die japanische Staatsangehörigkeit zu erlangen, gibt es für Sugihara nicht.Den ersten Kontakt zur japanischen Mehrheitsgesellschaft hat Sugihara durch seine Liebe Sakurai. Das Mädchen und er führen über Monate hinweg eine relativ normale Beziehung, doch er verschweigt ihr zu Anfang seine Abstammung. Als er ihr dann diese endlich "gesteht" kommt es zum Bruch zwischen den beiden...
Die Schauspieler des Films sind durchweg stark, vor allem die Darstellerin von Sakurai, sowie die Darsteller von Sugiharas Vater und seinem besten Freund Jong-Il wissen durch klasse Auftritte zu gefallen, doch auch der Hauptdarsteller bietet eine mehr als ansprechende Leistung.
Die Regie ist Top und die Bildsprache des Films, typisch für das japanische Kino äußerst ausdruckststark. Die Präsentation des Films wirkt in sich sehr mitreißend und das Konzept sehr stimmmig.
Bei Filmen in denen die Hauptfigur Diskriminierung ausgesetzt ist, besteht die Gefahr des "moralischen Zeigefingers". Dieses Problem wurde hier aber durch Drehbuch, Darsteller und Regie sehr stark gelöst. Skurrile Momente, wie ein nächtlicher Streit zwischen Sugihara und seinem Vater während einer Taxifahrt, der in einem äußerst brutal geführten, aber trotzdem sehr komischen Boxkampf zwischen den beiden endet, bei dem der Taxifahrer als Ringrichter fungiert und andere Szenen erarbeiten die nötige Distanz zu den Charakteren, um den Film nicht in die Mitleidsschiene und somit die Katastrophe gleiten zu lassen. Auch Schwarzweißmalerei wie: Minderheit=schuldlos, lieb und nett - Mehrheitgesellschaft=herablassend und uneinsichtig wird erfolgreich vermieden. Außerdem hält das Drehbuch noch ein durchaus passendes Ende für die Story bereit. Wirklich Klasse!
Als einziger Schwachpunkt währe zu nennen, dass die DVD nicht über eine deutschsprachige Tonspur verfügt. Man muss allerdings froh sein, dass es ein solcher Film aus Fernost es überhaupt in unsere Regale geschafft hat, kann also eigentlich keine großartigen Investitionen, wie eine Synchronisation erwarten. Mich persönlich hat es nicht gestört, keine deutsche Sprachausgabe zur Verfügung zu haben, aber für manche Kunden mag dies von Interesse sein, deshalb gibt es nur vier Sterne.
Go (18. Juli 2008)
Das Leben eines Jungen koreanischer Abstammung in Japan. Mit den rigiden Erziehungsmethoden und Ansichten der (nordkoreanischen) Einwanderer hat er genausoviele Probleme, wie mit dem latenten Rassismus der Japaner. Die einzige Form der Gegenwehr die er kennt, ist Provokation.Nach 9 Jahren kreuz und quer duch die Filmgeschichte, ist Matrix endlich vom Thron geschubst. Zugegebenermaßen knapp.
Der Film profitiert von einer unglaublichen Bandbreite an Stimmung und Atmosphäre. Nahezu jede Szene führt in einen eigenen kleinen Film mit seinem ganz eigenen Gesicht - und doch hält das Paktet zusammen. Viele kleine Details eröffnen, ähnlich wie ich es schon bei "Wächter der Nacht" liebte - wahre Nebenschauplätze und bereichern die Szenen ungemein. Jedes Bild wirkt wie eine in sich geschlossene Fotografie und entwickelt fast vergleichbare Bildgewalt; trotz der schlichten und abgegriffenen Kulisse. Auch in Sachen Perspektive und Kameraführung wird viel für das Filmerlebnis getan, wenn auch nicht ganz so erfrischend, wie es zum Beispiel beim meiner Meinung nach stark unterschätzten "Wächter der Nacht" zu erleben ist.
Absoluter Hammerfilm. Ich begebe mich auf die Suche nach einem Beamer.
11/10 boxende Punkte.
Romeo und Julia auf japanisch (19. Juni 2008)
Ich kann meinem vorherigen Kritiker nur zustimmen :-) (da ich ja nicht nochmal alles wiederholen muss/will was dieser gesagt hat)Ich selber habe den Film vor über 5 Jahren in einer Specialnacht auf 3 Sat gesehen und mich sehr geärgert, dass ich ihn nicht aufgenommen habe. Ich habe auch später versucht ihn irgendwie in Videotheken ausfindig zu machen...allerdings fehlanzeige.
Ich finde den Humor und das Tempo des Filmes toll und kann ihn nur jedem emfehlen, der Humor, Action gepaart mit ein wenig Romantik gut findet.
