Kundenrezensionen zu 'Lost Highway-the Concert'
"Lost highway" auch noch live... (29. Juni 2008)
Was soll man hiezu sagen? Bon Jovi, die Country-Schmuse-Rocker schmeißen einen Mitschnitt eines Konzertes ihrer aktuellen "Lost highway"-Tour in Form einer CD auf den Markt und bescheren somit den Fans wieder ein wunderbares Einkaufserlebnis!Für mich war es das nicht gerade. Überhaupt nicht, als ich die Playlist dieser CD gelesen habe. Die gesamte "Lost highway"-Scheibe wird herunter gedudelt und nur noch durch "Who says you can't go home" und "It's my life" unterstützt. Das war für mich dann doch zu viel des Guten!
Ich war ja schon von Haus aus nicht unbedingt von diesem Pseudo-Country-Album überzeugt und das Ganze jetzt auch noch als Live-Version vor die Füße geknallt zu bekommen, ist quasi schon eine Überdosis "Lost highway". Ich will damit ja nicht behaupten, dass die Songs dieses Albums generell schlecht sind, überhaupt nicht. Doch von einer extrem erfolgreicher Band, wie es Bon Jovi sind, erwarte zumindest ich musikalisch ein wenig mehr, als durchschnittlichen 08/15-Mainstream-Pop, der sich einfach 1000%ig verkaufen lässt!
Die Luft ist heraus und somit auch die Freude an Risikobereitschaft und einfach mal etwas Neues zu probieren! Doch lassen wir das. "Lost highway - The concert" ist ein gutes Live-Album mit guter Sound-Qualität geworden, das sich produktionstechnisch auf alle Fälle zeigen lassen kann! Das einzige Problem (dafür aber ein großes!) sind für mich die Songs! Ich kann mich mit dieser Allerwelts-Schönrederei-Musik einfach nicht anfreunden, deswegen fällt die Bewertung für dieses Album auch so schlecht aus!
Es tut mir leid, meine lieben Bon Jovi-Freunde. Ich will euch hiermit überhaupt nicht verärgern oder vor den Kopf stoßen, auch ich habe alle alten Bon Jovi-Platten zu Hause im Regal stehen und höre mir auch heute noch regelmäßig an, aber "Lost highway" ist für mich einfach nicht mehr als schlechterer Durchschnitt!
Gut gemeint ist noch lange nicht gut (23. Mai 2008)
Sie sind seit über 20 Jahren einer der geilsten Live-Acts, aber für ein amtliches Live-Album reicht es irgendwie nicht: Vor sechs Jahren war "One Wild Night" nicht mehr als ein Sammelsurium von Livemitschnitten der letzten 15 Jahre, während es nahezu zeitgleich den Mitschnitt der aktuellen Crush-Tournee "nur" auf DVD gab.Jetzt gibt es immerhin die Aufzeichnung des intimen Club-Konzertes in Chicago vom Juli 2007, der bereits im November als DVD erschienen war, auf CD.
Kann man grundsätzlich machen: Ein Studioalbum - zumal ein endlich mal wieder richtig gutes wie "Lost Highway" - komplett live performen, ein paar Gassenhauer als Zugabe und Feierabend. Dauert im Original 83 Minuten und umfasst 15 Songs. Auf CD bleiben davon übrig: knappe 68 Minuten, 14 Songs und so gut wie keine von Jon Bon Jovis netten Plaudereien, die gerade diesen Club-Gig so prägen. Mit ein paar sorgfältigen chirurgischen Eingriffen hätte man das DVD-Material auf CD-taugliche 80 Minuten zurechtschneiden können ohne ihm die Atmosphäre zu rauben, statt dessen wird hier mit der Kettensäge radikal alles entfernt, was nicht nach Musik klingt und "Wanted Dead Or Alive" bleibt aus unerfindlichen Gründen völlig auf der Strecke. Um im Bilde zu bleiben: Der Fuß muss amputiert werden - egal, wir nehmen das ganze Bein! Gut gemeint ist eben noch lange nicht gut
Schade, nach dem Eindruck von der DVD hatte ich deutlich mehr erwartet. Nun rotiert die CD im Auto - dank der großzügigen Schnitte komme ich so wenigstens nicht in die Versuchung, mich mehr auf den charmanten Conferencier als auf den Verkehr zu konzentrieren.
