The Slip [CD + DVD im Digipak]

Verkaufsrang: 712 (Musik)
Artist: Nine Inch Nails
Audio CD
EAN: 0766929934627
Format: Limited Edition
ListPrice:
Model: HALO 27 CD-LE
Anzahl Medien: 2
Verlag: Null Corpo (Indigo)
UPC: 766929934627
Preis: EUR 15,02

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Nachdem Trent Reznor bereits online kräftig die Werbetrommel für The Slip rührte, ist das Album nun auch als physischer Tonträger erhältlich.

In seiner ursprünglichen Form erschien The Slip als kostenloser Online-Download, doch die Scheibe ist viel zu gut, um als obskures Billigstalbum in die Nine-Inch-Nails-Annalen einzugehen und ein karges CD-R-Dasein zwischen all den optisch ansprechenden Reznor-Produktionen zu fristen. Im Gegensatz zum uninspirierten Instrumental-Koloss Ghosts I-IV überzeugt The Slip mit durchdachten Songstrukturen, eingängigen Melodien und einer kompositorischen Güte, die es durchaus mit Year Zero und With Teeth aufnehmen kann. Psychedelische Endlos-Soundscapes und wirre Kakophonien sucht man vergeblich, Reznor hat zu den Kernelementen des Songwritings zurückgefunden und schenkt dem Hörer Widerhaken-Hooklines, markante instrumentale Licks, gnadenlose Riff-Walzen, sphärische Verschnaufpausen und unwiderstehlich in die Beine gehende Grooves.

Die CD-Version von The Slip erscheint als auf weltweit 250.000 Exemplare limitierter, nummerierter Doppeldecker mit einer im Mai 2008 aufgezeichneten Live-DVD und einem 24-seitigen Booklet. Auch Fans, die bereits die Umsonst-Version besitzen, werden hier gerne noch mal zugreifen. -- Michael Rensen

Trent Reznor gilt als Perfektionist, der sich alle Zeit der Welt nimmt, ehe er nach langem Feilen an seinen Tracks ein Album zusammenstellt. Der NIN-Fan musste also stets Geduld aufbringen, um die oft jahrelangen Wartezeiten zwischen den Werken zu überstehen. Seit 2007 ist das anderes. Restlos genervt vom Geschäftsgebaren seiner Plattenfirma ging der Amerikaner in die Offensive und forderte seine Anhänger auf, Musik der Nine Inch Nails hemmungslos zu kopieren und zu klauen. Das war die Rache dafür, dass seine CD Year Zero zu einem überhöhten Preis angeboten wurde. Darüber hinaus verzichtete die Industrial-Metal-Ikone auf einen Plattenvertrag und gründete sein eigenes Label Null Records. Nun wirkt er wie befreit, nutzte die zurück gewonnene künstlerische Freiheit für das epische Ghosts I-IV, das kritisch betrachtet ein Ausrutscher, wohlwollend ein Experiment war. Ein paar Monate später nur tritt Reznor nicht nur in die eigenen, extragroßen Fußstapfen, er präsentiert mit The Slip einen Eckpfeiler seiner 1989 in Cleveland eingeleiteten Karriere. Ein kompaktes Kraftpaket, das untypisch für die NIN nicht ans Limit der Speicherkapazität einer CD geht, sondern mal gerade zehn Stücke auf knapp 44 Minuten verteilt. In diesem Fall ist weniger nicht nur mehr sondern viel mehr, als wenn die Energie der weggelassenen Musik auf dem sehr zugänglichen The Slip übergesprungen wäre. Wenn es noch Geister geben sollte, die Reznor nach überstandener, schwerer Drogensucht nicht vertrieben haben sollte: Hier wird ihnen in Tracks wie den Rock-Peitschen „1,000,000“ oder „Letting You“ der Garaus gemacht. Im Kontrast dazu stehen sanfte Piano-Balladen wie „Lights In The Sky“ oder das ambientische „Corona Radiata“. Zusammen ergeben sie einen von Gegenpolen geprägten Querschnitt einer Vita, die The Slip zu ihren Höhepunkten zählen kann. -- Sven Niechziol

dkb.de

Kundenrezensionen zu 'The Slip [CD + DVD im Digipak]'

Keine Jahrhundert-Scheibe, einfach nur guter, straighter ... Rock? (14. September 2008)