mein Fazit: KAUFEN
Ein liebenswerter Volltrottel: Kubozuka als Sugihara (26. Mai 2008)
Yosuke Kubozuka und Sugihara, dessen Vorname das große Geheimnis ist, sind sich, laut Regisseur Yukisada, sehr ähnlich, ja 2/3 "deckungsgleich".Kubozuka, der auch in anderen Filmen und Dramen mitgespielt hat und weitaus mehr internationale Anerkennung verdienen würde, spielt hier einen Jungen, der es als Koreaner in Japan schwer hat, seinen Platz zu finden. Japan und Korea sind nicht die besten Freunde, das ist bekannt, allerdings verfehlt dieser sonst sehr gute und empfehlenswerte Film hier ein wenig seinen Zweck, wie ich persönlich finde: die Diskriminierung eines Koreaners darzustellen. Was ich sehe, ist ein Junge mit pubertären Dummheiten, der sich Gruppenzwang, Mutproben und rebellischen Aktionen hingibt, weil er eben anders ist. Leider ist diesbezüglich seine Frisur und sein dummes Verhalten auffälliger, als seine Herkunft, die nur wieder und wieder durch den Vater betont wird. Sicherlich wird er gelegentlich als "Zainichi" (in Japan geborener Koreaner) beschimpft, aber das kommt im Film so selten vor, dass als Grund für Beschimpfungen auch eine Brille oder Übergewicht dienen könnte. Erst bei seiner ersten großen Liebe, Sakurai, wird Sugiharas Nationalität offensichtlich zum Problem. Bis dahin sieht alles sehr nach normalem Rebellenverhalten aus: Sugi springt vor einen Zug, Sugi raucht mit den anderen Idioten mit, Sugi schlägt sich für Geld und Anerkennung. Für solche pubertären Dummheiten tut's auch ein Einheimischer. Das Problem "Ich bin Koreaner und die Japaner mögen mich deshalb nicht" steht eigentlich eher im Hintergrund, wird teilweise sogar zu einem McGuffin (Ausrede für diverse Ereignisse).
Trotzdem ist GO ein wirklich liebenswerter und liebevoll gemachter Film. Kubozuka, der viel älter ist als Sugihara, versetzt sich wunderbar in die Rolle eines pubertären Volltrottels, unter anderem, weil viel davon in ihm selbst übrig geblieben ist... Der teils derbe japanische Humor bleibt auch ganz sicher nicht auf der Strecke. Wie die Mutter zu weinen anfängt, weil der Vater den armen Sugihara wiedermal - im Präsidium - grün und blau schlägt und der Polizist dadurch annimmt, dass es sich nicht um den Vater handeln kann, ist einfach herrlich.
Obendrein ist Kubozuka in der Hauptrolle - und Kubozuka bedeutet: Humor und Temperament. Sein provokanter Gesichtsausdruck ist für Sugihara wie geschaffen.
Leider werden die Koreaner nicht gerade in ein gutes Licht gerückt, im Gegenteil: Sugiharas Eltern sind ein kaputter Haushalt, sein koreanischer Lehrer ein Kinderschläger und seine Klassenkameraden, bis auf einen - nicht Sugihara - , Feiglinge. Sugihara selbst ist ein Idiot. Wenn Yukisada mit GO die japanische Einstellung zu den Koreanern bessern wollte, nun - Sie haben versagt, Herr Regisseur. Leider neigen japanische Produktionen, Korea in ein negatives Licht zu rücken - und umgekehrt. Auch, wenn GO es gut meint...
Ich bin sehr auf diese deutsche Fassung gespannt. So gern ich den Film auch meinen Leuten zeigen würde, bin ich froh, dass er nicht deutsch gesprochen ist, denn deutsche Synchronisierungen von japanischen Filmen sind erfahrungsgemäß entsetzlich (Tomie, Samurai Resurrection..) und rauben dem Film oft einen wichtigen Anteil seiner Qualität. Allerdings hoffe ich, die Extras sind - untertitelt - enthalten, wie sie es auf dem japanischen Original sind, denn auf der japanischen DVD findet man auch Interviews und Pressekonferenzen und auch hier darf gelacht werden, als Yukisada von den Ängsten erzählt, die er ausgestanden hatte, als Kubozuka ihn plötzlich ins Aal-Büdchen zitiert und über Sugiharas Rolle ausgequetscht hat. Auch lustig ist Kubozukas enthaltene kleine Rede bezüglich der Anschläge vom 11. September, in der er darauf hinweist, dass "soetwas" doch auch diplomatisch geklärt werden könnte. Seine liebenswerte Art, sich selbst Fettnäpchen zum Reintreten parat zu stellen, kommt in den Extras der original-DVD einfach wunderbar zum Ausruck.
GO ist definitiv einer dieser japanischen Filme, die viel zu lange vom Westen unentdeckt blieben. Horrors, Samurai- und Splatterfilme kennt man hier zuhauf, während die japanischen Dramen und dergleichen, die von (fast) normalen Leuten handeln, oft einen Tiefgang und eine Qualität kennen, die man im Programm des durchschnittlichen deutschen Filmwesens selten zu sehen bekommt. Eine der wenigen Ausnahmen (=deutsche Filme, die mir im Gedächtnis blieben) ist "Deutschmänner".
Zur Hülle: ein wenig langweilig ist das Design der deutschen Version ja schon, allerdings ist das Foto in mancher Hinsicht ein besseres, als das der Japanischen. Auf der nämlich, könnte man Sugihara durch die Beleuchtung, Kleidung und Frisur, mit Takashi Andoh, einer Rolle, die er in der TV Serie "Ikebukuro West Gate Park" spielte und so seinen Durchbruch machte, verwechseln. Das ist auch mir anfangs passiert und ich war enttäuscht, als GO nicht, wie erwartet, ein "Takashi Special" war...
Kurz: der Film ist absolut zu empfehlen, witzig, ergreifend und mit gelegentlicher Action; wer einen Film sucht, in dem man den "Helden" wegen Rassismus und Diskriminierung bedauern und sich über die böse Gesellschaft aufregen kann, könnte allerdings enttäuscht werden.