Tolles Live-Album (18. Mai 2008)
Das ist endlich mal ein Live-Album, das aus einem Guss ist und nicht so wie das erste Live-Album mit Zusammenschnitten aus mehreren Jahren. Das war auch gut, mal was anderes als Bootlegs...ähem. Man merkt, dass die Jungs dabei Spass hatten, quasi erster Feldtest für die Live-Tour! Auch die Lieder sind mal was wirklich Anderes, nachdem das letzte Album "Have a nice day" ja ein ziemlich rockiges war(What's left feels right lassen wir mal außen vor). Wie es sich im großen Rahmen anhört werde ich am 3. Juni in Frankfurt feststellen! Bis dahin ist diese CD ein Dauerbrenner im Auto, zumal man jetzt auch das passende Wetter dafür hat. Es ist einfach Gute Laune Musik. Und was will man denn mehr, als das man von der Musik, die man hört, richtig gut unterhalten wird?Okay okay okay...Ich bin Bon Jovi Fan und ich find Ihre Musik von zwei, drei Ausnahmen richtig gut! Ich war auch unterdessen über die Jahre auf mehr als zehn Konzerten und habe es nie bereut, im Gegenteil! Also von mir eine klare Kaufempfehlung!
lachen (13. Mai 2008)
das ist jetzt also die cd-version der bereits bekannten dvd. geboten wird das gesamte "lost highway"-album, live nachgestellt, plus "it's my life" und "who says you can't go home". "wanted dead or alive" ist sich offenbar nicht mehr ausgegangen.was soll man dazu sagen? kritisiert man bon jovi, wird man erbittert gehasst (alles schon erlebt - nur kelly-family-fans schreiben wütendere leserbriefe). gibt man zu, bon jovi zu mögen, wird man ausgelacht, von der anderen seite.
ich entscheide mich jetzt einmal fürs auslachen. ich mochte bon jovi schon immer, seit "runaway" (damals galten sie allen ernstes als "heavy metal"), ich fand sie immer so bestechend sympathisch, ihren tralala-hardrock so charmant, dass widerstand zwecklos war. natürlich gabs da immer zweifel (diese frisuren! diese fransenjacken! dieses peinliche carwash-innensleeve von "slippery when wet"), aber was war das schon gegen das jede vernunft weghopsenden talkbox-gitarrenriff von "living on a prayer"? natürlich fiel einem auf, dass jon bon jovi besonders gern "die" auf "cry" und das wieder auf "lie" reimte, aber was machte das schon, wenn die dazugehörige musik die freundlichste party seit der erfindung des dosenbieres darstellte?
1989 in münchen, das war schon irgendwie hart, die völlig überblähte "new jersey"-tournee, jon auf irgendwelchen schwebenden laufstegen und richie erstmals im clinch mit dem alk und seinen entgleisenden hüften ... und trotzdem ging es sich irgendwie aus.
wirklich litt man dann bei "always", das ging irgendwie nicht, mittdreißiger, die ansatzlos vom hardrock ins teeniefach sprangen, das hatte etwas ... würdeloses. andereseits war es dann schon komisch, im wiener stadion oder am a1-ring fassungslose 12-jährige zu sehen, wenn "you give love a bad name" dröhnte, die geglaubt hatten, bon jovi sei 1.) keine band, sondern ein singender teddybär, und 2.) ein balladensänger.
auch "it's my life" war dann nicht leicht, weniger das lied, als die verwendung desselben, auf kirtagen und feuerwehrzeltfesten, als soundtrack zum besoffen am tisch tanzen und runterspeiben... andererseits: "these days" zb war schon eine ganz feine angelegenheit, und auch "bounce" hatte seine momente, "hand" dann wieder ...
genug.
ich finde, man macht "lost highway" den falschen vorwurf - der sound, der country-rock, das ist doch kein problem. wer sein leben lang in zu engen lederhosen den metaller spielen will, kriegt glaubwürdigkeits- und bandscheibenprobleme. die dürfen sich doch bitte weiterentwickeln - und ein fach finden, in dem sie in würde alt werden können! ein problem ist eher: die songs sind zwar gut, aber halt doch nicht ganz so gut wie, sagen wir, "wild in the streets" oder "wild is the wind" oder "in these arms" oder "hey god". aber sie sind immer noch sehr charmant, und sie sind keineswegs schlecht. man hat eher das gefühl, auf diesem album holt die band einmal tief luft.
ein studioalbum eins zu eins live neu einzuspielen, ist ein interessantes unterfangen (obwohl es natürlich seltsam riecht, nach abcashung). depeche mode haben das auch gemacht, und wie bei "songs of faith and devotion" ist auch bei "lost highway" die livefassung, meiner ansicht nach, interessanter, weil rauher und dringlicher. richie lässt die gitarre schön röhren, die songs kriegen mehr ps. zb: "we got it going on", das jetzt endgültig wie der halbstarke bruder von "living on a prayer" und "it's my life" daherstürmt.
fans werden sich sowieso alles kaufen, für lediglich an der band interessierte ist das live-album eine gute alternative zur studiofassung.
ich hätte ja nix dagegen gehabt, wenn bon jovi einmal nachschauten, wie die straße hinter "dry county" weitergeht. countryrock mit ein bisschen mehr tiefe und nachdruck. mal schauen.