Die Musik auf "The Slip" ist geradliniger geworden, zugänglicher, einfacher. NIN-Mastermind Trent Reznor scheint - wenigstens für den Augenblick - seine Zuneigung zu unkompliziertem, rohen Rock entdeckt zu haben. Was nicht etwa heißen soll, Nine Inch Nails übe den Schulterschluss zu Charts-freundlichen Pop-Rockern wie den netten aber langweiligen Jungs von 3 Doors Down oder - Gott behüte - Kid Rock. Versetzt mit reichlich Industrial-Geschreddere und gebitcrushten Beats, ist das vorliegende Album abermals Zeugnis für Reznors untrügliches Gespür für schöne Melodien, seien sie herzzerreißend melancholisch, brütend-düster oder zornig und aggressiv. Und wer mit "The Slip" zum ersten Mal NIN-Luft schnuppert, wird an diesem wilden Ritt durch das Spektrum niederer menschlicher Emotionen wahrscheinlich nur eins zu auszusetzen haben: Dass er zu schnell vorüber geht.

Aus dem direkten Vergleich zu Meisterwerken wie "The Downward Spiral" oder "The Fragile" bleibt die Erkenntnis, dass Reznors neuer Sound größtenteils ohne die komplexen, experimentellen Klangteppiche, die verschlungenen, gleichermaßen brachialen wie auch feinfühligen Kompositionen vergangener Tage auskommt. Das macht die Musik weniger sperrig, aber leider auch - ich sag's jetzt einfach mal - gewöhnlicher. Es fehlt dieser letzte Wow-Effekt, dieser letzte Funken Genialität - oder war es Wahnsinn? - aus dem Klassiker wie "Hurt", "Reptile" oder "We're in this together" geboren wurden. Auch thematisch erfinden sich Nine Inch Nails nicht wirklich neu; von dem brutalen "Letting you" einmal abgesehen, dass gewissermaßen einen wenig optimistischen Schlußstrich unter "Year Zero" zieht, klingt besonders die erste Hälfte von "The Slip" verdächtig nach dem 2005er Album "With Teeth". Alles andere als übel, aber eben auch nicht wirklich neu.

Reznor hat sich die eigene Meßlatte unwahrscheinlich hoch gehangen, nichtsdestoweniger ist "The Slip" ein sehr gutes, unkompliziertes Album, das einfach nur Spaß macht. Gleich der zweite Track "1.000.000" (nach einem kurzen Intro mit dem Titel "999.999") rockt ganz derbe los, und die kurz darauf folgenden Songs "Discipline" und "Echoplex" setzen sich sofort im Gehörgang fest. Ab der zweiten Hälfte nimmt Reznor das Tempo raus mit dem unheimlich schönen und schön unheimlichen "Lights in the Sky", einem gediegenen Klavierstück, das seine atmosphärisch getragene Fortsetzung in "Corona Radiata" und dem düsteren "The Four of Us are Dying" findet. Zum Schluß gibt's mit "Demon Seed" noch mal ordentlich was auf die Ohren, einem Song, der mehr nach Opener als nach Rausschmeißer klingt - und ich für meinen Teil interpretiere die Lyrics durchaus als Versprechen: "I am reaching a point", prophezeit T.Rez da unheilvoll...

Auf der beiliegenden DVD gibts übrigens ausgesprochen sehenswerte Mitschnitte von Rehearsals der Tracks 2 - 6. Live gespielt wirken die Songs noch mal ganz anders und machen definitiv Lust auf mehr. Bleibt nur zu hoffen, dass Nine Inch Nails mit ihrer aktuellen "Lights in the Sky"-Tour irgendwann nach Europa kommen.

Er kann es immer noch (2. September 2008)

"The Slip" stellt wieder ein sehr gutes Album Trent Reznors dar. Es enthält alles, was NIN ausmacht. Hektische Strukturen, Balladen, Gefühle, interessante Klangflächen und Power. Leider habe ich das Gefühl, alles irgendwie schon einmal gehört zu haben, was leider die Einzigartigkeit des Albums nimmt. Kracher gibt es aber wie das komplexe "Echoplex", das ruhige "Lights In The Sky" und das sphärische "Corona Ridiata" genug, so dass sich jeder NIN- Fan bei diesem Album wohlfühlen kann. Auch wenn es nicht mehr innovativ erscheint, es wirkt alles irgendwie ein wenig routiniert und solide, Trent kann immer noch gute Songs schreiben und Gänsehaut erzeugen, was immer noch das Wichtigste ist.

Gericht des Tages: The Slip (3. August 2008)

Trent Reznor, berühmt berüchtigter NIN-Chefkoch, war ja zuletzt nicht nur für seine köstlichen Produktionen in den Schlagzeilen, sondern vor allem für die Schnelligkeit seiner Zubereitungen. Seine nunmehr 27. Kreation und neuestes musikalisches Hauptgericht lautet also "The Slip".
Das Rezept hierfür ist einfach: man nehme eine Handvoll "With Teeth", verrührt mit ganz viel "Pretty Hate Machine" und gewürzt mit pikanten "Year Zero"-Computerspielereien sowie einer Prise Düsternis Marke "The Fragile". Garniert wird das ganze dann noch mit zwei Instrumentals a la "Ghosts". Ach, und als letztes Sahnehäubchen zum drüberstreuen darf natürlich auch die Gourmet-Ballade "Lights In The Sky" nicht fehlen.
Zugegeben, anfangs mag diese Mixtur etwas altbekannt und aufgewärmt schmecken, doch nach mehrmaligem akustischen Verzehr erfreut man sich am wahren Genuss dieser Feinschmeckerplatte. Und da das Auge bekanntlich mitisst, bekommt man auch noch eine leckere Live-DVD dazu serviert.
Fazit: Industrial-Haubenkoch Reznor lässt wieder mal nichts anbrennen und präsentiert uns ein weiteres, rundum gelungenes, musikalisches Luxus-Menü. Einziger bitterer Nachgeschmack: die Laufzeit von knapp 45min macht nicht wirklich satt. Doch das nächste NIN-Festmahl kommt bestimmt.

nicht kaufen .. saugen (29. Juli 2008)

NIN bieten dieses Album auch zum kostenlosen Download an .. daher 5 Steren ;)
www.nin.com man muss lediglich seine E-Mail Adresse angeben und bekommt dann den Link für den Download zugesendet.

A fair warning (28. Juli 2008)

Früher musste man als NIN Fans immer 5-6 Jahre auf die nächste Veröffentlichung warten. Seit 2005, seit etwa der Zeit ist Mr. Reznor auch clean, ist das vorbei, und die Scheiben erscheinen im halbjährlichen Rhythmus.

Ist das gut oder ist das schlecht???? Für den Fan sicherlich gut, weil er immer neues Material kriegt. Und für die Qualität der Musik???? Nun, die zweite Frage versuche ich zu beantworten.

Dieses Album ist ein Querschnitt durch alle möglichen Sounds die NIN im Laufe ihrer Karriere abgeliefert haben. Der Klang ist roh, und man merkt, dass hier nicht lange im Studio nachträglich gebastelt wurde, eigentlich untypisch für Reznor. Trotzdem bietet die hier enthaltene Musik sämtliche Qualitäten die man von NIN erwartet. Es geht oft recht laut und krachig zu und manchmal dann wieder leise und nachdenklich. Jeder Song weist, bis auf die 2 Instrumentalnummern, eine hohe Eingängigkeit auf. Gleich zu Beginn von "The Slip" lauert solch eine Ohrmuschel-Penetranz: Wenn das Surren und Zischen von "999,999" seinem Nachfolger Platz macht, hetzt ein knarzender Bass Reznor in die Atemlosigkeit und hat mit "1,000,000" klaustrophobisches Pop-Monster im Schlepptau. Ja, Pop ist es, was auf "The Slip" immer wieder passiert. Pop, Pop und nochmals Pop. Also das was viele Fans Reznor eigentlich gerne verbieten würden.

Eine musikalischen Höhepunkt bildet m.E. Light in the sky" , auch wenn das einsame Klavier mit Reznor ins Nichts fällt, wartet dort überraschendes Zutrauen: "Watching you drown / I'll follow you down / I am here right beside you." Könnte ein Anwärter auf die Nachfolge von Hurt" werden.

Die Unvollkommenheit, die "Ghosts I-IV" speiste, pflanzt sich in der verstörenden Unruhe von "The four of us are dying" fort. Zum Abschluss wächst auch noch das überragende "Demon seed" über sich selbst hinaus und fährt im 6/4-Takt zur zur reznorschenHölle: "I have been trying to tolerate you, well, I am reaching the point." "The Slip" ist definitiv kein Ausrutscher, sondern trifft ins Ziel.

Wer glaubt das es ein Nachlassen der Qualität gibt, sieht sich getäuscht, wem die schiere Produktivität Reznors keinen Respekt abnötigt, sitzt schlichtweg auf seinen Ohren. Denn eines ist klar: Stagnation und Fließband haben nicht diese Tiefe, diese Reibung, diese zaudernde Eingängigkeit.

dkb.de

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